Full text: Hessenland (16.1902)

229 
scherzhafte Bezeichnung seines Detters, die sehr 
nahe lag. Die Zunge des kurhcssischen Aaron 
war aber so scharf, daß sie schon am Abend 
dieses Tages Veranlassung zu einem Zwischenfall 
gab. Hassenpflug protestierte nämlich gegen die 
ungehörige Zusammensetzung einer Ministerkon- 
serenz, an der im Programm nicht eingeladene 
Mitglieder des Erfurter Verwaltungsrates teil 
nahmen, in so verletzender Weise, daß sein Freund 
Gcrlach ihn im Aufträge des Königs bat. „durch 
eine Erklärung die Sache wieder ins Gleiche zu 
bringen", was denn auch geschah. 
Die gute Laune, welche der Kurfürst von 
dem Fürstenkongreß mitgebracht hatte, sollte zu 
Hause nicht lange anhalten, denn die Stände 
kammer nahm der Regierung gegenüber eine 
solche Haltung an, daß sie, wie bereits erwähnt, 
am 12. Juni aufgelöst wurde. Da nun aber 
vom 1. Juli an die Steuern neu bewilligt 
werden mußten, so war eine Neuwahl dringend 
geboten. Diese fand am 2. August statt und 
ergab eine demokratische Mehrheit, aus deren 
Mitte auch der neue Präsident Professor Bayr- 
hoffer an Stelle des konstitutionellen Schwarzen 
berg, jedoch nur mit 1 Stimme Majorität, her 
vorging. 
(Fortsetzung folgt.) 
Namen von Münzmeistern und Stempelschneidcrn 
auf hessischen Geldstücken. 
Don Paul Weinmeister, Leipzig. 
(Schluß.) 
III. Hessen-Marburg. 
Aus der Zeit einer besonderen Linie Hessen- 
Marburg (1567 — 1604) kennen wir daselbst nur 
einen besonderen Münzmeister, nämlich Hilde- z 
brand Ruck, am 1. Mürz 1588 dazu ernannt 
und zu Marburg gestorben am 29. Juni 1593. 
Sein Monogramm aus Uli findet sich 1591 —93 
vor. merkwürdiger Weise aber auch noch 1595 
und 1597. Vielleicht hat seine Witwe noch einige 
Jahre lang die Stellung weiter geführt und der 
bereits am 6. Mai 1594 zum Nachfolger ernannte 
Peter Arnsburg zunächst nur in ihrem oder ihres 
Mannes Namen das Amt verwaltet, sonst ist die 
vorerwähnte Thatsache unerklärlich. 
IV. Hessen-Darmstadl. 
1. Münzmeister. 
11. 8. 1623: Henning Schlüter, herzoglich 
brauuschweigisch-lüneburgischerKommunion-Münz- 
meister zu Zellerfeld 1623 — 72. hat vermutlich 
für Ludwig V. Thaler geprägt. 
1. W. 1625-27: Jakob Wiesen er, Münz 
meister zu Nidda 1622—44. 
1 8 1654-59, 74, 75, 80-84, 87. 89: 
Johann Sartorius, Münzmeister zu Darm 
stadt, zunächst unter Georg II., daun am 1. Mai 
1674 aufs neue von Ludwig VI. angestellt. 
I. D 1692: Johnnn Dittmar, daselbst. 
I A R 1693—97, 99, 1700, 02—05: Jv- 
haun Adam Rephun, am 5. Januar 1692 
als Wardein, am 17. Mürz 1693 als Münz- 
meister zu Darmstadt angestellt, auch au der Münze 
zu Gießen thätig. 
8. I. B 1707—10, 14, 15, 17, 18, 20-23, 
26—30: Balthasar Johann Beth mann, 
am 15. September 1707 als Münzmeister zu 
Darmstadt angestellt, am 4. August 1733 mit 
dem Prädikate Bergrat auf seinen Antrag ent 
lassen, später General - Münzwardciu des ober 
rheinischen Kreises. 
6. K. 1733, 40: ©cor g K ü st e r, am 4. August 
1733 als Münzmeister zu Darmstadt angestellt, 
1740 ausgeschieden, später Münzmeister zu Eleve. 
O. C. F. 1741-43, 52, 64—66, C. F. 1766: 
Georg Conrad Fe h r, am 11. November 1744 
als Münzmeister mit festem Gehalt angestellt, 
indem gleichzeitig Landgraf Ludwig VIII. das 
Münzwesen auf eigene Kosten in Betrieb nahm. 
Bis dahin hatte also Fehr wie seine Vorgänger 
die Münze in Pacht gehabt. 
A. K. 1744-49, 51, 59, 60. 62-64, 70, 
71: Andreas Koch, Münzmeister zu Darin 
stadt zunächst 1744—51 an Stelle des vorgenannten 
Fehr, der demnach wohl eine Zeit lang sein Amt 
verlassen hatte, dann wieder 1759—64, nachdem 
er am 26. Februar 1759 zum Münzrat und am 
13. März 1760 zum Müuzdirektvr ernannt worden 
war, zuletzt 1770 — 71, anscheinend vertretungs 
weise, und zwar zu Gießen. Nebenamtlich ver 
waltete er von 1750 an die kurpfälzische Münz 
stätte zu Mannheim. Er' geriet schließlich in 
finanzielle Schwierigkeiten und wurde wegen Unter- 
schleifs verfolgt. 
F. B. 1762, 65, 66: Philipp Bischofs. 
Münzwardein. Sein Name kommt auf Münzen 
nur in Gemeinschaft mit dem des oben genannten
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.