Full text: Hessenland (16.1902)

bciniunh. 
£ani> der Jugend, das ich früh verlassen, 
Stiller Frieden wohnt in deinen Straßen. 
Deine Lfäuser sind wie Tcmpelhallen, 
Feierlich darin die Tritte Hallen. 
Deine Menschen tragen Festgewänder, 
Meist im Staube bleiben ihre Ränder. 
Uber deine blauen bsimmel gleiten 
Molken meiner jungen Seligkeiten, 
Und inmitten deiner Bluinenwiesen 
Steht ein Heiligtum mit Marmorfließen. 
6ohe Säulen tragen seine Gänge, 
Es durchfluten süße Lobgesänge. 
Fromme Beil'ge stehen an den wänden, 
Ritten Gott mit anfgehob'nen fänden, 
vor dein schlank gebauten Hochaltäre 
Steht ein Sarg aus einer Purpnrbahre. 
Und im weißen Brautkleid ihrer Tugend 
Schläft darin die Liebe meiner Jugend. 
Regrnrburg. Ist. sterbest. 
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$rübberbstbild. 
Trotz Mittag lauter Bebel, 
So weit das Auge schaut. 
Jm dichten Dunst ersticken 
Die Stimmen aus Lach und Kraut. 
Bur windgequälte Mipfel 
Meinen durch den Tann, 
Und in das Sterben stiehlt sich 
Ein todesinüder Mann. 
Vberkliiiqen. Karl kvNSt KllOdt. 
? ? ? 
Gelöbnis. 
Ströme des Lichtes fliesten durch's Land. 
Am blühenden Elterngrabe 
lfält ein winziges Händchen in sonnbrauner 6and 
Ein mutiger Knabe 
Ich will Dich schützen, mein Schwesterlein, 
Du scheue Rose, 
Daß nimmer an einen harten Stein 
Dein Fuß auf dem Mege stoße 
Ich will Dich lieben; — mit jedem Tag 
Fester und treuer 
Menn Thränen Dein Auge weinen mag: 
Die sollen mich brennen wie Feuer " 
Er küßt den Liebling — — — ein Mehen bewegt 
Die Zweige der Trauerweiden, 
Und Seine heiligen Hände legt 
Gott auf die Häupter der beiden 
Huuoiji,stufen. Sasdia €lta. 
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