Full text: Hessenland (16.1902)

durchaus nicht aufdringlich hervortreten und doch 
schon wirken. Kurz, man sieht, daß mau nicht 
bloß nüchterne Wertmesser liefern wollte, sondern 
zugleich kleine Kunstwerke. Tics ist nächst dem 
Kunstsinne der jeweiligen Landessürstcn, den sie 
auf ihren Geprägen frei entsalten konnten, den 
meist trefflichen Beamten zu danken, denen die 
Herstellung der Münzen und ihrer Stempel ob 
lag, den Münzmeistern und insbesondere den 
Stempelschneidern. Diese Beamten verdienen es, 
auch einem größeren Leserkreise gegenüber, als es 
die eigentlichen Sammler sind, genannt zu werden, 
und ich will es unternehmen, diejenigen Namen 
von ihnen, welche sich ans hessischen Geldstücken 
(also mit Ausschluß der Medaillen) meist abgekürzt 
vorfinden, hier zusammenzustellen. 
I. Hessen vor der Teilung. 
Unter Philipp dem Großmütigen findet sich 
ans Geldstücken vom Jahre 1564 ein Monogramm 
ans II I' vor, es bedeutet den Münzmeister Hans 
Perndorsfer, der sein Amt zu Kassel von 
1564 bis 1575 bekleidet zu haben scheint. 
II. Hessen Hassel. 
1. Münzmeister. 
H a n S P e r n d o r f fers Monogramm, wie auch 
die unverbundenen Buchstaben 14 P finden sich 
1574 und 75. Nicht zu verwechseln hiermit ist 
das Monogramm aus 41 B, das Hans Bauer, i 
Münzmeister von 1572 bis 1610, angehört und ! 
1584 vorkommt.*) Während es bis dahin dem- ; 
nach nicht allgemein Sitte war, daß sich der 
Münzmeister ans allen unter seiner Verantwortlich- i 
feit geprägten Stücken nannte, finden wir von 
1622 an bis in den Anfang des neunzehnten 
Jahrhunderts fast Jahr für Jahr das Monogramm 
seiner Anfangsbuchstaben oder diese nebeneinander. ! 
Ich gebe hiermit eine Zusammenstellung der Zeichen, 
der Jahre ihres Vorkommens und der Namen, die 
sie bedeuten. 
Monogramm aus 18 und auch 18 unverbunden, ! 
1622—34: Terentius Schmidt, Münzmeister 
etwa 1627—34, vorher Münzverordneter. 
LH, auch als Monogramm, 1635—39: Lubert 
H a u ß m a n n, Nachfolger von Schmidt. 
G I< 1637, 39, 40: Georg Krnckenberg, i 
ziemlich gleichzeitig mit Haußmann. 
Monogramm ans AG 1637,1645—47,49— 51, 
53—57: Arnold Gall, Schwiegersohn von 
Schmidt, Münzmeister wohl seit 1637, gestorben 
zu Kassel am 5. Juni 1657. 
*) Vergl. darüber meinen Aufsatz im „Numismatischen 
Anzeiger" von 1899, Nr. 5. 
Monogramm aus IGB, anfangs auch GB 
1657—63, 65, 67, 68, 70, 71, 73—80: Jo ha n n 
Georg Bittner, Münzwardein uiib Münzmeister. 
Monogramm aus 114 1676, 77, 80, 81: 
Johann Hofsmann. In den ersteren beiden 
Jahren steht das Monogramm ans hessisch-schnnm- 
burgischen Münzen, in den letzteren beiden ans 
gewöhnlichen hessischen. 
I v 1, auch als Monogramm, 1681 — 97: 
Johann van Fornenbergk. Münzincister 
vom 1. April 1682 bis 1697, vorher bereits aus 
hilfsweise thätig.*) 
AG 1701 — 03: A. Ditmar, van Fornen- 
bergks Nachfolger, zunächst aushilfsweise, Münz- 
meister 1702—04. 
LR 1724-27, 29-34, 36-41, 43, 44: 
Louis Rollin, Münzmeister seit 8. September 
1723, wohl 1744 gestorben. 
1 C B, auch als Monogramm, 1746—55, 
57 — 59, 61, 62: Johann Conrad Bandell, 
Rollins Nachfolger. 
V 1762, 41 1763, F. U. 1763- 73, F. V. 1767, 
68, 71, 72: Friedrich Ulrich, Bandells 
Nachfolger, anfangs Wardein, seit 1764 Münz- 
meister, gestorben am 1. November 1773. 
B. R. 1774—83: Balthasar Reinhard, 
Ulrichs Nachfolger, anfangs Wardein, 1775—83 
Münzmeister. 
D. F. 1782 - 89, F. 1789 — 1807, 14: 
Dietrich Fulda. Reinhards Nachfolger, anfangs 
Wardein, 1783 bis 1831 Münzmeister. Auch ans 
den königlich westfälischen Münzen findet sich 
1808 und 1809 sein F. 
Der Ansall der Grafschaft Hanau-Münzen- 
berg an Hessen-Kassel im Jahre 1736 brachte 
unserem Land eine neue Münzstätte, und da der 
damalige Landesherr die Regierung der Grafschaft 
schon im voraus am 13. April 1735 seinem Bruder 
abgetreten hatte, so übte dieser zu Hanau außer 
anderen Hoheitsrechten auch das Münzregal aus. 
Geprägt wurde daselbst bis 1802. Über die 
dortigen Münzmeister ist folgendes zu berichten: 
IX 1738, EK 1739, 40: Engelhard Jo- 
hann Kroll, seit 9. Oktober 1737 Münzmeister. 
I. 1. E. 1741, 43, 63—70, I. E. 1765: Jo 
ts ann Jakob Encke, Krolls Nachfolger. 
6. L. R. 1771, 73—75, 77, 78, 84: Christian 
Ludwig Röder, Enckcs Nachfolger, gestorben 
am 15. Oktober 1784. 
I. F. 11. 1785, 86, F. H. 1787, 89, 91, 93. 
94, 96, 98, 1800, 02: Jakob Friedlich 
H e e r w n g e n, Röders Nachfolger. 
*) Vergl. über ihn meine Aufsätze im „Numismatischen 
Anzeiger" von 1897, Nr. 1 und im „Hessenland" von 
1897, Nr. 3.
	        

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