Full text: Hessenland (16.1902)

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Prädikat „Professor" verliehen. Nicht allein den 
seiner Fürsorge anvertrauten Sammlungen, die er 
mit wahrhaft väterlicher Liebe pflegte, auch der 
hessischen Geschichte war er eifrig zugethan. Dem 
Vorstand des hessischen Geschichtsvereins gehörte 
er weit über ein Menschenalter an, und als er die 
beschwerlichen Geschäfte des Kassierers, die er über 
nommen, seiner vorgerückten Jahre wegen 1895 
niederlegte, ernannte ihn der Verein zu seinem Ehren- 
mitgliede. Die von ihm völlig neugeschaffene ethno 
logische Abteilung des Museums sichert seinem Namen 
ein bleibendes Andenken. — Am 2. April starb ferner 
der Königl. Polizeirat a. D. Emil T h o m a s z i k 
in Schmalkalden. Geboren am 23. April 1827 
zu Schwarzstein, Kreis Rastenburg in Ostpreußen, 
bekleidete derselbe seit 1. Oktober 1869 in Kassel 
die Stelle des Polizeirats bis zu seiner vor einigen 
Jahren erfolgten Pensionierung. Später siedelte 
er nach Wansried und von da nach Schmalkalden 
über. Er war ein großer Musikfreund und ein 
Hauptförderer der Luisenstiftung. Zn ihrem Vor 
teil veröffentlichte er „Sprichwörter und Lebensregeln 
nebst kleinen Erzählungen und Anekdoten". Ein 
weiteres Schriftchen von ihm erschien 1895 pseudo 
nym und schilderte den Aufenthalt Napoleons III. auf 
Wilhelmshöhe. Ein Bruder des Dahingeschiedenen 
ist der in Weimar lebende Opernsänger Hermann 1 
Thomaszik, als tiefer Baß einst ein sehr an 
gesehener Bühnenkünstler, der in den fünfziger Jahren 
auch am kurfürstlichen Hoftheater in Kassel engagiert 
war. — Am 4. April starb zu Leipzig der Geheime 
Justizrat Gottfried Ludwig Fenn er, geboren zu 
Hoof bei Kassel am 2. Dezember 1829 als Sohn 
des dortigen Pfarrers. Er studierte in Marburg 
und Berlin Jura und war später als Obergerichts 
assessor in Kassel thätig. Von 1867 bis 1879 
übte er in Berlin beim Oberappellationsgericht 
und später beim Obertribunal die Rechtsamvalts- 
praris aus. Während der letzten Jahre dieser 
Berliner Zeit vertrat er im Reichstage als Mit 
glied der nationalliberalen Partei den Wahlkreis 
Marburg-Frankenberg-Vöhl. Seit dem 1. Oktober 
1879 gehörte er der Rechtsanwaltschaft beim 
Reichsgerichte an, bis er wenige Tage vor seinem 
Tode ausschied. — In Fulda verblich am 7. April 
im 73. Lebensjahre der Domdechant Philipp 
Engel. Als Sohn eines Schneidermeisters in 
Fulda geboren, erhielt er 1853 die Priesterweihe 
und stieg von einer geistlichen Würde zur andern 
empor, bis er 1898 Bistumsverweser wurde. Da 
er seines Alters wegen die Wahl zum Bischof von 
Fulda, die ihm bevorstand, nicht annehmen zu 
dürfen glaubte, wurde er zum apostolischen Proto- 
Notar ernannt. 
Hessische Zeitschriftenschau. *> 
Beilage ;ur Allgem. Zeitung (München), 1902, Nr. 58. 
Dr. Karl F uchs: Max Büdinger f. 
Beilage nun Jahresbericht des König!. Gymnasiums 
?u Marburg, Schuljahr 1901/2, Bd. 6X1X. 
Eniil Becker: Die Herreil von Hanau als Land 
vögte iil der Wetterau. 
Blätter für Münzfreunde(herausgeg. von Dr. H.Buchenau). 
1902, Bd. XXXVII, Nr. 2. 
Paul Weinmeister: Die Achtel-Thaler von 
Hessen-Kassel aus dem Jahre 1723. 
Brr Burgwart, 1901, III. Jahrg. Nr. 2. 
F. Hoffman»: Die mittelalterliche Befestigung 
der Stadt Fulda (Schluß). 
Deutsche Heimat. Blätter für Kunst und Volkstum. 
V. Jahrg. Heft 21. 
Dr. H u g v G bring: Geschichten aus dem Werra 
thal (Enthält eine Würdigung von L. Gubalkes 
„Bilsteiuer".) 
Fuldaer Geschichtsblütter (herausgeg. vom Fuldaer Ge- 
schichlsvereiu), I. Jahrg. 1902, Heft 1—3. 
Dr. I. Kartels: Die Wiedertäuferbeweguug im 
ehemaligen Hochstift Fulda. 
Dr. An ton i: Fulda im Bauernkriege. 
I. Kartels und C. Scherer: Verzeichnis der 
Fuldaischeu Gesamtliteratur. 
Ferner: Misrellen, Bücherbesprechiiugeu, Nekrolog. 
*) Vergl. vor. Jahrg. S. 359. 
Hessische Blätter für Volkskunde (herausgeg. im Auf 
träge der Vereinigung für hessische Volkskunde von 
Adolf Strack), 1902, Bd. I, Heft 1. 
H e r in a u u 11 s e n e r: Besprechung. 
Hermau Haupt: Aus Karl Bernbecks Samm 
lungen zur oberhessischen Volkskunde. 
Albrecht Dieterich: Himmelsbriefe. 
Paul Drews: Religiöse Volkskunde. 
Adolf Strack: Hessische Vierzeiler. 
Ferner: Bücherschau, Geschäftliche Mitteilungen rc. 
Die Kultur. Zeitschrift für Wissenschaft, Literatur und 
Kunst. (Wien) 1902, III. Jahrg. Nr. 4. 
Richard v. Kralik: Adam Trabert. 
Litterarische Marte. Monatsschrift für schöne Litteratur 
(herausgegeben von der deutschen Litteraturgesellschaft), 
111. Jahrg. Heft 7. 
Franz Ei che rt- Wien: Adam Trabert als Lyriker 
(Zu seinem 80. Geburtsfeste). 
Monatsblätter für deutsche Litteratur (herausgeg. von 
Albert Warneke), VI. Jahrg. Heft 5. 
Stromberger: Ein hessisches Dichterbuch und 
Studien zur hessischen Litteraturgeschichte. 
(Ouartalsblätter des Histor. Vereins für das Groß- 
her-ogtum Hessen. Neue Folge. 1901, III. Baud, 
Nr. 1—3. 
Ino. Dr. Wilhelm Diehl: Zur Geschichte des 
Darmstädter Siugchores.
	        

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