Full text: Hessenland (16.1902)

Die Nacht. 
Auf dunkeln Schwingen naht die flacht, 
Und allen Freuden 
Und allen Leiden, 
Und dem Gram, den der Tag gebracht, 
Flüstert sie zu: 
„Nun geh zur Ruh!" 
Und müde senken die Lider 
Aus träumende Augen sich nieder. 
Doch aus des Dunkels dichtem Flor 
Steigt leise, leise 
Rach Geisterweise 
Der Sorgen düstre Schar empor, 
von Rächt umwallt. 
Mit siustrer Gewalt 
Zerstört sie den friedlichen Schlummer 
Durch nagenden, zehrenden Kummer 
Und um die tiefste Mitternacht, 
Wenn alles schweiget 
Und ruht, da steiget 
Der Zweifel empor aus tiefem Schacht. 
Sein Tishanch zieht 
Wie Tod durchs Gemüt 
Und will den kindlichen Glauben 
Der ringenden Seele rauben. — 
Auf dunkeln Schwingen flieht die Rächt, 
Ror Sonnenstrahlen 
Schwinden die (?)ualeu, 
Schwindet des Zweifels finstre Macht, 
Des Frühlichtes Schein 
Weicht die Sorgenpein, 
Uell klingt's in den flutenden Schimmer: 
„Ich glaube, nun laß ich Dich nimmer!" 
Dari» st <1 tu. ChisCSC KÖSlIill. 
¥ -¥ ¥ 
0, glaub' mir: könnt’ ich räubern... 
0, glaub' mir, könnt' ich zaubern, 
Sollt' Dein Kummer vergeh'»! 
wo Du weilst, wo Du wandelst, 
Sollten Blumen ersteh'» . . . 
Deine Lippen sah' ich lachen, 
Deine Wangen ließ' ich bliih'n, 
Deine Seele müßt' genesen 
Ron glühendem Müh'», 
Dein Lserz würde jauchzen, 
Deine ksände dürften ruh'» — — 
0, glaub' mir: könnt' ich zaubern, 
Wollt' ich Wunder für Dich thun!! 
Ravolzhausen. Zgzcha kll.,. 
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