Full text: Hessenland (15.1901)

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Airs KeirrrcrLH irnö Irremöe. 
Geheimrath Franz Melde 7. Wiederhat 
unsere Zeitschrift einen schweren Verlust zu be 
klagen. Am Sonntag den 17. März ist Geh. 
Regierungsrath Professor Di-. Franz M elde, 
der Direktor des mathematisch-physikalischen Instituts 
in Marburg, nach längerem Leiden, 69 Jahre alt, 
aus einem Leben voll reicher Thätigkeit abberufen 
worden. Mit ihm ist ein Mann ans unserer Mitte 
geschieden, den tausend Fäden an Kurhessen knüpften, 
der mit den Verhältnissen seines engeren Heimath- 
lands ansts innigste verwachsen war. Wir nehmen 
hier Abstand davon, ans das Leben und die Per 
sönlichkeit des Dahingeschiedenen näher einzugehen, 
da bereits früher im „Hessenland" (Jahrgang 1892, 
S. 86—89 und S. 100 —101) ein ausführliches 
Lebensbild des Verstorbenen aus der Feder 
F. Zw eng er's gegeben worden ist und wir in 
der Lage sind, in einer der nächsten Nummern mit 
der Veröffentlichung der Selbstbiographie Pros. 
Melde's, die er für die geplante Fortsetzung von 
Striedcr's hessischer Gelehrtengeschichte niederge- 
schrieben hat, beginnen zu können. — Ter Trailer 
um den hochverdienten Forscher und den allseitig 
beliebten Landsmann gesellt sich bei »ns auch die 
um den treuen Freund und Mitarbeiter unserer 
Zeitschrift, der er von Gründung an ein unent 
behrlicher Berather gewesen ist. Von größeren 
Beiträgen, welche im „Hessenland" aus seiner Feder 
erschienen sind, neunen wir: „Der Erweiterungs 
und Umbau des math.-physiknlischen Instituts der 
Universität Marburg" (Jahrg. 1891, S. 41 fs.), 
„Eine letzte Audienz" (Jahrg. 1895, S. 400 ff. 
und 612 ff.) und „Heinrich Henkel. Ein Lebens 
bild" (Jahrg. 189!», S. 145 ff.). — Sein An 
denken wird bei uns dauernd in Ehren gehalten 
werden! 
Hessischer GeschichtSverein zu Alar- 
bürg. Die am Freitag den 15. März abgehaltene 
Monatsfitzuug war dem Andenken Vilmar's 
gewidmet und erfreute sich, wie zu erwarten stand, 
eines sehr zahlreichen Besuches. Professor Edward 
Schröder-Marburg hielt den angekülldigten Vor 
trag „Zn m Gedächtniß Aug n st Vilmar's". 
Wir können uns hier versagen, aus den Inhalt 
des Vortrags näher einzugehen, da derselbe bald 
in unverkürzter Gestalt im Druck erscheinen wird 
(Marburg, 9l. G. Elwert's Verlag) und wir daun 
Gelegenheit haben, daraus zurückzukvmmeu. 
Kasseler Geschichtsverein. Der Verein 
für hessische Geschichte und Landeskunde hielt am 
Montag de.n 25. März im kleinen Saale des 
Evangelischen Vereinshauses seine Mouatsversamm- 
lung ab, die sich eines ungewöhnlich zahlreichen 
Besuches erfreute. Geh. Negierungsrath Dr. Knorz 
eröffnete dieselbe und machte zunächst die Mit 
theilung, daß Oberbibliothekar Di-. 53ruinier 
den Vorsitz niedergelegt habe, da er seit geraumer 
Zeit mit dienstlichen Geschäften überhäuft sei. Der 
Verein verliere in ihm einen Alaun, der durch selbst 
lose Hingabe und Aufopferung sich große Verdienste 
um das Blühen desselben erworben habe, und dem 
man zu großem Danke verpflichtet sei; doch wolle 
derselbe auch künftighin die Bestrebungen mit Rath 
und That unterstützen. Zum Ausdruck des Dankes 
erhob sich die Versammlung von den Sitzen. So 
dann konnte Redner zugleich die erfreuliche Mit 
theilung machen, daß General Eise »traut, der 
bekanntlich ein lebhaftes Interesse für Erforschung 
der Geschichte unseres Heimathlandes bekundet, den 
Vorsitz übernommen habe. Im Lause des letzten 
Monats sind vier neue Mitglieder aufgenommen 
worden. Von Geschenken sind zu neunen eine An 
zahl Protokolle der Generalversammlung des Ge- 
schichtsvercins „zu Dresden" und ein Programm 
über die „Feierlichkeiten, welche.bei der ans 
Donnerstag den 26. Mai 1840 bestimmten Ein 
weihung der Fahnen der Kasseler Bürgergardc statt 
finden," von Herrn Amtsrichter Bnrghardi. 
Hierauf wurde die Hoffnung ausgesprochen, in dieser 
Wintcrsitzuug noch einen „Herrenabend", und zwar 
in einem geräumigeren Saale veranstalten zu können. 
Zuletzt erhielt Hosrath Professor A r t h u r Klein- 
schmidt das Wort zu seinem Vortrage: „Ein 
erilirter König in Kassel und Hanau," der in hoch 
interessanter Weise das tragische Geschick Gnstav's k V. 
Adolph von Schweden beleuchtete und seinen Aufent 
halt in unserer Residenz besprach. Der Vortrag 
erfreute sich des vollen Beifalls aller Anwesenden. 
Tausendjähriges V e st e h e n der Stadt 
Kassel. Unsere Residenzstadt Kassel, das ehe 
malige Oässrcklu, welches zuerst im Jahre 914 in 
einer Urkunde Kvurad'S 1. erwähnt wird, begeht im 
Jahre 1914 die Feier des tausendjährigen Bestehens, 
zu welchem Zweck größere Festlichkeiten in Aussicht 
genommen sind. Auch soll eine neue Geschichte der 
Stadt Kassel geschrieben werden, mit deren Ab 
fassung Oberbibliothekar Dr. Brunner an der 
Landesbiblivthek in Kassel betraut worden ist. 
U u i v e r s i t ä t s n a ch richte n. Zum Nachfolger 
des verstorbenen Geh. Negierungsraths Professor 
Dr. Melde in Marburg, der vom 1. April d. I. 
ab in den Ruhestand treten sollte, ist Professor
	        

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