Full text: Hessenland (15.1901)

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volgenn muste, dieweill ich keinen vermelden wolle, 
ergo so muste ich auch einer under den coniuratis 
seinn, welchs nun unnd nimmermehr auf mich 
kann erwiesen werdenn. Ja, wann ich zu Baum- 
gartten also gesagt (welchs doch anß meiner außage 
nicht khan gegründet werdenn), ich hette gehört 
oder aber ich wüste, wer sie weren, so hett man 
frey gewiß daraus coltigiren unndt alsmargumentiren 
können::, nemblichenn, dieweill ich einmall zu 
gestanden unnd nun aber solches leugnete, der- 
halben tonte starcke Vermutung unnd eertas tir- 
rnasque eonieeturas daranß schöpfen::, unnd mich 
also mit meinen aignen ankeeedenkibus verbis 
convinciren unnd mich billich in so harter schwerenn 
bestrickung verhaft halten::, solches aber alles, ohn 
ahngesehenn, das ich Banmgart als damals meinem 
geschworen und vertrantenn bruder (wie solches 
anß seiner aussage in f. d. cantzelley zuersehenn) 
vvnn niemandts Meldung gethann, dem ichs, so 
ich darnmb grundtliche Wissenschaft gehabt, keines 
Weges verhalten::, hatt mann mich gleichwoll ohn 
allenn grnndt und beweis der Wahrheit in solchenn 
nnbillichcnu verdacht genommenn. Weil ich nun 
solches gesehen, hab ich mich alle zeit auff Hieronymnm 
referiret unnd die Herrn:: zu erkenthnns meiner 
nnschnldt demütigst gebettenn, sie wollenn eine post 
mit brievcn, darin mein außage verfasset, hinnans 
in Teußslandt zum Hieronimo schickenn, und so 
er derselbigen seiner wortt wurde entsallenn und 
mit eydt auf sein gewissem: bedeuten::, das er 
dieselbige niemals zu mir geredt, als den wollte 
ich des kvpffs verfallen seinn. Man hat mich aber, 
weis nit warumb, solcher meiner bitt und beger 
nit gewehret, nichts destoweniger aber habe ich 
armer elender betrübter geselle mitlerweill erbärm 
lichen in kettenn müssen gesangenn liegen. Unnd 
letztlich, da ich niemauds namkundig habe machen 
tonnen und doch vermeinet, solches von mir mit 
gewalt sive iure sive iniuria zu extorquiren, hatt 
man mich wie einen schelmen, dieb, verrether, 
mvrder, straßenrauber oder sonst dergleichen, wie 
einen öffentlichen mistheder wieder gott und alle 
recht in die reckkamer elendiglich gcfuret, daselbst 
den auch meister Benedict seine stricke unnd schnüre 
schon albereit ausgespannet. Da ich nun gesehen, 
das mau wider mich armen srembten unschuldigen 
also mit tyrannischer gewalt ohn alle rede und 
rechte, ohn einige nberweißnng, imo sine ullis 
certis manifestis verisimilibus et sufficientibus' 
eonieeturis, evidentibus signis nec non proba- 
bilibus argumentis, quae in omni tortura ne- 
cessario requiruntur ac eoncurrere debent, hat 
sharen wollen. habe ich begeret, die Ursachen::, 
worumb sie mich (der ich doch vor got dem höchsten 
richter und der Welt gantz und gar unschuldig) 
tortura et quaestionibus examinirm wollen, draus 
der sischall geantwortt, nachdem ich mich langes 
gewegert, die Personen zu melden, die ich doch 
sonder zweyfell wissenn wurde (des er mich mit 
nnwarheit selschlich bezuchtigett), derwegen so habe 
f. d. ernstlich bevolhen, mich stracks ohn alle gnade, 
weitern aufschueb und einrede zu peinigenn, da 
gegen ich mich aus s. d. hosgericht berufen, man 
muste mir erstlich ursach ahnzeigen, und mit war- 
hastigen, gegrünten, unleugkbarn, genügsamen, starcken 
Vermutungen und zeugnus uberweyßen, den aus 
bloße, grundtloße Vermutung niemandt ad torturam 
mit recht gebracht werde. Und eher ich mich ::n- 
schuldiglich wolt peinigen lassen:: und meiner 
ehrlichen sreundtfchast solche schände und ewige 
unehre ahnhangen, viel lieber solle man mir-(so 
man ja ohn recht mit gewalt sorfharen wolt) den 
kopff abschlagen. Letztlich aber bin ich durch got 
und meine gerechte unschuldt wiedderumb loß ge 
geben, doch habe ich erstlich auch dagegen ein nr- 
srieden thun und dieselbige mit einem hohen eydt 
zu halten bedeuten müssen, wil sie auch mit gottes 
hulsf redtlich und erlich halten::, und ist also das 
tritum et vulgare proverbium ahn mir armen 
gefangenen wahr worden, ut canem caedas, facile 
invenire est baculum. Dieweil ich nun hernacher 
auch begertt, mir dasjenige, so s. d. mein gnediger 
her in ihrem fürstlichen gemach mit aigner handt 
unnd munde zugesagt und bestcttigett, genedigst 
volgen zu lassen, darbeueben auch ein öffentlich 
paß, schein, beweis und zeugnus brive wegen 
meiner bestrickung, wie billich, under s. d. siegel 
undt handt mittheilen, damit mir heut oder morgen 
dieselbige:: nicht in uhnereu möge vorgerückt werde::' 
siudteinmal in Deutzslandt kein brauch, das man 
erliche leuthe (der ich gott lob bin und mirs 
uieniandts anders nachsagen wirtt), sonder öffentliche 
schelme, diebe, mvrder in ketten zuspannen und 
mit spießen, buchsen und hellebartenn, wie mir, 
gott sey es geclagtt, begegnett, nacht und tage zu- 
verwaren pflecht; was aber vor srende und ehre 
mein lieber bedagter vatter, itziger zeitt rector in 
der universitet zu Marpurg in Hessen:: neben 
meinen zweyen brudern magistrosl'.j artium, I). Ja- 
cobo Lersenero, Reinhardo Schöffero affinibus 
meis ill. principis Hessorum cancellariis sa:npt 
meiner gantzen erlichen sreundtschafft wegen meiner 
ietztgemelter schweren bestrickung haben werden, 
solchs will ich e. g. g. und allen verstendigen zu 
erkennen geben. Da ich nun zu errettuug meiner 
ehren s. zusaguug und meine zeugnis brieve be- 
gerett, hat man mich ansgefiltzt und gesagtt, ich 
börste keines beweis, dan mein ursriede wurde 
solches genugsam außweisen unnd zeugen::, über 
das beuth man mir den köpf abzuschlagen::, so ich
	        

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