Full text: Hessenland (15.1901)

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Beiträge mr hessischen Fmnilienkunde. 
Von G u st av 3? r e i fj c r r n Schenk z n S ch w e i n s b e r g. 
I. 
Die Abstammung 
des Gescblecbts von Biscboffsbausen 
zu Biscbbausen a. d. Werra. 
(Fortsetzung zu Nr. 11 vom 1. Juni 1900.) 
Meiner Darlegung, daß die von Bischvsfshansen 
Abkömmlinge des herzoglichen Vogtes W i l l e k i n 
von Alhausen zu Güttingen sind, ist seit 
her, meines Wissens, nicht widersprochen worden; 
auch nicht aus den Kreisen hannoverscher Genealogen. 
Auf eine willkommene Ergänzung des Materials 
hat mich Herr Professor Oe. Edward Schröder 
zu Marburg freundlich verwiesen. Er hat sich 
bereits in seinem Vortrag vom 15. August 1898 
über die ältere Geschichte von Witzenhansen*) eben 
falls für die niedersächsische Abstammung des 
Geschlechts ausgesprochen, wesentlich wegen des ihm 
eigenen Vornamens Segeband. Er konnte ans 
einer ungedrnckten Urkunde von 1291 einen mir 
unbekannt gebliebenen Segeband nachweisen, der 
zu Bischhausen eine Urkunde bezeugte. Das mag 
der älteste Sohn Vogt Willekin's gewesen .sein, 
der mit der geborenen v. Uslar verehelicht war. 
Der von mir im vorigen Jahre nicht weiter 
verfolgte andere Zweig des Geschlechts — die von 
Nienburg zu Friedland — haben sich inzwischen 
noch einige Mal nachweisen lassen. In den Jahren 
1824, 1883 und 1884 (1844?) urkundet der 
Knappe Willekin von Nygenborg, als mainzischer 
Burgmann, ans dem Haustein. Er besaß, zu 
sammen mit seinem verstorbenen Bruder Johann, 
die Hälfte des Dorfes Arendshausen bei Rüste 
berg, als Pfand von den v. Haustein (Würdtwein, 
Oiplnmataeia iKoAuntina II., 573; Hergnet, 
Urknndenbnch der Reichsstadt Mühlhausen Nr. 857; 
Urk. Gesch. des Geschlechts der v. Haustein l., 
Urk. Nr. 101, Tert S. 105. Im Eichsfeldifchen 
Urknndenbnch von Wolf, S. 24, ist die lebte 
Urkunde 1884 statt 1844 datirt). 
Seitdem ist mir diese Seitenlinie des Geschlechts 
nicht mehr vorgekommen; sie mag bald erloschen, 
oder verzogen sein. 
*) Bericht darüber in „Hessenland" 1898, Nr. 17, 3. 2ir,. 
II. 
Die Familien von Luder. Döring von Luder 
und von Lauter. 
Diese drei ursprünglich fuldischen Nittergeschlechter, 
die auch in Althessen und ini Hananischen ansässig 
waren, sind kürzlich zum Gegenstand einer größeren 
Abhandlung gemacht worden (Vierteljahrsschrift 
des Vereins Herold, 1900, Heft 3: Rudolf Schäfer, 
Darmstadt, Geschichte der Familie v. Lauter. 
Beitrag zur Forschung über sttldische und hananische 
Basallengeschlcchter). Wenn auch nicht verkannt 
werden darf, daß der Verfasser derselben erfolgreich 
über die Familie v. Lauter gesammelt hat, ins 
besondere auch die baulichen Reste ihrer ehemaligen 
Wohnsitze an Ort und Stelle sorgfältig festgestellt 
hat, so erfordert doch sein Versuch, einen Zusammen 
hang der drei Geschlechter ans genealogischen und 
heraldischen Gründen zll erweisen, Berichtigung. 
1. Die Familie von Lüder zu Grvßen- 
Lüder, Müs und Loßhansen. 
Dieses in Hessen allbekannte Geschlecht ist am 
14. August 1760 zu Loßhansen a. d. Schwalm 
mit dem fuldischen Geheimrath Erhard George 
„von und zu Lütter und Loßhansen" ansgestorben. 
Dieser letzte Sproß war ein fleißiger und kenntniß- 
reicher Genealog und Heraldiker, der einen Platz 
in Strieder's Grundlage zu einer hessischen Ge 
lehrten- und Schriftsteller-Geschichte verdient hätte. 
Der Marburger Bicekanzler I. G. Estor gibt ihm 
auf Seite 499 seiner 1750 erschienenen praktischen 
Anleitung zur Ahnenprobe folgendes Zeugniß: 
„Diser Lütterifchc anenbanm — gemeint sind die 
16 Ahnen Erhard George's v. L. — gehet den 
Herrn von Lütter von und zu Loßhansen an, dem 
noch einzigen, von disem alten geschlccht, und der 
seiter langen jähren auf die adelichen stamm- 
register und wapen sehr vielen fleis und kosten 
verwendet, und daher zu wünschen, daß er dise 
nüzlichc arbeit dem druck übergäbe". Estor druckt 
ans Seite 112—121 dieses seines Werkes eine 
kleine Arbeit Lütter's: „Nachricht von einigen 
adelichen geschlechtern" ab, die sich durch Znver-
	        

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