Full text: Hessenland (15.1901)

M 7. 
XY. Jahrgang. Kassel. 1. April 1901. 
cdarramstag. 
Tharsamstag hüllt die U)elt in Grau'lt — 
Ute Menschen ihren Areuzweg schreiten 
Zur Höhe ans dem staub'gen Thal, 
Zn Höh', wo sich die Saaten breiten. 
Tharsamstag ist's. Gebettet liegt 
Zn jedem Airchlein Gottes Leiche. 
Aach stillen freitags blnt'ger Noth 
Liegt starr und stnmm der Todesbleiche. 
Zst eilt Trlösiutgswerk geschehen? 
Die Derzeit wagen kaunt zu pochen. 
Ts rühret keine Seele sich. 
U)aim wird der dnntpse Baitn gebrochett? — 
Der Abend sinkt, die Nacht ist nah. 
Die ID eit wird srühen Nebels Beute. 
Die Seele sinkt m Zweifels Noth — 
Da hebt sich jubelnd ein Geläute. 
Da kommt eilt Hallelujahgruß 
Nom hohen Dont durch's Laltd geflogeit: 
Die Seele Thristi ist erwacht! 
Schon bebt der Stein am Grabesbogen. 
Tharsantstag ist's. Noch eilte Nacht! 
Daltlt werden alle Glocken singeit; 
Dann wird der hohe Ostertag 
Die Zuversicht der Seele bringen. 
Rogens bürg. Therese Kciler-Kelkner. 
p- S 
Im Zrühllngzzchein. 
Du sprichst zu mir von Deiner großen Sehnsucht, 
Und Deute U)orte, Liebster, klingelt sacht 
U)ie Ruderschlag durch die verträuntte Nacht.. . 
Die alten Bannte uns zu Häupten rauschen, 
Als fielen ihlten sel'ge Ulärchen ein, 
So sie deut flüstern Deiltes Mundes lauschen. 
So ntag auch uns dereinst zu Blüthe sein. . . 
Noch aber steheit wir int Frühlingsschein 
Und wandern still in unsrer Zukunft Laltd. 
Ts glanzt das Thal, wohilt der schad sich wende, 
Zu einem Bund, draus alles Nied're schwand, 
So still vereint liegt Hand in Hand, 
Und Liebe fluthet, Liebe ohite Ende, 
Non Dir zu ntir durch die verschlung'nen Hände. 
Stuttgart. Anna Ztiller.
	        

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