Full text: Hessenland (15.1901)

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Am 15. Februar 1761 Kapitulation von Fritzlar 
unter Narboune au den Erbprinzen von Braun- 
schweig. 
Am 15. Februar 1816 starb Landgraf Ludwig 
von Hessen-Philippsthal, der berühmte Vertheidiger 
von Gaeta, 49 Jahre alt. 
Airs Keimcrth un6 grremöe. 
Unterhaltuugsabend des Vereins für 
hessische Geschichte und L n n d e s k u n d e zu 
Kassel. Der Kasseler Geschichtsvereiu hielt am 
4. Februar den angekündigten Unterhaltnngsabend 
im (Safe Derzeit ab, der sich seitens der Mitglieder 
einer ungewöhnlich großen Theilnahme zu erfreuen 
hatte. Zunächst gab Dr. mecl. Schwarzkops eine 
außerordentlich anziehende und mit lebhaftem 
Beifall aufgenommene Schilderung der Kasseler 
Wachtparade. Hieran anschließend gedachte 
Dr. Henkel der Beschreibung einer im Jahre 1819 
abgehaltenen Wachtparade, aus der Feder des 
unseren Lesern bekannten KlvsterrentmeisterS Wil 
helm Lorenz zu Schlüchtern herrührend, und der 
Vorsitzende, Oberbibliothekar Dr. Brunner, er 
zählte eine Anekdote, die sich aus den Zustand der 
Uniformen der Paradesoldaten unter Wilhelm I. 
bezog. 
Aus Anlaß der 100. Wiederkehr des Todestages 
des Arztes Philipp Otto Cuntz zu Kassel ent 
warf Oberlehrer a. T. Grebe ein kurzes Lebens 
bild dieses Mannes und gedachte namentlich seiner 
Verdienste um den Gesundbrunnen zu Geismar. 
Hierauf machte Dr. Brunner Mittheilung von 
Briefen, welche ans dem Archiv zu Elberberg 
hcrstammeu und einen Einblick in die Art der 
Kriegssührnng während des 16. Jahrhunderts 
gewähren. Dieselben rühren von einem Ritter, 
Otto von Hund, her, dessen Geschlecht in Kirch- 
berg seinen Wohnsitz hatte, dessen Rechtsnachfolger 
die Herren von Buttlar dermalen noch sind. 
Von hohem Interesse waren sodann die Mit 
theilungen Dr. Lange's, welche sich aus die 
Saline Sooden bei Allendorf bezogen. Ein Theil 
der hessischen Ritterschaft übte während der Zeit 
vom 13. bis 16. Jahrhundert unbestritten die 
Herrschaft über das Salzwerk ans. Doch Landgraf 
Philipp begehrte Ende der dreißiger Jahre auch 
seinen landesherrlichen Antheil an den reichen Er 
trägen des Salzgntes. Die Verhandlungen der 
beiderseitigen Beamten konnten die Mißhelligkeiten 
nicht heben und so schickten die Pfänner zwei 
Bevollmächtigte nach Friedewald, wo sie am 24. August 
1539 vom Fürsten empfangen wurden, nm die 
Forderungen auseinander zu setzen. Dabei soll es 
nach dem Protokoll recht stürmisch hergegangen sein. 
Ans Grund genommener Einsicht in die Svodener 
Akten vermochte der Obervorsteher von Banmbach 
nachzuweisen, daß Philipp nicht im eigenen In 
teresse gehandelt habe und daß den Umwohnern 
des Meißners bedeutende Privilegien bewilligt worden 
seien. Im 18. Jahrhundert habe sich ein Herr 
Waitz bei Regelung der bezüglichen Verhältnisse 
große Verdienste erworben und sei infolgedessen 
in den Adelsstand erhoben worden. Auch machte 
Redner noch ans ein Werk im „Salzarchiv" auf 
merksam : Naturgeschichte des Teufels. 
Diese Mittheilung veranlaßte Dr. Brunner, ein 
Schreiben des Landgrafen Ludwig von Oberhessen, 
des zweitgeborenen Sohnes Philipp's, zu erwähnen, 
das bekundet, welche gesunde Anschauungen dieser 
Fürst in jener Zeit über Behandlung von Geistes 
kranken gehabt hat. 
Universitätsnachrichten. Der außerordent 
liche Professor Dr. Paul DreweS in Jena ist 
zum ordentlichen Professor in der theologischen 
Fakultät der Universität Gießen ernannt worden. — 
An derselben Universität habilitirte sich am 9. Fe 
bruar ds. Js. der Oberarzt an der dortigen psy 
chiatrischen Klinik Dr. mecl. Daune m a n n für 
das Fach der Psychiatrie. — An dem an der 
Marbnrger Hochschule eingerichteten ersten Kursus 
für Volksschnllehrer nehmen 216 Lehrer ans 
Marburg und Umgebung Theil. Die Vorlesungen 
finden jeden Mittwoch von 5—8 Uhr Nachmittags 
im Auditorium maxiinum statt. — Eine 1ICIIC 
katholische Studentenverbindung mit den Farben 
weiß-schwarz-weiß hat sich unter dein Namen 
„Borussia" in Marburg gegründet. 
Zn Adam Trabert's achtzig st e in G e - 
bnrtstag. Die kürzlich von mehreren Blättern 
wiedergegeben» Notiz vom achtzigsten Geburtstag 
unseres hochgeschätzten Mitarbeiters A d a m 
T r a bert beruht, wie wir ans bester Quelle mit 
theilen können, auf einem Irrthum. Der verehrte 
Nestor der hessischen Dichter ist, wie die meisten 
Quellen richtig angeben, 1822, nicht 1821 ge 
boren. Eine literarische Würdigung seines reich 
gesegneten Tichterlebens hoffen wir bei passender 
Gelegenheit unseren Lesern bieten zu können.
	        

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