Full text: Hessenland (15.1901)

M 3. 
XV. Jahrgang. Kassel, 1. Fedraar 1901. 
Dem Andenken Wilhelm Grotefend's. 
In geistiger Pollkraft nicht nach Klippen fragen, 
Dem Dergstrom gleich, der sich durch Felsen zwangt; 
Siegreich hervor aus edler Arbeit ragen, 
An der das Der; in heil'gen pflichten hängt; 
And dann das Haupt noch voll von Plänen tragen, 
Daraus die Wahrheit nach dem lichte drängt: 
Kein Gott kann mehr des Mannes Leben schmücken, 
Als dies ihm leuchtend auf die Stirn zu drücken. 
Dies Dild bist Du, verklärter Freund. — Am Grabe 
Perkündct's trauernd treuer Sängermund; 
Dies Dild bist Du, — mit Deines Geistes Gabe 
So früh und jäh entrissen unsrem Kund. 
Dein Schassenstrieb, die schönste Menschen-Habe, 
Zank nun hinab mit Dir zum Grabesgrund, 
Mit Dir hinab, von ew'gem Schlaf umschlossen, 
And jäh entrissen liebenden Genossen. 
O, tragt von Höh" zu Höh', ihr Kessenmälder, 
Im Kauschen unsre Trauerkunde fort; 
Tragt sie, ihr Molken, jetzt, als Trauer-Melder, 
Hin, durch die Thäler, nach der Flüsse Kord. 
Cs klinge durch die Anen, durch die Felder, 
Don Ort zu Ort das schwere, trübe Mort: 
Den hier der Tod als Opfer sich erkoren, 
Der Treusten Einer ging in ihm verloren. 
Dir aber, Freund, gebettet in dem Schreine, 
Darüber ew'ger Frieden winkt als Preis, 
Dir weih' ich, mit den Freunden im Pereine, 
Ein unverwelklich grünend Lorbeer-Reis, 
Denn anf die Gruft, zu Deinem! Leichensteine, 
Leg' ich ein Mort, das nichts von Mandlung weist: 
„Gb Deine Zeit Du hier auch schon durchmessen, 
Im Land zu Hessen bleibst Du unvergessen." 
Carl ppesev.
	        

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