Full text: Hessenland (15.1901)

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Namen, der Vater Daniels, wie sich aus dem 
Späteren ergiebt. Ihm wird hier aufgegeben, zwei 
Fenerlöscheimer zu bezahlen. Die Rechnung von 
1460 enthält die Angabe, daß sein Elsässer Wein 
gekonnt (d. i. geprüft) ist. Also schon er be 
treibt ein Weingeschäft. Im Jahre 1464 sind 
er und Brun Keller durch Miethpsennig zu 
städtischen Unterkäufern angenommen, welche die 
von Bürgern außerhalb gekauften und eingeführten 
Waaren auf der Stadtwaage zu verwiegen und 
nach dem Gewicht eine Abgabe für die Stadt 
zu erheben hatten. Nach der Geschoßliste von 
1458 schoßt Heinckelmann im I. Quartier 2 ’/a Psd., 
dagegen 1460 im III. Quartier 3Va Psd. und 
1465 2 Psd. 
Im Jahre 1469 kommt Heiukelmann nicht mehr 
irr den Listen vor, statt seiner „die Frauwe zum 
Swanen" mit 2^2 Psd. und 1471 der junge 
Swan mit 2 1 /a Psd. 1473 sind nach ein 
ander aufgeführt Elßchen Heiukelmann mit 22 ß 
und Daniel, ihr Sohn, mit 12 ß, ebenso 1474, 
1476 die Heinkelinne und Daniel, ihr Sohn, 
ohne Steuersatz, 1477 — 1479 Else Heiukelmann 
mit 2 1 ß Psd. und Daniel, ihr Sohn, mit 22 ß. 
Die Listen von I486—1489 fehlen. 
In den städtischen Akten verschwindet für diese 
Familie seit 1490 der Name Heinkelman, und 
an seine Stelle tritt durchweg der Name zum 
Schwan, zum Swanen, zum Swain, zum Schwann 
im Schwann, im Swanen, im Swan. Nur das 
Kirchenarchiv fügt 1497 dem neuen Namen den 
alten hinzu. Nach Mittheilung des Herrn Super 
intendenten wird Daniel Henkelman zum Swan 
als Zeuge bei einer Schenkung von 1497 auf- 
gesührt. Der Familiennamen hatte in damaliger 
Zeit noch keinen festen Bestand; der Vorname, 
der in der Taufe beigelegt wurde, war der 
Hauptname, der auch sehr oft alleine vorkommt.*) 
Zuerst, wie es scheint, im Jahre 1490 scheidet 
Daniel's Mutter, die Frau znm Swanen, aus den 
Hebelisten aus und empfängt eine Leibrente (zu 
ttzbgülde) (Ulf S. Jorgentag (23. April).**) 
Das Haus zum Schwanen, nach dem nunmehr 
die Familie sich benannte, wird damals erbaut 
oder erworben sein, als Heinkelman das erste 
Stadtguartier mit dem dritten vertauschte, um das 
Jahr 1460. Zuerst genannt wird es 1469 mit 
Heinkelmann's Witwe, der „Frau zum Swanen". 
In den Stadtrechnnngen finden wir es als eines 
der allgesehensten Gast- Ulld Weillhäilser zuerst 
1474/75 allgeführt. Es heißt dort: „Als der 
Hofineister, nachdem er geschossen gewesen, von 
*) Vergl. unten Ivhann Maler und I. von der 
Leyden. 
**) Stadtrechnungen. 
Köln hier heimgekomnleil ist itnb auch feine Haus 
frau mit sich gehabt hat, auch viele unseres 
gn. H. ehrbare Lellte hergekonimcn sind und int 
Swanen ein Gelag gehabt haben, wurdet! dem 
Hofmeister 2 Viertel und den ehrbaren Leuten 
2 Viertel Wein gegeben." Man kam damals 
aus dem Krieg um das Erzbisthum Köln und 
von der Vertheidigung von Neuß gegen Karl den 
Kühnen zurück. 1477 lud der Hofmeister den 
Rath und andere in den Schwanen zu Mittag. 
Als Hans Marschalk von Waldeck in demselben 
Jahre seinen reitenden Knecht seiner Jahrgülde 
wegen hier hatte, wurde diesem auf Befehl des 
Raths im Schwanen sein Gelag abgethan für 
9 ß 4 0. 
Daß der Schwan am Markte und zwar an 
der Westseite, dicht neben dem an der Südseite 
liegenden Rathhaus lag, da, wo jetzt das Haus 
Nr. 8 sich befindet, ist aus dem Gemälde ans 
der inneren Fläche der linken Flügelthür des 
St. Kathariuenaltars in der Elisabethkirche zu 
ersehen. Als diese Thüre 1511 von Johann 
von der Letzten und sehr wahrscheinlich im Auf 
träge von Daniel zum Schwan bemalt wurde, 
war der Bau des neuen Rathhauses beschlossen 
und begonnen. Das Haus neben dem Schwanen 
auf dem Bilde, an dem die Jahreszahl 1511 
angebracht ist, soll offenbar das Rathhaus dar 
stellen. Wenn es nun auch mit seinen großen 
Bogenfenstern und ohne den Treppenvvrbau nicht 
die Form des jetzigen zeigt, so hat das vermuthlich 
darin seinen Grund, daß der ursprüngliche Plan 
wieder abgeändert wurde. Der auf dem Altar 
bilde ersichtliche Wappenschild, gehalten von ein ein 
Wappenthiere und beschrieben mit dem Buchstaben 
M, kommt fast ganz so auch am jetzigen Rath- 
hause in dem Juppe'schen Steinbilde vor. Das 
Haus mit dem Schwanen enthält ans dem Altar 
bilde unten ciil Bäckereigeschäst und wahrscheinlich 
darüber, dein Pokal nach zu schließen, die Gast- 
wirthschaft. Ein Nachweis, daß die Falllilie 
Heinkelman oder zum Schwan Bäckerei betrieben 
habe, fehlt. In den Geschoßlisten voll 1517 sind 
zuerst die Gemeinen von den Zünften gesondert, 
und weder gelegentlich, noch seit 1517 in den 
Listen der Bückerzunft konnnt die Familie als 
zu dieser gehörig vor, viellnehr Daniel seit 1517 
unter den Gemeinen und sein Sohn Vergilins 
seit 1525 unter den Krämern. Wahrscheinlich 
ist daher das Erdgeschoß ganz oder theilweise an 
einen Bäcker veriniethet gewesen. Eine Angabe 
über die Lage des Hauses findet sich noch in 
den Stadtgerichtsprotokollen von 1532, Freitag 
nach Bonifaeii (7. Juni). Darnach liegt der 
Schwan zu Marburg „gegen Geiln Hans über".
	        

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