Full text: Hessenland (15.1901)

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Geburtstag des letzten Kurfürsten von 
Hessen. Die Grabstätte Seiner Königlichen Hoheit 
des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Hessen' 
ans dem alten Todtenhos zu Kassel war am 
20. August, dem Geburtstage des dahingeschiedenen 
Fürsten, mit Palmen und Kränzen mit Bändern 
in den hessischen Landessarben wiederum reich 
geschmückt. 
V e r m ä h l u n g. Jur Schloß zu Rotenburg a. d. F. 
fand am 16. August d. I. die Vermählung der 
Prinzessin Bertha von Hessen-Philipps 
thal-Barchfeld mit dem Erbgrafen Leopold 
von L i p p e - B i e st e r s e l d im engsten Familien- 
kreise statt. Das Notenburger Schloß ist der 
Wohnsitz der Stiefmutter der Braut, Frau Prin 
zessin Auguste, Wittwe des Prinzen Wilhelm von 
Hessen-Philippsthal-Barchfeld. Die Mutter der 
jetzigen Erbgräfin von Lippe war Prinzessin Juliane 
zu Bentheim-Steinsurt. 
Verlobung. Gras Karl August von 
Schaum bür g, jüngster und jetzt einziger Sohn 
Sr. Durchlaucht des Prinzen Philipp von Hanau, 
hat sich am 10. August d. I. zn Oberurff mit 
Fräulein Anna von Trott zu Solz, Tochter 
des Obervorstehers der hessischen Ritterschaft, Oberst 
leutnants a. D. Theodor von Trott zu Solz und 
dessen Gemahlin Bertha, geb. Freun von Oeyn 
hausen, verlobt. 
Univ ersitätsnachrichten. Der außerordent 
liche Professor Dr. v. Savigny, der aus der 
Sezession deutscher Professoren von der Dominikaner- 
Lehranstalt in Freiburg in der Schweiz bekannt 
geworden ist und in letzter Zeit als Hilfsarbeiter 
im Kultusministerium thätig war, hat einen Ruf 
als ordentlicher Professor für öffentliches Recht, 
Staats- und Verwaltungsrecht nach Marburg er 
halten und angenommen. — Der Privatdozent der 
Philologie, Professor Dr. Wentzel in Güttingen, 
Redakteur des „Gott. Gel.-Anz.", ist znm außer 
ordentlichen Professor in der philosophrscheu Fakultät 
der Universität Marburg ernannt worden. — Der 
Assistent am pharmakologischen Institut der thier 
ärztlichen Hochschule zu München, Hermann 
Friedrich Gm ein er, ist zum außerordentlichen 
Professor in dem veterinär-medizinischen Kollegium 
der Universität Gießen mit Wirkung vom 1. Sep 
tember 1901 ernannt. — Der außerordentliche 
Professor der Medizin Hermann S t e i n b r ü g g e 
in Gießen ist im Alter von 71 Jahren gestorben. 
rrnö Irernöe. 
Todesfälle. In der Nacht vom 15. aus den 
16. August d. I. starb in Kassel der. Oberlandes 
gerichtsrath Herman-n Keßler. 60 Jahre alt, 
infolge eines Herzschlags. Als Sohn des Staats 
archivars Keßler zu Kassel am 3. April 1841 
geboren, besuchte er das Lyceum seiner Vaterstudt 
und das Gymnasium in Hersseld. 1859 bezog er 
die Universität Marburg, um Jurisprudenz und 
Kameralwissenschasten zu' studiren. Marburg ver 
tauschte er später mit Leipzig und Berlin. 1864 
wurde er Obergerichtsreferendar, 1868 Gerichts 
assessor und 1872 Amtsrichter in Grebenstein. 
Nachdem er Amtsgerichtsrath geworden, wurde er 
1884 zum Landgerichtsrath ernannt und nach 
seiner Vaterstadt versetzt, wo er 11 Jahre später 
zum Oberlandesgerichtsrath am Kasseler Ober 
landesgericht befördert wurde. Der Dahingeschiedene 
wär Mitglied des ersten Civilsenats und der 
Referendar-Prüsungs-Kommission. 
Am 20. August starb im Kloster Gorheim bei 
Sigmaringen Pater Aloysius Lauer, Ordens 
general der Franziskaner. Am 28. September 1833 
in Willenroth bei Salmünster geboren, machte er 
seine Studien in Fulda und Paderborn. 1856 
zum Priester geweiht, war er in Fulda längere 
Zeit als Guardian des dortigen Klosters und 
Custos der Provinz thätig, in welcher Eigenschaft 
er für den Orden auch das Kloster Ottbergen bei 
Hildesheim übernahm. Zur Zeit des Kulturkampfs 
ging er nach Nordamerika, wo er das Kloster 
Paterson gründete. Nachdem er 1883 als General- 
Definitor nach Rom berufen worden war, wurde 
er 1889 von dem Generalkapitel zum General- 
Prokurator gewählt. 1895 legte er sein Amt 
nieder und kehrte nach Fulda zurück. Nachdem die 
Union des Ordens vom heiligen Stuhle vollzogen, 
wurde Pater Lauer vom Papst selbst am 3. Oktober 
1897 zum Ordensgeneral der Franziskaner ernannt 
und vom Kardinalpräsekten als solcher im Haupt 
kloster in Rom vorgestellt. In letzter Zeit erkrankt, 
reiste er auf Bitten der Brüder nach Deutschland 
zur Erholung. Seine Leiche wird nach Fulda 
gebracht, wo der Verstorbene im dortigen Kloster 
seine letzte Ruhestätte finden wird. 
Im Nordseebade Blankenberghe ist der Professor 
der Physiologie an der Universität Würzburg 
Geheimrath Adolf Fick im 72. Lebensjahre 
gestorben. Professor Fick, am 3. September 1829 
in Kassel geboren, studirte in Marburg und Berlin 
Medizin. 1851 wurde er Prosektor in Marburg 
und ein Jahr später ließ er sich als Privatdozent 
in Zürich nieder, wo er 1862 Professor der Physio 
logie wurde. In gleicher Eigenschaft ging er 1868
	        

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