Full text: Hessenland (15.1901)

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7 Bataillonen und 7 Schwadronen seinen Marsch 
nach Kassel und dessen Umgegend fortsetzte, wo 
er am 23. April eintraf. 
General Hardenberg sollte mit 3 Bataillonen 
und 2 Schwadronen nach Westfalen abmarschiren 
und am 27. April zu dem in Erwitte und 
Anrichte stehenden Corps des Generals Jmhoff 
stoßen, während dieser nach Hessen zurückkehren 
sollte, um das Jsenburgische Corps zu übernehmen. 
Der Herzog Ferdinand blieb in Ziegenhain bis 
Mitte Mai, um seine Artillerie zu verbessern 
und den Ersatz für 700 Pferde zu bewerkstelligen. 
Die Artillerie erhielt 28 englische Geschütze und 
wurde außerdem noch verstärkt durch 18 zwölf 
und sechspsündige Geschütze, die der Herzog vom 
Grafen von Bückeburg übernahm. Die Infanterie 
wurde durch Neuaushebungen vermehrt und er 
gänzt. Außerdem beschäftigte den Herzog der 
Operationsplan für den neuen Feldzug. Zunächst 
wollte der Herzog in der Defensive bleiben, um 
abzuwarten, was der Feind beginne. Prinz 
Heinrich hatte eine Bewegung nach Bamberg 
unternommen, und der Herzog war vom König 
Friedrich um Hülfe ersucht worden, die er ihm 
auch zu Theil werden ließ, indem er den General 
Urff am 6. Mai nach Franken abordnete. Die 
Kolonne ging über Fladungen, Melrichstadt gegen 
Königshofen vor und streifte bis Bamberg und 
Schweinsurt hin. Der Feind wurde aus der 
Gegend der fränkischen Saale vertrieben und 
gezwungen, das Land bis Bamberg zu räumen. 
Am 16. Mai traf die Abtheilung wieder aus 
Franken bei der Armee ein. 
Das Zusammenbringen von 5000 Wagen zum 
Weitertransporte des Magazins von Friedberg 
ließ nach einem Briefe des Herzogs an den König 
vom 6. Mai vermuthen, daß der Feind irgend 
einen Handstreich plane; doch würde derselbe, 
sobald er von dem Anmarsche des Prinzen Heinrich 
Nachricht bekäme, wohl sich nicht vom Main ent 
fernen. Bevor der Herzog irgend eine Diversion 
zur Offensive mache, wolle er erst die Rückkunft 
des nach Franken detachirten Corps abwarten. 
„Alsdann werde ich das Corps des Generals 
Jmhoff, der setzt die früheren Jsenburgischen 
Truppen kommandirt, Quartiere an der Eder 
beziehen lassen, die Truppen, welche ich nach 
Hessen geführt, werde ich an der Diemel heran 
ziehen, mich selbst aber nach Lippstadt begeben, 
wo sich bereits ein Corps von 9000 Mann mit 
18 Geschützen großen Kalibers befindet."*) 
Der Marschall Contades hatte zwischen dem 
7. und 10. Mai seine Armee am Niederrhein 
enger versammelt und seine Befehlshaber nach 
Düsseldorf beschieden, um ihnen weitere Instruk 
tionen zu ertheilen. Contades hatte seine Lager- 
stellnngen so gewählt, daß es ihm möglich wurde, 
den Feldzug sowohl über Gießen als auch an 
der Lippe eröffnen zu können. Die Entscheidung 
über die Richtung seines Angriffs wollte er von 
der Position des Herzogs Ferdinand abhängig 
machen. Ferdinand glaubte aus diesen Bewegungen 
sowie aus den ihm gewordenen Nachrichten an 
nehmen zu müssen, daß der französische Marschall 
nach Westfalen rücken werde, um dort den Feld 
zug zu eröffnen. Daher sah sich der Herzog 
veranlaßt, auch seine Truppen in Westfalen zu 
sammenzuziehen. König Friedrich erachtete es, 
wie ans seinem Schreiben an den Herzog hervor 
geht, gleichfalls für nothwendig, „in Bezug auf 
Contades nach Westfalen zurückzukehren, um die 
von dem Marschall allenfalls beabsichtigten Unter 
nehmungen persönlich zu beobachten".**) 
) non dem Knesebeck, Briefe rc. 
Ebenda. 
(Schluß folgt.) 
Kessen in der Bürgerschaft Danstgs 
von 1562—1754. 
Ans den Danziger Bürgerbüchern mitgetheilt von Karl Knetsch.*) 
(Laspar Seile von Hrankfort am TUein, ein 
Satler. 1562, September 19. 
Dirck Ackerman von Bidenkop uth Hessen, 
ein Kopman. 1564, Mai 27. 
*) Die im Staatsarchive zu Danzig beruhenden Bürger 
bücher beginnen bereits mit dem Jahre 1400; aber erst 
seit 1557 ist die Heimath der neuaufgenommenen Bürger 
angegeben. Wir schließen das Verzeichniß der Danziger 
Hessen, denen wir als nächste Nachbarn noch die Waldecker 
Hans Reichorth von Szigenhagenn außrn 
Landth zu Hessen, ein Schuster. 1565, April 20. 
Jorgen U)aygell von U)etzler außem Landt 
zu Hessen, ein Weinschenck. 1568, Januar 31. 
und Frankfurter angereihet haben, mit dem Jahre 1754. Wir 
haben einige Namen wie Hanß Knoblauch, Hans Schmudde, 
Johan Stricher von Rotenburg und Jacob Thorey aus Allen- 
dorff doch hier aufgenommen, obwohl es nicht durchaus sicher 
ist, daß gerade die hessischen Orte dieses Namens gemeint sind.
	        

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