Full text: Hessenland (15.1901)

M> 15. 
XY. Jahrgang. Kassel. 1. Anguss 1901. 
Zommer. 
Siehst du der Sommertage Glüh'«, 
wie alles prangt im zarten Duft? 
An Decken rothe Rosen bliih'n, 
Und Amselstibel füllt die Luft. 
Siehst du des Frühroths Feuerschein, 
Das Dunsten, das durch Schilf und Rohr, 
vom Flusse und vom Tannenhain 
Zuin Fimmel sachte steigt empor? 
m ü n ch e n. 
Horst.du der Schwalben Morgenpsalm, 
Der von dem Dachfirst zwitschernd hallt? 
Die Grille, die auf schwankein Halm 
Sich wiegt? Des Kuckucks Ruf im Wald? 
Rings Sommerpracht in Wald und Feld, 
Der Lrntefegen der Natur: 
„Der liebe Gott geht durch die Welt, 
Und Engel zeichnen feine Spur". 
M. von Ckensteen. 
Schon blinken blaffe Silbersterne, 
Die Nachtigall im Busche singt, 
Und aus des Abends rother Ferne 
Lin Wanderlied herüberklingt. — 
Aassel. 
PiicDtbegimi. 
Nachtvögel flattern scheu i^nd schweigend 
Durch sammetblauen Dämmerschein, 
Und, langsam alle Farben gleichend, 
Hüllt stille Nacht die Landschaft ein. 
August Sotthsrü. 
Var vaus. 
Das ist das Haus der letzten Ruh'; — 
warum schmückt ihr so schön das Haus? 
Daß in der reichgeschnitzten Trnh' 
Lin ganzes Loben ruhe aus. 
Das ist das Haus der letzten Ruh'. — 
warum steht ihr so lang umher? 
wir warten, bis die Thüre zu, 
Des Hauses Thüre groß und schwer. 
Das ist das Hans der letzten Ruh'; — 
warum strömt denn kein Licht hinein? 
Du warst dem Licht so ferne, du I 
Und willst zum Schlafen Sonnenschein? 
München. 
6ustav Aüoll iNüller.
	        

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