Full text: Hessenland (15.1901)

179 
Am 24. Juni 1244 wurde Heinrich, Prinz von 
Brabant, Enkel der heiligen Elisabeth und Stamm 
vater des hessischen Fürstenhauses, als solcher 
Heinrich I. oder das Kind genannt, geboren. 
Am 24. Juni 1532 wurde Wilhelm IV. der 
Weise, Landgraf Philipp's des Großmüthigen ältester 
Sohn, geboren. 
Am 24. Juni 1700 Gefecht bei Treysa zwischen 
den Franzosen und den Alliirten. 
Am 25. Juni 1632 starb zu Rinteln der Pro 
fessor der Theologie Josna Stegmann, als Prediger 
damals mit Recht berühmt und als Dichter geist 
licher Lieder noch heute bekannt. 
Am 26. Juni 1296 Theilnngsvertrag zwischen 
Landgraf Heinrich I. und seinen Söhnen beider 
Ehen, vermöge dessen Otto Oberhessen, Johannes 
Niederhessen bekam. 
Am 26. Juni 1791 erschoß sich der bekannte 
Schriftsteller Johann Heinrich Merck zu Darmstadt, 
in früheren Jahren Goethe's vertranter Freund. 
Am 26. Juni 1820 Grundsteinlegung der 
Katlenburg in Kassel. 
Am 28. Juni 1597 starb Kurt von Grifte, 
der letzte dieses alten und angesehenen Adelsgeschechts. 
Am 29. Juni 1684 brannte die Stadt Naum 
burg bis auf ein einziges kleines Hans ab. 
Am 30. Juni 1760 Uebersall von Fritzlar und 
Einnahme von Marburg durch die Franzosen. 
Gra tnlati v ns schreiben an Oberhof 
rath Stein von Professor E. G. Bal - 
dinger. Ein recht selten gewordenes Flugblatt 
hat die Worte für die Nachwelt aufgehoben, in 
-» 
Aus Kerrnuth 
Der Verein für hessische Geschichte und 
Landeskunde wird seine diesjährige Jahres 
versammlung zu Rotenburg a. F. in der 
Zeit vom 29. bis 31. Juli d. I. abhalten. 
Ter Berein für hessische Geschichte und 
Landeskunde zu Kassel unternahm an: Sonn 
abend den 8. Juni einen Ausflug nach der unweit 
Römersberg gelegenen Altenburg. Nahezu 40 
Theilnehmer hatten sich zu der Fahrt eingefnnden. 
Aus der Endstation Zimmersrode stand ein von 
Herrn Baron von und zu Gilsa zur Versüguug 
gestellter Wagen bereit, die ältern Herren nach dem 
Zielpunkt der Reise zu bringen, während die jüngeren 
Mitglieder es vorzogen, den Weg dahin zu Fuß 
zurückzulegen. Der erste Vorsitzende des Vereins, 
Herr General Eisentraut, hatte es freundlicher 
welchen der originelle Professor Val ding er in 
Marburg am 5. April 1796 seinem Freunde, dem 
Oberhofrath Stein zum Geburtstage Glück wünschte. 
Baldinger war bekanntlich in seiner Jugend als 
Feldscheer bei der Armee Friedrichs II. von Preußen 
beschäftigt, ehe er den Pflasterkasten mit dem 
akademischen Lehrstuhl vertauschte. *) Das Schreiben 
lautet: 
„Wie könnte ich am heutigen Tage den Ans 
gang von Gottes Sonne sehn, ohne dem großen 
Baumeister der Welten Thränen des Dankes, der 
Liebe und der Freundschaft, meine ganze Seele zu 
opfern, der mich abermals das Glück erleben ließ, 
meinen unaussprechlich geliebtesten Freund Stein 
an seinem Geburtstage so fröhlich und heiter küssen 
zu können. — Ewiger, Allmächtiger, Selbstständiger 
Dir danke ich mit Thränen für alle Deine mir 
so öffentlich bewiesene Wohlthaten, daß ich selbst 
noch da bin und öffentlich Dich preisen kann, der 
Du mir das Leben erhieltst. Für mich hat der 
Tod nichts Schreckliches, aber das Leben für 
Freunde und Freundschaft ist der Himmel ans 
Erden. Erleben Sie, bester Freund, daß ich tob 
bin und in ihrer Nachbarschaft wieder zu Erde 
werde. — Wir sehen uns jenseits des Sarges 
und des Grabes wieder! 
Non omnis moriar!" 
K. v. H. 
*) Vgl. über Baldinger im klebrigen den Aufsatz von 
Friedrich Münscher in „Hessenland" 1889, S. 130 ff. 
sowie die treffende Charakteristik, welche K. C. v. Leon 
hard in dem Buche „Ans unserer Zeit in meinem Leben" 
(Stuttgart 1851), Bd. 1, S. 89 ff. von ihm giebt. 
(Anm. der Red.) 
-«* 
und ghremöe. 
Weise übernommen, die Besucher der Burg mit 
dem Bau und der Bedeutung derselben bekannt zu 
machen. An der Hand einer Skizze gab er hoch 
interessante Aufschlüsse über die Anlage der Alten 
burg, die nicht Wohnsitz eines berühmten Ritter 
geschlechtes gewesen sein kann, sondern den Um 
wohnern dortiger Gegend in drangsalvoller Zeit 
zum Zufluchtsort gedient haben muß. Mehrere 
concentrisch angelegte Wälle von bedeutender Alls 
dehnung umschlossen das Hochplateau, das nach 
Südosten hin durch einen steilen Abhang natürlichen 
Schutz bot. Hier findet sich auch noch die Brunnen- 
anlage, deren Reste darauf schließen lassen, daß 
doch nur eiil mäßiges Qllantnm Wasser geliefert 
werdeil konilte. Verschiedene Funde thun dar, daß 
oben Lehinhütteil erbaut worden sind zum Schutz 
der sich hinter den Wüllen bergenden Flüchtlinge.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.