Full text: Hessenland (15.1901)

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Durch den Versuch der agnatischeu Verknüpfung 
der v. Lauter mit den in Grvßen-Lüdcr ansässig 
gewesenen beiden Rittergeschlechtern ist die Frage 
mehr verwirrt, als geklärt worden. Die genea 
logischen Tafeln des Herrn Schäfer sind für die 
ältere Zeit ganz unhaltbar, ebenso wie seine 
heraldischen Ausführungen. 
Zum Kriegszahr 1759. 
I. Me Operationen des Herzogs Ferdinand non Orann schweig gegen die 
Franzosen in Hessen inr Frühjahre 1759. 
Von Dr. pliil. Berger in Gießen. 
(Fortsetzung.) 
5. Are Schlacht der Sergen am 13. Sprit 1759. 
Das Schlachtfeld. 
Das Plateau von Bergen ist ein Theil des 
Höhenzuges, der sich zwischen Nidder und Bracht 
von dem Vogelsgebirge abzweigt und in südlicher 
Richtung nach Frankfurt weiterläuft und dort 
endigt. Ueber den vom Vogelsgebirge sich ab 
lösenden Höhenzug führt von Fulda aus über 
Freiensteinau, Büdingen, Marköbel, an dem so 
genannten Wartbaunre bei Windecken vorbei 
zwischen Roßdorf und Kilianstädten, Bergen nach 
Frankfurt die sogenannte „hohe Straße". 
Nordwestlich von Bergen erhebt sich das so 
genannte „Wartseld" bis zu seinem höchsten 
Punkte, einem alten Thurme, der „Berger Warte", 
die mit einem alten Graben umzogen ist. Von 
der Berger Warte ans, die etwa 8 Minuten 
westlich vom Orte entfernt liegt und eine herr 
liche Aussicht insbesondere nach der Mainebene 
gewährt, wird die ganze Gegend beherrscht. 
Nördlich des Ortes beginnend zieht vor der 
Berger Warte her über die freie Ebene ein un 
bedeutender, aber den Bewegungen der Kavallerie 
immerhin hinderlicher Hohlweg, der durch den 
Vilbeler Wald führt und zuletzt in einem moor 
artigen Grunde des Niddathales endigt. 
Oestlich von Bergen fällt das Plateau nach 
dem Dorfe Bischofsheim steil ab. Der südliche 
Abhang dieser Hochebene, der allmählich in die 
Mainebene übergeht, ist zwischen Bergen und 
Enkheim am steilsten. 
Nach Nordosten erhebt sich etwa 8 Minuten 
vom Orte in gleicher Entfernung wie die Warte 
das Plateau ein wenig zu einem kleinen Hügel, 
der früher der „hohe Stein" hieß. 
Nach Westen fällt das Plateau nach der Mar 
burg - Franksurterstraße allmählich ab und sollte 
die Rückzugslinie des Herzogs Broglie bilden. 
Ueber die Berger Hochebene führen außer der 
hohen Straße nach Norden hin mehrere Feldwege 
in der Richtuna Vilbel. Gronau und Dorielden, 
die bei Regenwetter für die Bewegung der Truppen 
schlecht geeignet sind. 
Der Flecken Bergen liegt ain Südabhange des 
Plateaus und war mit einer starken, jetzt noch 
zum Theil bestehenden Mauer umgeben. Im 
Westen und Osten dieser Mauer befinden sich die 
Hanptausgünge und schließen mit ihren Thoren 
die von Westen nach Osten durch den Ort führende 
Hauptstraße. 
Rings um den Ort, namentlich auf der Ost 
seite, ziehen sich zahlreiche Obst- und Gemüse 
gärten, die von Hecken eingeschlossen sind. Aus 
derselben Seite zieht sich von Süden nach Norden 
durch die Gärten ein auf die hohe Straße führender 
Hohlweg, der das Vorgehen gegen diese Front 
erschwerte. An dem Abhange südöstlich vom Orte 
namentlich nach dem Dorfe Bifchofsheim hin sind 
Weinberge angelegt, die. den Zugang von dieser 
Seite her hemmen. 
Die Stellung der Franzosen in und um 
Bergen. 
Nechter. Flü gel. 
(23 Bataillone.) 
Der rechte Flügel der französischen Armee 
lehnte an den Flecken Bergen an. In dem Orte 
und um denselben waren 8 Bataillone der Regi 
menter Royal - Suodois, Royal Deux-Ponts, 
Waldner und Planta mit 16 leichten Geschützen 
vertheilt. Die Mannschaften standen zum Theil 
in den Gärten, in denen man durch Fällen der 
Bäume künstliche Verhaue hergestellt hatte, zum 
Theile auch gedeckt hinter der abgetragenen Mauer 
des Ortes. 
Zu ihrer Unterstützung waren hinter dem 
Flecken an der Westseite 15 Bataillone der 
Regimenter Piemont, Royal Roussillon, Alsace, 
Castella, Diesbach, Rohan und Beauvoisis in 
drei Treffen, und zwar im vorderen 7, im zweiten 
und dritten je 4 Bataillone aufgestellt. Diese 
23 Bataillone wurden befehligt vom Prinzen 
Camille von Lothringen.
	        

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