Full text: Hessenland (15.1901)

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Bei dem bevorstehenden Quartalswechsel möchten wir nicht versäumen, unsern verehrten Lesern 
und Mitarbeitern für das dem „Hessenland" unter der neuen Redaktion entgegengebrachte Vertrauen 
Dank zu sagen und die dringende Bitte anzuknüpfen, uns auch im kommenden Quartal nach Kräften 
zu unterstützen. 
Wir werden, crmuthigt durch den bisherigen Erfolg, noch mehr als früher bemüht sein, den 
verschiedenen Aufgaben des „Hessenland" nach allen Seiten gerecht zu werden und den Inhalt desselben 
so reichhaltig und mannigfaltig wie möglich zu gestalten. Nichts Hessisches soll uns fremd sein — 
Alles, was unser engeres Vaterland betrifft, soll liebevolle Pflege in dem Rahmen unserer Zeitschrift 
finden. Was uns Hessen vereint, utdjt was uns trennt, wollen wir pflegen. Darum wird nach wie 
vor sich das „Hessenland" von allen politischen und sonstigen Streitfragen fernhalten. 
Wie die Zahl unserer Leser in erfreulicher Zunahme begriffen ist, so haben auch immer mehr- 
namhafte Gelehrte und Schriftsteller ihre Mitarbeit am „Hessenland" zugesagt. Außer den bereits früher 
angekündigten Arbeiten sind wieder eine Reihe neuer Beiträge eingelaufen. Auf historischem Gebiet 
bewegt sich eine neue fesselnde Studie unseres bestens eingeführten Mitarbeiters Dr. pliil. Arrgör in 
Gießen: „Zur Geschichte der Rösngiös- nnd Waldenser-Ansiedlungen in Hessen-Darmstadt", desgleichen 
eine solche über „Das Centgericht im Amt Auersberg" von Richard Derget in Kassel, ferner sind 
wir durch Vermittlung unseres Mitarbeiters Ferdinand Nnnlrei in Berlin in den Besitz werthvoller 
handschriftlicher Aufzeichnungen zur Geschichte des Dorfes Dörnigheim a. M. gelangt. Auch zwei 
neue numismatische Beiträge unseres geschätzten Mitarbeiters Pros. Dr. Pani Meinmeister in Leipzig 
über „Hessische Sterbemünzen" und „Wahlsprüche auf hessischen Münzen" sind uns zugegangen. 
Unsere besondere Fürsorge werden wir künftig der Pflege hessischer Kunstgeschichte widmen. Neben 
den periodischen Berichten unseres ständigen Theater- und Musikreserenten werden wir solche über 
Kunstleben und Kunstschaffen aus der Feder unseres Landsmanns Kunstmaler Fouis Kahenstrin 
veröffentlichen und in Kürze mit dem Abdruck eines einleitenden „Rückblickes über 50 Jahre Kasseler 
Kunstzustände" desselben Autors beginnen. Endlich werden Studien über „Die Jweinbilder im Hessen 
hof zu Schmalkalden" durch Pros. Dr. P. I. Mryrr, herzogl. Museumsdirektor in Braunschweig, 
über Ludwig Grimm durch Dans Dltmäller in Kassel und über L udwig Sch unke, den 
Freund Robert Schumanns, durch Milhelrn Kennerlre in Kassel zur Veröffentlichung gelangen. 
Auch auf belletristischem Gebiet verfügen wir über reichhaltigen und gehaltvollen Stoff. Außer 
formvollendeten hochdeutschen und mundartlichen Gedichten der verschiedensten Autoren befinden 
sich eine Reihe anziehender Novellen, Skizzen und Erzählungen von M. v. Eschen, M. v. Esten- 
steen, Therese Kelter-Kellner, Denriette Keller-Jordan, Malvida n. Wrysrnlmg, 
Ferdinand Runkel u. a. in unserer Mappe. 
So glauben wir hoffen zu dürfen, daß das „Hessenland" bald in jeder hessischen Familie, 
wo Sinn für Pflege hessischer Stammeseigenthümlichkeit, hessischer Geschichte, hessischer Literatur nnd 
hessischer Kunst herrscht, ein regelmäßiger Gast werden wird, wozu es aber wie bisher vor allem der 
freiwilligen Mithülfe neuer Freunde und Abonnenten bedarf. 
Marburg, im Juni 1901. 
Die Redaktion des „Hessenland". 
Für die Redaktion verantwortlich: Dr. W. Schoof in Marburg. Druck und Verlag von Friedr. Scheel, Kassel.
	        

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