Full text: Hessenland (15.1901)

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Am 19. Dezember 1812 starb der hessische 
Geschichtsforscher Rath Konrad Wilhelm Ledderhose. 
Am 20. Dezember 1760 brannte die Spitze des 
Stadtkirchenthnrms zu Hersfeld ab, der bis dahin 
der höchste Kirchthurm in Hessen gewesen war. 
Ein Blitzschlag hatte das Feuer verursacht. 
Am 20. Dezember 1775 wurde durch landes 
herrliche Verordnung eine neue Benennung der 
Straßen der Residenz Kassel eingeführt, welche 
aber der Hauptsache nach aus die Aenderung der 
Inschriften an den Straßenecken beschränkt blieb. 
Alle Apostel und zahlreiche Heilige wurden dazu 
aufgeboten, iiUs Volk sind diese neuen Namen 
aber niemals gedrungen. 
Am 21. Dezember 1647 richtete der hessen-kasselsche 
Vertheidiger des Marburger Schlosses Oberst Stauf, 
der sich nach dem Fall der Stadt am 14. Dezember 
dahin zurückgezogen halte, einige schwere Schüsse 
auf das von ihm ausgekundschaftete am sog. Grien 
(Grün) befindliche Quartier des kaiserlichen Generals 
Peter Melander, Grasen von Holzapfel, die denselben 
sowie den Markgrafen von Baden beim Essen ver 
wundeten und den Wachtposten tödteten. Bald 
daraus sahen sich die Kaiserlichen zum Abzug be 
wogen. (Wegen dieses Tages ist zu vergleichen 
Hessische Chronik, Marburg 1855, S. 73 s.) 
Am 2k. Dezember 1767 wurde mit Schleifung 
der Kasseler Festungswerke der Anfang gemacht. 
Am 21. Dezember 1821 erlitten Sontra wie 
Nentershausen schweren Brandschaden. 
Am 22. Dezember 1550 unternahm Hans Rommel 
zu Mecheln den vergeblichen Versuch, seinen Herrn 
den Landgrafen Philipp aus der Gefangenschaft zu 
befreien. 
Am 23. Dezember 918 starb der deutsche König 
Konrad I., der Hessengraf (s. „Hessenland" 1887, 
S. 2). 
Am 23. Dezember 1831 schlossen das Königreich 
Hannover und das Kurfürstenthum Hessen einen 
Vertrag, durch welchen die bisherigen Gemeinschaften 
in den Grenz- und Kompromißorten aufgehoben 
wurden. Pohle, Laubach und Mollenselde fielen 
an Hannover, Nieste und Wahnhausen an Hessen. 
Am 24. Dezember 1634 wurde Sontra von den 
Kroaten niedergebrannt. 
Am 26. Dezember 1776 wurden die Truppen 
des hessischen Obersten Nall (1000 Mann mit 
26 Offizieren) bei Trenton am Delaware in Nord 
amerika überfallen und nach tapferer Gegenwehr 
.theils niedergemacht, theils gefangen genommen. 
Oberst Nall selbst, der es versäumt hatte, die 
nöthigen Sicherheitsmaßregeln zu ergreifen, fiel. 
Am 27. Dezember 1583 starb Graf Georg Ernst 
von Henneberg, der Letzte feines Stammes, worauf 
Hessen den getroffenen Abmachungen entsprechend 
von Schmalkalden Besitz ergriff (s. „Hessenland" 
1899, S. 214 ff.). 
Am 28. Dezember 1651 entstand zu Zierenberg 
ein großer Brand. 
Am 31. Dezember 1760 verstarb Marie Amalie 
verwittwete Freiin von Schlitz genannt von Görtz, 
geborene von Wallenstein, die Letzte ihres Geschlechtes, 
Stisterin des sreiadeligen Stifts Wallenstein (vgl. 
„Hessenland" 1899, S. 301). 
Am 5. Januar 1901 sind 70 Jahre ver 
gangen, seit die k n r h e s s i s ch e Verfassung vom 
5. Januar 1831 iiUs Leben trat. Mit welcher 
Begeisterung dies Ereigniß seiner Zeit begrüßt 
wurde, ist ja hinlänglich bekannt. Eine der 
zahlreichen Huldigungen, welche infolge dessen 
damals an Landesherrn und Stände ergingen, 
bringen wir als besonders charakteristisch hier zum 
Abdruck. Es handelt sich um den „Gruß 
zum Neujahre 183 1 des 18. Bürger- 
Bataillons zu Fulda an die hochverehr- 
lichen Herrn Land stände in Kassel", welcher 
folgendermaßen lautet: 
Trug und Arglist sind verschwunden; 
Nasch entfloh der falsche Schein. 
Dieses Jahres erste Stunden 
Sollen uns so hoch erfren'n! — 
Seht, der Strahl der Morgcnsonne, 
Weckt uns fröhlich zu dem Tag! 
O, in reiner Himmelswonne, 
Bebet uns'res Herzens Schlag! 
Chor: 
Konstitution! Du Himmel! 
Deine Bläue — ewig klar! 
Freudig drängt sich im Gewimmel 
Heute treuer Bürger Schaar. 
Seid gegrüßt, ihr wackern Männer, 
Die ihr fest den Grund gelegt. 
Euch erkennt der bied're Kenner; 
O ihr habt ihn hoch bewegt. — 
Hoffnung. Hoffnung glänzt uns helle: 
Denn des Schiffes Wimpeln weh'n. 
Ruhig ebnet- sich die Welle. 
In den Hafen wird es geh'n. 
Chor- 
Seine Anker sind gelichtet, 
Durch der Wackern schwere Müh'n. 
Unsre Herzen sind verpflichtet, 
Daß sie euch in Dank erglühn. 
Trocken wird die heiße Zähre, 
Die der Biedermann geweint. 
Euch, ihr Männer, sei die Ehre, 
Die den Fürst dem Volk vereint! 
Die mit Wahrheit zu ihm traten, 
Zu ihm sprachen ohne Scheu. 
Unparteiisch im Berathen, 
Zeigtet ihr euch fest und treu.
	        

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