Full text: Hessenland (15.1901)

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asten von Privatdozent Dr. H. Glagau, sowie 
die mit Unterstützung der Kommission erscheinende 
Schrift von Die. theol. fy. Herrmann: Das 
Interim in Hessen. Beide Werke werden demnächst 
den Stiftern und Patronen zugehen. 
Fuldaer Urknndenbnch. Herr Pros. Tangl 
hat im Herbst in dem Münchener Staatsarchive 
eine erfreuliche Ausbeute au unedirten Fuldensien 
zu gewinnen vermocht und das Manuskript für den 
ersten Band abgeschlossen. Der Druck wird sofort 
nach Pfingsten beginnen und ohne Unterbrechung 
fortgesetzt werden. 
Landtagsakten. Herr Dr. Glagau gedenkt 
die Bearbeitung des zweiten Bandes alsbald in 
Angriff zu nehmen und hofft sie in Verhältnis- 
mäßig rascherer Zeit als die des ersten vollenden 
zu können, weil die Materialien für den nächsten 
Zeitraum weit weniger zerstreut sind. Allerdings 
vermag er in Zukunft nicht mehr seine volle Kraft 
dieser Ausgabe zu widmen, weil er auch durch 
anderweitige Arbeiten in Anspruch genommen ist. 
Chroniken von Hessen und Waldeck. 
Nach dem Bericht des Herrn Prof. Wenck hat 
Herr Dr. Diemar die Bearbeitung der beiden 
Chroniken von Gerstenberg, deren Beendigung für 
Weihnachten 1900 in Aussicht gestellt war, leider 
noch nicht zum Abschluß bringen können. Herr 
Dr. Diemar hofft indessen, sein Ziel bis zum 
Herbst des laufenden Jahres zu erreichen. Der 
Vorstand wird sich angelegen sein lassen, die Er 
ledigung dieser Ausgabe, die er von vornherein für 
dringlich angesehen hat, in jeder Weise zu be 
schleunigen. Die von Herrn Dr. Diemar an 
geregte Frage der Wiedergabe der in der Original 
handschrift Gerstenberg's enthaltenden Illustrationen 
kann erst nach einer näheren Untersuchung und 
Vergleichung mit zeitgenössischen Stichen und Holz 
schnitten entschieden werden. Herr Dr. Jürges 
hat die Bearbeitung der Waldeckischen Chroniken 
insoge dringender Berufsgeschäfte nicht in dem 
Maße fördern können, wie er gehofft, doch sind 
seine Arbeiten rüstig weitergediehen. Insbesondere 
haben eine iü Arolsen befindliche Sammlung von 
Briefen von und au Klüppel, die Herr Prof. 
V. Schulze in Greifswald aufgefunden, sowie ein 
Stadtbuch von Eorbach sehr willkommene und zum 
Theil überraschende Ausbeute gewährt. 
L a u d g r a f e u r e g e st e n. Herr Geh. Archivrath 
Dr. Könn ecke hat seine Sammlungen auch im 
vergangenen Jahre stetig vermehrt und hofft nach 
Gewinnung einer gegeigneteu Hilfskraft in nicht zu 
ferner Zeit au die Bearbeitung herantreten zu können. 
Ortslexikou. Die von der im letzten Jahres 
bericht erwähnten Kommission ausgearbeiteten „Vor 
schläge für die Ausarbeitung historischer Ortschafts 
verzeichnisse" sind von der Generalversammlung der 
deutschen Geschichtsvereine in Dresden am 27. Sep 
tember l900 angenommen worden. Herr Archiv 
rath Dr. R e i m e r, welcher Mitglied jener Kommission 
gewesen, gedenkt diesen Vorschlägen gemäß zu ver 
fahren und hat die Arbeiten für das Ortslexikon 
tüchtig gefördert. Einen Termin für die Vollendung 
vermag er indessen noch nicht anzugeben. 
Urkundenbuch der Wetterauer Reichs 
städte. Herr Dr. Foltz hat im vergangenen 
Jahre die Arbeiten für das Urkundenbuch von 
Friedberg eifrig fortgeführt, sodaß mit der Druck 
legung des ersten Bandes im Sommer wird be 
gonnen werden können. Er hat im Herbst 1800 
die Archive in Koblenz, Wiesbaden, Darmstadt, 
Frankfurt, Büdingen, Lich, Assenheim und Wetzlar 
mit gutem Erfolge aufgesucht und vornehmlich die 
sowohl von diesen Archiven, namentlich von Darm 
stadt, als auch von dem in Wernigerode und von 
dem Germanischen Museum in Nürnberg in liebens 
würdigster Weise nach Marburg gesandten Fried- 
bergensieu ausgearbeitet. Außerdem hat Herr Ober 
lehrer Dr. H. Arendt in Hanau das im letzten 
Jahresbericht ausgeführte Friedberger Stadtbuch 
im British Museum in London für das Urkunden 
buch erschöpfend bearbeitet. 
H e s si sch es Tra chtenbuch. Herr Geh. Rath 
Prof. Justi hat die dritte Lieferung soweit vor 
bereitet, daß ihr Erscheinen für das laufende Jahr 
iu sichere Aussicht gestellt werden kaun. 
M ü n z w e r k. Herr Oberlehrer Dr. Buchenau 
in Weimar hat die Arbeit infolge persönlicher 
Verhältnisse nur wenig fördern können, aber einige 
interessante Vorarbeiten (den Fuldaer Brakteaten- 
fund und die iu Nürnberg vorhandenen hessischen 
Brakteaten) erledigt. 
Ferner hat der Vorstand aus den Antrag der 
Herren Professor Dr. Brandt und Archivar 
Dr. Küch die Herausgabe der „Urkundlichen 
Quellen zur Geschichte Landgraf Philipp's 
des Großmüthigen" beschlossen. Die Be 
arbeitung haben die Antragsteller übernommen, 
Herr Dr. Küch mit dem Vorbehalt, sich zunächst 
anderer Verpflichtungen zu entledigen. Dennoch 
hoffen sie, daß der erste Vaud (etwa bis zum 
Torgauer Bunde von 1520) als Festgabe der 
Kommission zur vierten Centeuuarfeier der Geburt 
Philipp's im Jahre 1904 wird erscheinen können. 
Die Einzelheiten des Plaues für das recht weit 
ausschauende neue Unternehmen werden durch einen 
Ausschuß, bestehend aus den Herren von Below, 
Höhlbaum und von der Ropp, in Ge 
meinschaft mit den Herren Bearbeitern sestzustelleu 
sein, während für die finanzielle Sicherung des 
Werkes geeignete Schritte gethan werden sollen.
	        

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