Full text: Hessenland (15.1901)

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rühmend des hessischen Grenadierbataillons, „welches 
Wunder der Tapferkeit verrichtete".*) 
4. Aer Marsch von Fulda noch Mindrcken. 
Am 10. April brach die Armee ans ihren 
Kantonnirnngen bei Fulda auf: Die rechte 
Kolonne unter dem Prinzen von Holstein ans 
Stockhausen über Altenschlirf, Weidmoos, Greben 
hain, Gedern, Ortenberg, Selters, Stockheirn, 
Lindheim, Altenstadt, Höchst, Eichen, Heldenbergen 
bei Windecken. 
Die mittlere Kolonne unter dem Erbprinzen 
von Braunschweig nahm ihren Weg über Freien 
steinau, Wolferborn, Büdingen, Eckhardshausen, 
Langenbergheim, Marköbel, von da zum Theil 
aus der hohen Straße nach dem sogenannten 
„Wartbaum"**) bei Windecken, dem Rendezvous- 
platze des anderen Tages, zum Theil über Ostheim 
nach Windecken. Das dritte Corps, die linke 
Flügelkolonne unter dem Prinzen Isenburg, 
marschirte über Birstein, Wächtersbach, Geln 
hausen, Langenselbold, Rüdigheim, Marköbel nach 
Windecken. 
Am 10. April wurde der Oberst vom Regiment 
Piemont, Graf von Esparbes, genöthigt, sich ans 
Birstein zurückzuziehen. Der Herzog Broglie, der 
anl 11. früh Morgens Nachricht hiervon erhielt, 
ließ den Marquis von Castries nach Gelnhausen 
marschiren, „um, wenn es möglich wäre, diesen 
Punkt, gegen welchen sich der Herr d'Esparbes 
*) von b e m Knesebeck, Briefe rc. 
**) Der auf der Windccker Höhe stehende Lindenbauin, 
„Wartbaum" genannt, soll zur Erinnerung an die Be 
freiung Hanaus im NOjährigen Kriege durch Landgraf 
Wilhelm V. von Hessen-Kassel gepflanzt worden sein. 
Auf dieser Höhe machte der Landgraf am 12. Juni 1630 
mit seiner Armee halt und meldete durch Abfeuern von 
Kanonenschüssen den bedrängten Bewohnern Hanaus seine 
Ankunft an. 
zurückzog, und der eigentlich der Ausgang an 
dem engen Passe des Kinzigthales war, zu be 
haupten, oder aber, sofern die Feiilde also stark 
wären, die Truppen, die sich zwischen diesem 
Posten und Gelnhausen befanden, unterhalb Hanau 
zllrück zu ziehen".*) 
Hütte der Feind diesen Paß bei Gelnhausen- 
Wirtheim behauptet, was nicht allzuschwer hätte 
fallen müssen, so wäre die Abtheilung des Prinzen 
Isenburg von der Hanptarmee abgeschnitten worden. 
Es ist dies derselbe Paß, durch den am 29. Ok 
tober 1813, nach der Schlacht bei Leipzig, mit 
seiner geschlageilen Armee Napoleon marschirte, 
und den genügend zu besetzen die Verbündeten 
später gleichfalls versäumten, svdaß Napoleon, als 
er glücklich aus diesem Engpässe entkommen, aus 
rief: „Nun bin ich in Paris!" 
„In Willdecken, allwv deö Herzog Ferdinands 
Durchlaucht das Hauptquartier nahmen, fand 
unsere avantgarde, aus Husaren llnd Hannoverschen 
Jägern bestehend, die Equipage des feindlichen 
Regiments von Roussillon, nahmen selbige weg 
und machten etliche und 60 gefangene."**) Da 
denl Regimente Roussillon schon anr 12. von dem 
Herzoge Broglie in Bergen eine bestimmte Stelle 
bei dem Angriffe am 13. angewiesen wurde, so 
kann es sich bei dem Ueberfall in Windecken nur 
nrn eine Abtheilung des betreffenden Regiments 
handeln. Vermuthlich kam diese Abtheilung von 
Friedberg, von wo sie einen Provianttransport 
auszuführen hatte. Vorposten sind jedenfalls 
nicht bis Windecken ausgestellt gewesen. Auch 
muß die Vorpvstenkette bei Dorfelden und Gronau 
schwach gewesen sein, wie ja auch Vilbel nicht 
stark besetzt war; sonst hätten die leichten Truppen 
den Feind nicht so schnell ans dem Orte geworfen. 
*) Marbnrger Archiv-Akten. 
**) Ebenda. 
(Fortsetzung folgt.) 
4X4- 
Sätiaerseelc. 
. . . . Hmi öffnet Petrus das ßimmclsthor — 
eines Sängers Seele harret davor .... 
Zmei :€ngcl weise» ihr Gottes Chrom 
Die Seele zittert: „Was wird mein Cohn?“ 
Da winkt Gottvater sie nahe heran: 
Und fragt: „Was host du auf €rdcn gethan?' 
Kaoolzhausen, 
„Herr, sieghaft .... wie mit €ngelzungcn 
Dab ich gesungen . . . .“ 
Doch der heilige Mund des höchsten spricht: 
„Geh' hin! Du hattest der Liebe nicht! — — 
O, Sänger, cs war dein ruhmredig' herz 
eine klingende Schelle . ... ein tönendes 6rz . 
Sascha eifa.
	        

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