Full text: Hessenland (15.1901)

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Todesfall. In der Nacht vom 2. zum 3. Mai 
verschied hochbetagt zu Marburg der Nealschnl- 
direktor a. D. Dr. phil. Christoph § empfing. 
Am 11. September 1821 zu Eschwege geboren, 
bildete sich der Verstorbene zunächst aus dem 
Seminare zum Lehrer aus und trat am 1. Fe 
bruar 1840 sein erstes Lehramt au. Von un 
ermüdlichem Streben nach weiterer Fortbildung 
beseelt, gab er seine Stellung aus und besuchte die 
höhere Gewerbeschule in Kassel und die Universität 
zu Marburg, um sich durch das Studium der 
Mathematik und Naturwissenschaften auf das 
Reallehrer-Eramen vorzubereiten, das er glänzend 
bestand. Am 7. September 1846 trat Hempfing 
an der damals zweiklassigen Realschule zu Mar 
burg als zweiter Lehrer ein und ist dieser Anstalt 
treu geblieben, bis er in hohem Alter am 2. April 
.1898 in den wohlverdienten Ruhestand trat. Un 
ausgesetzt hatte er in dieser langen Zeit von 
5172 Jahren das Wohl der Anstalt im Auge, 
die er schon von 1847 an bis 1854 in Stell 
vertretung, von 1866 an provisorisch und von 
1870 an definitiv zu leiten hatte. Im Mai 1851 
hatte er sich an der Marbnrger Universität die 
philosophische Doktorwürde erworben, und die Vor 
bereitungen zur Feier seines goldenen Doktor- 
jubiläums waren bereits in vollem Gange. Auch 
um das Gemeinwohl der Stadt Marburg erwarb 
sich der Verstorbene mannigfache Verdienste. 
Keusche Z 
Forschungen zur Geschichte Bayerns. Viertel- 
jahrsschrist herausg. von Karl von Reinhard- 
stöttner. VIII. Band, IV. Heft. Berlin (Hugo 
Bermüller Verlag) 1900. 
Der 8. Baud der Forschungen zur Geschichte 
Bayerns bringt einiges Hessische. Prinzessin Eleonore 
von Hessen findet Erwähnung; eingehendere Be 
urtheilung bezw. Verurtheilung aus dem Munde 
von Zeitgenossen erfährt der Dichter Eberhard 
Werner Happel aus Kirchhain (1647 —1690), 
auf den wir gelegentlich noch einmal zurückkommen 
werben. Von dem Inhalte des 4. Heftes heben 
wir den Schluß des Aussatzes „München am Vor 
abend des Rheinbundes" von dem Grafen Du Moulin 
Eckart hervor, mit seiner interessanten Charakteristik 
der leitenden Personen, ferner Professor von Rein- 
hardstöttner's Abhandlung über die „Nutz- und 
Lusterweckende Gesellschaft der vertrauten Nachbarn 
am Jsarstrom" unb endlich Dr. Lory's Kultur 
bilder aus Frankens Vergangenheit. Ans den 
Die XII. Versammlung des hessischen 
S tä dte ta g es wird am 7. und 8. Juni in Han au 
stattfinden. Die Tagesordnung weist u. a. folgende 
Gegenstände aus: „Errichtung einer Ruhegehalts- 
kasse für Gemeindebeamte, in Verbindung mit einer 
Kasse zur Versorgung der Witwen und Waisen 
derselben im Regierungsbezirk Kassel" (Bericht 
erstatter Oberbürgermeister Dr. Antoni-Fulda), 
„Das Gesetz betr. die Austelluug und Versorgung 
der Kommunalbeamten vom 30. Juli 1899" 
(Berichterstatter Bürgermeister Strauß- Hersfeld 
und Stadtkassenrath Bo e dick er- Kassel), „Das 
getrennte Entwässerungssystem in seiner Anwendung 
für mittlere und kleinere Städte und der gegen 
wärtige Stand der Abwässerreiuignng" (Bericht 
erstatter Regiernngsbaumeister S ch m i cf - Frank 
furt a. M.). 
Die VI. Hauptversammlung des h e s s i s ch e n 
Sparkassenverbandes findet am 6. Juni 
gleichfalls in Hanau statt. Auf der Tagesordnung 
stehen u. a. folgende Fragen: „Die Versicherung 
der Bestände der öffentlichen Sparkassen gegen 
Einbruchsdiebstahl" (Berichterstatter Bürgermeister 
Salomon-Schlüchtern), „Der Entwurf eines 
Gesetzes betr. die Landeskreditkasse zu Kassel" 
(Berichterstatter Justizrath Dr. Harnier-Kassel), 
„Tie Betheiligung der öffentlichen Sparkassen an 
der Förderung des Arbeiterwohuungswesens" 
(Berichterstatter Sparkassendirektor W i ch m a n n - 
Eschwege.) 
Anzeigen und Besprechungen interessirt die Leser 
des „Hessenland" vielleicht, daß jetzt der I. Band 
einer Geschichte der Stadt Schwcinfurt erschienen 
ist. Der Verfasser derselben, Dr. Friedrich Stein, 
hat außer einer Geschichte des Königs Konrad 
von Franken schon vor Jahren die Geschichtsgnellen 
der Stadt Schweinsurt herausgegeben. 
Der deutsche Buchhandel an der Jahr 
hundertwende. Von Friedrich Lnckhardt. 
Zweite vermehrte Auflage. Berlin und Leipzig. 
Verlag von Friedrich Lnckhardt. 1901. VIII 
und 36 Seiten. 60 Pfennig. 
In der vorliegenden Broschüre giebt der Sohn 
des bekannten früheren Kasseler Verlagsbuchhändlers 
Karl Lnckhardt, aus dessen Verlag s. Z. einige 
wichtige Erscheinungen der hessischen Literatur (wie 
z. B. die Originalausgabe des „Prinz Rosa- 
Stramin") hervorgegangen sind, aus seiner lang 
jährigen Praxis heraus einige beherzigenswerthe
	        

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