Full text: Hessenland (15.1901)

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Ehe, den se noch nie nidd im Läwen gesehn hodd. 
Ein Druck uff de Klinke un se lnssed alles hinner 
sich, was de bis ze deme ähre Weld war, den 
Vadder, de Modder, de Geschwister un alle ähre 
Gespielinnen un Freindinnen, selwst ähren Nomen 
nehmen se ähr welken. Das alles duschd se gegen 
den einen Mann imme, midd dem se nu dissen 
Gahrden bestellen sull. Geweß weren au in dissen 
Gahrden, wie in annern, scheene Blumen, Streicher 
un Beime stehn, un geweß weren se'n alle beide 
hegen un siegen un alles beese Unkrndd usjühden, 
wie's nuhrd iwest ahngehd. Wer awer stehd ähr 
dersor, daß de nidd an väle magere un dirre Johre 
kummen, daß nidd ein Hagelschlag all' ähre Armeid 
ze Schannen mached. un daß doh, wo dausend un 
awermoh dausend Abbelblieden gesessen honn, noch 
kinne zehn Aebbel ahnsetzen? 's äs verhasdig kinn 
Wunner, wann ähr in all ährer Freide bieh solchen 
Gedanken 's Herzchen äwwerleisd un alle die Gefiehle 
sich 'neu Usweg dorch ähre Augen suchen un ähr de 
Bäkkelerchen runner kullern. Doh hodd däh sv'n 
Exembel, wie de einer ze glichcher Zidd dorch de driewe 
nn de heidere Schiewe gukked." — Karle Klambert 
aber guckt säst immer durch die heitere Scheibe, nur das 
„Hotel Tscharnke" sieht er mit gemischten Empfin 
dungen an, die anderen Schilderungen jedoch sind 
durchgehends sehr fröhlicher Natur. Das lustigste 
Stückchen von allen aber ist betitelt: „Wie mäh im 
Zilogischen Gahrden waren" und verdient um so 
größere Beachtung, weil der „Zilogische" bereits wieder 
von der Kasseler Bildflüche verschwunden ist, diese 
Erzählung ihn aber in seiner ganzen Herrlichkeit in die 
Erinnerung zurückruft. „Wie de Ahlen sangen" und 
„Wie müh Kohlen krichden" sind prächtige aus dem 
Leben gegriffene Geschichten, nur hätten wir gewünscht, 
daß Herr Klambert bei seinem „Willem" etwas 
weniger stramm seines Amtes gewaltet hätte, eine 
tüchtige Ohrfeige hätte es auch gethan. Der „Be 
such us Berlin" mit seinen Gegensätzen wird sich 
immer wiederholen und die „Stammdischwedde" 
'wird ebenfalls nicht veralten, denn so lange Stamm 
tische bestehen, werden ähnliche „Gauden" vorkommen. 
So haben die Leser dieses Büchleins —. und wir 
wünschen, daß deren recht viele sein mögen — 
dasselbe nicht mit einem Male ausgelesen, d. h. sie 
stellen es nach der Lektüre nicht aus Nimmerwieder 
sehen in irgend eine Ecke des Bücherschrankes, sondern 
sie werden es noch oftmals zur Hand nehmen lind 
sich damit eine ergötzliche Stunde bereiten, wie es 
der Herausgeber beabsichtigt hat. W. Zz. 
^erfonaCten. 
Ernannt: zu Kreisärzten: Kreiswundarzt Dr. Rock- 
w i tz zu Kassel für den Stadtkreis Kassel, Kreisphysikus 
Dr.°Dr ei sing zu Mühlhausen i. Th. für den Landkreis 
Kassel, Kreisvhysikus Sanilätsrath Dr. Brill zu Eschwege, 
prakt. Arzt Dr. Sch erb zu Fritzlar für die Kreise Fritzlar 
und Homberg; Kreisphysikus Sanitätsrath Dr. Plitt zu 
Hofgeismar, Kreisphysikus Sanitätsrath Dr. Lambert 
zu Melsungen, Kreisphysikus Dr. Fab er zu Rotenburg, 
Kreisphysikus Sanilätsrath Dr. Eichenberg zu Witzen- 
hausen, Kreiswundarzt Dr. Zülch zu Treysa für °den 
Kreis Wolshagen, Kreisphysikus Sanitätsrath Dr. Heine 
mann zu Frankenberg, Kreisphysikus Sanitätsrath Dr. 
Merkel zu Ziegeuhain, Kreisphysikus Sanitätsrath Dr. 
Marx zu Fulda für die Kreise Fulda und Gersfeld. Kreis 
physikus Sanitätsrath Dr. Victor zu Hersfeld für die 
Kreise Hersfeld und Hüufeld mit dem Amtssitz zu Hersfeld, 
Kreisphysikus Geh. Sanitütsrath Dr. Sunkel zu Hanau 
für den Stadt- und Landkreis Hanau, Kreiswundarzt 
Dr. Gran zu Hilders für den Kreis Gelnhausen, Kreis 
physikus Dr. Cauer zu Schlüchtern für den Kreis 
Schlüchtern, Kreisphysikus Sanitätsrath Dr. Kn atz zu 
Schmalkalden für den Kreis Schmalkalden, Kreisphysikus 
Sanitätsrath Dr. Co st er zu Rinteln für den Kreis 
Rinteln, prakt. Arzt Dr. Klingelhöfer in Schweinsberg 
für den Kreis Westerburg (Westerwald); Lehrer Heßler 
in Kassel zum Rektor in Wahlershausen. 
In den Ruhestand getreten: Kanzlei-Inspektor beim 
Oberlandesgericht Gries zu Kassel; Oberlandmesser 
Textor in Kassel unter Verleihung des Charakters als 
Rechnungsrath; Landmesser Reich in Hanau. 
Verlädt: Pfarrer Sippe! mit Fräulein Hildegard 
Stengel (Marburg, April); Landwirth Georg Ehrbeck 
in Wendershausen mit Frl. OlgaHeerdtin Kassel (Ostern). 
Vermählt: Oberlehrer Dr. phi). Erzgr über mit 
Fräulein Marie Zöckler (Marburg, 10. April). 
Geboren: Zwillinge (Söhne): Professor Dr. Brandi 
(Marburg, März): ein Sohu: Generalkvmmissionssekretär 
C. Müller und Frau Helene, geb. Kleine (Kassel, 
1. April); eine Tochter: Professor Friedrich Müller 
und Frau, geb. Küster (Basel, 9. März); Redakteur 
Hans Hupfer und Frau, geb. Winkelmann (Mar 
burg, 10. März); Domänenpächter Heinrich Ehr deck 
und Frau Bertha, geb. Kleinvogel (Wendershansen). 
Gestorben: Privatmann Georg Ledderhose, 41 
Jahre alt (Kassel, 26. März); Frau Pfarrer Bertha 
Usener, geb. Vogel, 72 Jahre alt (Marburg, 31. März); 
Frau Therese Wimmer, geb. Freiin von Haerdtl, 
75 Jahre alt (Graz, 31. März); Gutsbesitzer Elias 
Thon (Sontra, März); Fräulein Therese Wiegand, 
73 Jahre alt (Marburg, 1. April); verw. Frau Justizrath 
Johanna Henkel, geb. Linck, 79 Jahre alt (Fron- 
hausen, 3. April); Justizrath Gustav Alster, Vorsitzender 
der Anwaltskammer, 73 Jahre alt (Kassel, 5. April); Privat 
mann Dietrich August Krug, 81 Jahre alt (Kassel, 
7. April); Fräulein Mathilde Lehnhäuser, 63 Jahre 
alt (Kassel, 7. April); Frau Elisabeth Sunkel, geb. 
Theobald (Kassel7.April); Mittelschullehrer a. D. Georg 
Davin, 76 Jahre alt (Kassel, 8. April); verw. Frau 
Landrath Dorothea Günther, geb. Fey, 65 Jahre äst 
(Kassel, 8. April); Geh. Negierungsrath, Gymnasialdirektor 
a, D. Dr. Georg Buchenau, 75 Jahre alt (Marburg, 
10. April); Rendant und Stadtkämmerer Valentin 
Münster mann aus Hersfeld (Kassel,-11. April). 
Briefkasten. 
R. 8.. Kassel. Nicht geeignet. Gedichte werden nicht houorirt. 
P. W. in Leipzig. Verbindlichsten Dank. 
L. B, in Kassel. Wir bedauern, von dem einmal ge 
gebenen Bescheid nicht abgehen zu können. 
B. C. in Rotenburg. Ihrem Wunsche ist entsprochen 
worden. Freundlichen Gruß. 
Für die Redaktion verantwortlich: Dr. W. Schoos in Marburg. Druck und Verlag von Friedr. Scheel, Kassel.
	        

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