Full text: Hessenland (14.1900)

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sind 10 tobt, von den Hessischen nur 1 Fähndrich 
verwundet." König Wilhelm führte die verbündete 
Armee über Löwen nach Namur und nahm mit 
ihr bei Gembloux Stellung, hier stieß Landgraf 
Karl mit einem Theile seines abgesonderten Heeres 
zu dem Könige, der nun 65 000 Mann stark war. 
In der Nähe stand noch das brandenburgische 
Heer in einer Stärke von 14 000 Mann. Der 
französische Feldherr Marschall von Luxemburg 
wollte eine Schlacht vermeiden, dabei den König 
verhindern, eine Festung zu belagern. Daraus er 
gaben sich Bewegungen der Heere hin und her, ohne 
einen ernsten Zusammenstoß. Ueber zwei Wochen 
stand die verbündete Armee bei Gembloux, dann 
rückte König Wilhelm ab und blieb mit seinem 
Heere vom 24. August bis zum 4. September 
im Lager bei St. Gerhard stehen. 
In dieser Zeit, als nur kleinere Kriegsthaten 
vorfielen, ließ der hessische General Graf zur 
Lippe angesichts des französischen Heeres das 
Schloß Beanmont in die Luft sprengen. Der 
König gab am 7. (17.) September den Oberbefehl 
an den Fürsten Georg von Waldeck ab, dieser 
rückte am selben Tage mit dem Heere von Ath 
ab. Am folgenden Tage wurde er von Luxem 
burg an dem Flüßchen la Catoire angegriffen, es 
kam zu scharfem Kampfe, der für die Verbündeten 
starke Verluste zur Folge hatte. 
(Fortsetzung folgt.) 
Der Buchfink und sein Grenadier. 
Gin Kindermärchen von B. trabert. 
wohnt ein Knab' im Räuschen dort 
hinter gold’ncn Reben 
Und im Busch am selben Ort 
Wohnt der Sink daneben. 
Morgens an das Scnfterlcin 
Pickt der Buchfink leise: 
„Knäblein, Knäblein. laß mich ein! 
Gieb. o Srcund, mir Speise!" 
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Knäblein wächst noch immer mehr. 
Wird zum Grenadiere, 
Das) cs mit des Kaisers hecr 
ln den Krieg marschire. 
Sinklein saß nun. ach! allein 
.stuf dem kahlen Strauche, 
Und ich glaub', ein Chränlcin klein 
Machte trüb sein .stuge. 
Und sein Srüb= und 1Pittagsbrot 
theilt mit ihm der Knabe. 
Daß der Sink nicht leide Noth 
Und sich fröhlich labe. 
Sinklein singt im Laube dann 
Dankbar feine Lieder 
Und ihm lauscht der kleine Mann 
Unter grünem Slicdcr. 
Klein und winzig bleibt der Sink 
In dem bunten Kleide, 
Knäblein aber wächst gar flink 
In die höh’ und Breite. 
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Doch der Krieg war endlich aus 
Und des Kaisers Sahnen 
trugen neuen Ruhm nach haus 
Zu dem Ruhm der .sthnen. 
Will denn, Sinklein, doch der Srcund 
niemals wiederkommen? 
Oder hat zu scharf der Scind 
Ihn aufs Korn genommen? 
Doch da sieh, wie frisch und roth 
Kommt er schon in €ilc, 
Daß er wie vordem sein Brod 
Wieder mit dir theile. 
Singe nun im Sängerchor. 
Sink, die schönsten Lieder! 
Schöner auch wie nie zuvor 
Blüht der alte Slicdcr.
	        

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