Full text: Hessenland (14.1900)

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des russischen Kommandanten in Kassel nach dem 
endgültigen Abzug der Franzosen im Jahre 1813, 
welche die Kultnrstufe, auf der die russischen 
Offiziere jener Zeit standen, trefflich kennzeichneten, 
auch ans die Behandlung einer befreundeten Stadt 
in damaliger Zeit Helles Licht warfen. Di-. Schwarz- 
kops knüpfte daran Mittheilungen über die im 
Jahre 1813 vor ihrem Abzug aus Kassel von 
den Franzosen zu dem Zwecke, dessen Borräthe 
.dem Feinde nicht in die Hände fallen zu lassen, 
angeordnete Sprengung des Pulvermagazins, die 
dann glücklicherweise durch das thatkräftige Ein 
greifen des Fabrikbesitzers Strubberg, des Vaters 
des Schriftstellers Armand Strubberg, hintertrieben 
wurde, indem es gelang Pulver und Kugeln in's 
Wasser zu schaffen. Zum Schluß machte der 
Plan eines Stadtparks aus dem Besitz des 
Herrn Eckardt die Runde, den einst in den 70er 
Jahren, als die jetzt wieder die Gemüther in Be 
wegung setzende Stadtparksrage zuerst aufgetaucht 
war, Baumeister Reben tisch gezeichnet hatte. 
Er bezieht sich aus ein damals noch unbebautes 
Grundstück zwischen Akazienweg, Viktoria- und 
Hohenzollerustraße. 
U n i v e r s i t ä t s n a ch r i ch t e n. Der Professor 
für pathologische Anatomie an der Universität 
Zürich Dr. Hugo Ribbert ist in gleicher Eigen 
schaft nach Marburg berufen worden und wird 
dem Rufe Folge leisten. ■— Dem Privatdozenten 
der philosophischen Fnkultät Dr. Eugen Kühne 
mann zu Marburg (geb. 1868 zu Hannover) 
Kessische W 
Ober h e s s i s ch e s W orte r b n ch. Ans Grund der 
Vorarbeiten Weigands, Diesenbachs und Haine 
bachs sowie eigner Materialien bearbeitet im 
Auftrag des historischen Vereins für das Groß- 
herzogtnm Hessen von W i l h e l m C r e c e l i u s. 
Zweite Lieferung (C.—H.), Darmstadt 1897. 
Zweiter Band (J. — Z.), Darmstadt 1899. Im 
Selbstverlag des Vereins. In Kommission der 
Hosbnchhandlung von A.Bergstrüßer. XD, 951S. 
Gr. 8. 
Nach längerer Unterbrechung sind nunmehr die 
letzten Lieferungen dieses wertvollen Werkes, dessen 
ersten Teil wir bereits vor einem Jahrzehnt 
(vgl. Hessenland, 1890, S. 291 - 92) in dieser 
Zeitschrift angezeigt haben, in rascher Folge er 
schienen. Der Tod von Wilhelm Crecelius, der 
mitten ans der Arbeit abberufen wurde, hat das 
regelmäßige Erscheinen der einzelnen Lieferungen 
wurde der Prosessortitel verliehen. — Der Pro 
fessor der alttestamentlichen Theologie an der Uni 
versität Straßburg Dr. Karl Budde erhält die ent 
sprechende Stellung an der Hochschule zu Marburg. — 
Seine Antrittsvorlesung über den dolus eventualis 
hielt am 27. Februar der Privatdozent Dr. jur. 
Paul Merkel. 
Hessisches Dichterbuch. Das lange ver 
griffen gewesene „Hessische Dichterbuch" (begründet 
durch Valentin Trandt) soll nunmehr in völliger 
Umgestaltung neu erscheinen. Herr Dr. Wilhelm 
Schoos, unser geschätzter Mitarbeiter, der sich in 
den letzten Jahren als Dichter und Kritiker vvr- 
theilhast bekannt gemacht hat, ist mit der Neu 
herausgabe betraut worden. (Siehe Anzeigentheil 
des heutigen Heftes.) 
Wie wir zu unserer Freude hören, ist die erste 
Auslage (1. Tausend) von Wilhelm Schoof's 
literarischem Gedenkbuch „Marburg, die Perle 
des Hessenlandes", das seiner Zeit bei den 
Freunden hessischer Literatur mit so außerordent 
lichem Beifall ausgenommen wurde, nahezu ver 
griffen und soll demnächst mit dem Neudruck be 
gonnen werden. Der Herausgeber bittet zu diesem 
Zweck alle, welche zur Vervollständigung und Ver 
besserung des Werkes beitragen können, um gütige 
Unterstützung, damit die neue Auslage in noch er 
höhtem Maße den wohlverdienten Beifall aller 
Marburgsreunde findet. (Siehe Anzeigentheil des 
heutigen Heftes.) 
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verzögert. Ebenso hat der Umstand, daß das Werk 
Materialien enthält, die von längst verstorbenen 
Forschern gesammelt wurden, störend gewirkt. Hieraus 
erklärt sich auch manche Ungleichheit in der Bear 
beitung. Um so größeren Dank schulden wir 
Max Rieger, der sich der undankbaren Aufgabe 
unterzogen hat, die Arbeit anderer drucksertig zu 
machen. Kein Opfer an Zeit und Mühe hat dieser 
hochverdiente Gelehrte gescheut, um das Erbe seiner 
Freunde und die Sammelthätigkeit der einzelnen 
Forscher der Wissenschaft nutzbar zu machen. In 
diesem Wörterbuch ist ein überaus wertvolles 
wissenschaftliches Hülfsmittel geschaffen worden, an 
dem kein Forscher aus diesem Gebiete vorübergehen 
darf. Die Benutzung des Werkes wird durch ein 
sorgfältiges Verzeichnis sämtlicher angeführten 
Werke und Archivalieu, verfaßt von Hosbibliothek- 
sekretär Dr. Bader, wesentlich erleichtert. Es ist
	        

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