Full text: Hessenland (14.1900)

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wickelungsgang klar machen, so können wir daraus 
allein uns schon einen Schluß auf den hohen Werth 
der in jenem Wilhelmshöher Sammelbaud erhaltenen 
Karten und Abrisse gestatten." 
Daß diese Tafeln Tilich's in der That den 
ihnen hier zugesprochenen Werth haben, beweisen die 
Ausführungen des von E. Michaelis bearbeiteten 
Haupttheiles mit ihren zahlreichen Ansichten und 
Grundrissen, welche auf Grund von Nachzeichnungen 
der Dilich'schen Originale in sauberem und klarem 
Schwarzdruck beigefügt sind. Bei den Originalen 
ist jede einzelne Ansicht farbig ausgeführt und aus 
einer Reihe von Schnitten zusammengesetzt, die 
einzeln zurückgeklappt und abgehoben immer neue 
Blicke in das Innere der betreffenden Burg ge 
statten; jede ist farbig bemalt und dabei mit der 
größten Sorgfalt das Detail, die Art des Mauer 
werks, die Farbe des Steines, der Felsen, ja die 
Vegetation berücksichtigt. Daß eine genaue Nach 
bildung solcher Tafeln wegen der unerschwinglichen 
Kosten, die eine solche Publikation verursachen 
würde, von vornherein sich selbst verbot, erscheint 
einleuchtend — die eine wundervolle, farbenprächtige 
Tafel „Rheinsels", welche genau dem Dilich'schen 
Original nachgebildet, dem Werk in Großfolio bei 
gefügt ist, dürfte dem Verlag schon erhebliche 
Kosten verursacht haben —, doch fällt das nicht 
allzuschwer in's Gewicht, denn die trefflichen Nach 
zeichnungen geben alles für die Burgenkunde im 
Allgemeinen wie die Kenntniß dieser speciellen 
Burgen Wichtige mit hinlänglicher Genauigkeit 
wieder, und der klare und lichtvoll gehaltene Tert 
setzt Jedermann, der auch nicht über besondere 
Vorkenntnisse verfügt, in den Stand, sich ein 
genaues Bild jener trutzigen Hessenfesten zu machen. 
Tie behandelten Burgen sind die Katz (Neu-Katzen- 
elnbogen), Hohenstein, Rheinsels, Reicheuberg, die 
Marksburg, Schloß Philippsburg, Schloß Homburg 
und Ziegenhain; daß auf die letztereu beiden der 
vom Herausgeber gewählte Titel des Werkes nicht 
genau paßt, mag hier beiläufig berührt werden. 
Ten Schluß bildet ein längerer Aussatz Bodo 
Eb Hardt's, welcher bestimmt ist die Bedeutung 
der Aufnahmen Wilhelm Tilich's klar zu stellen. 
Unter Beigabe einer kurzen Uebersicht über die 
Geschichte der von Dilich dargestellten Bauten weist 
darin Ebhardt nach, inwiefern unsere Kenntniß 
der einzelnen Burg durch diese Pläne erweitert 
wird, und kommt dabei zu dem Schluß, daß der 
Werth der Tafeln zum Theil darin zu suchen ist, 
weil Dilich noch Burgtheile mit aller Genauigkeit 
zeichnen konnte, welche durch die Umbauten einer 
späteren Zeit völlig verschwunden oder gänzlich 
verändert worden sind. 
Was das Werk in seiner Gesammtheit betrifft, 
so kann man wohl, ohne auf Widerspruch zu stoßen, 
behaupten, daß mit der bloßen Veröffentlichung 
dieser Dilich'schen Tafeln der Wissenschaft ein ganz 
besonderer Dienst geleistet ist; um so mehr aber 
ist dies der Fall, wenn mit einer solchen Publikation 
derartige werthvolle literarische Beigaben und eine 
treffliche textliche Behandlung der Pläne verbunden 
ist, wie wir sie in Vorstehendem kurz skizzirt haben. 
Einer besonderen Empfehlung bedarf also dies her 
vorragende, mit liebevollem Fleiß bearbeitete und 
mit edlem Geschmack ausgestattete Werk nicht: ein 
Schatz von bleibendem Werthe, wird es jeder 
Bücherei zur Zierde gereichen und eignet sich des 
halb in ganz besonderem Maße zu einem vornehmen 
Weihnachtsgeschenk. Dr. Lange. 
Soeben erschienen: Hessisches D i ch t e rb u ch. 
(Begründet durch Valentin Traudt.) Dritte 
neubearbeitete Auflage herausgegeben von Wil 
helm Schoos. Marburg, 1901. N. G. El- 
wert'sche Verlagsbuchhandlung. IV u. 371 S. 
Preis drosch. 3,60 Mark, eleg. geb. 4,50 Mark. 
Noch rechtzeitig zum Weihnachtsfest ist soeben 
in geschmackvoller Ausstattung, geziert mit dem 
hessischen Löwen, die dritte umgearbeitete Auflage 
des Hessischen Tichterbuches zur Ausgabe gelangt. 
Wir behalten uns eine eingehende Besprechung 
dieses Werkes aus der Feder eines unserer ge 
schützten Mitarbeiter vor und beschränken uns 
darauf, hier die Namen der zahlreich vertretenen 
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen — 50 an Zahl — 
zur Kenntniß zu bringen. Es sind in chrono 
logischer Reihenfolge: Adam Trabert, Otto Braun si, 
Hermann Grimm, Carl Preser, Julius Rodenberg, 
Ludwig Mohr ck, Henriette Keller-Jordan, M. v. 
Eschen, Erna Almers, Richard von Boxberger, 
Franz Treller, Anna Stirn-Niviere, Gustav Kastropp, 
Elard Biskamp, Jeanette Bramer,. Hermann Hanse, 
Sophie Junghans, Wilhelm Bennecke, Elisabeth 
Mentzel, Kurt Ruhn, Richard Trömner, Karl 
Gundlach, L. Gies, Hugo Frederking, Fritz Pfingsten, 
Daniel Saul, Anna Weidenmüller, Fritz Bode, 
Karl Ernst Knodt, Heinrich Naumann, Richard 
Jordan, Therese Keiter, Nataly von Eschstruth, 
August Schwalm, Wilhelm Speck, Johann Lewalter, 
Johann Heinrich Schwalm, Valentin Traudt, Anna 
Ritter, Eduard Siebert, Hans Altmüller, Heinrich 
Kranz, August Guntermann, Sascha Elsa, Georg 
Mohr, Gustav Adolf Mütter, Henry du Fais, 
Heinrich Toerbecker,WilhelmPlannet,Wilhelm Schoos. 
Als willkommene Beigabe enthält das Buch aus 
führliche Biographien der einzelnen Dichter 
nebst Angabe ihrer Werke. Schon aus diesem
	        

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