Full text: Hessenland (14.1900)

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jahrhundert seines Bestehens weiter blühen und 
gedeihen wie im ersten. 
9 0 Jahre alt. Am 10. Dezember beging 
Professor, Gymnasialoberlehrer und Pfarrer a. D. 
G. Th. Dithmar zn Marburg, unser verehrter 
Mitarbeiter, seinen 90. Geburtstag (geboren zu 
Homberg a. d. Efze am 10. Dezember 1810). 
Der ehrwürdige Nestor der hessischen Gymnasial 
lehrer verfügt noch über eine bei so hohem Alter- 
seltene geistige Frische und körperliche Rüstigkeit. 
Sein Name ist für immer mit der Zeit des Mar- 
bnrger Gymnasiums unter Vilmar's Leitung 
verknüpft, welcher ihn im Jahre 1837 nach Mar 
burg zog. Die 13. und 14. Ausgabe von Vilmars 
Literaturgeschichte, die ersten nach dessen Tode, be 
sorgte Dithmar. Wir werden in einer der nächsten 
Nummern wieder einen Aufsah aus dem Schah der 
Erinnerungen des greisen Gelehrten bringen, dem 
wir wünschen, daß ihm noch lange Tage in gleichem 
Wohlbefinden beschieden sein mögen. 
Todesfälle. Am 5. Dezember verstarb der 
Lehrer und Bibliothekar an der Zeichenakademie zn 
Hanau Di-, pbil. August Winkler im 39. Lebens 
jahre. Der Verblichene war ein ebenso tüchtiger, 
wie allseits beliebter Lehrer; auch um die Lokal 
geschichte hat er sich durch verschiedene Aufsätze 
und seine Betheiligung an dem gelegentlich der 
Kessische Z 
Rheinische Bürge n. Nach Handzeichnungen 
Dilich's (1607). Herausgegeben von Karl 
Michaelis, mit Beitrügen von C. Kroll - 
m a n n und B o d o Ebhardt. Berlin (Franz 
Ebhardt & Co.) o. I. Fol. 
Die hier von Michaelis herausgegebenen archi 
tektonischen Zeichnungen, Grundrisse und Schnitte 
von Burgen und Schlössern des ehemaligen Hessens 
sind aus Grund jener Tafeln Wilhelm Dilich's 
bearbeitet, welche seit den Tagen des Landgrafen 
Moritz in der landgräslichen, zuletzt in der Wilhelms- 
höher Schloßbibliothek aufbewahrt und bei deren 
Vereinigung mit der ständischen Landösbibliothek 
von Di-. Scherer als Arbeiten dieses bekannten 
hessischen Chronisten und Geographen erkannt 
wurden. Dr. Scherer hat das Verdienst, zuerst 
die Aufmerksamkeit weiterer Kreise aus diese, hin 
sichtlich ihrer Genauigkeit und schönen Ausführung 
einzig dastehenden Blätter gelenkt und somit den 
Anstoß zu der vorliegenden Publikation gegeben 
zu haben. 
300 jährigen Jubelfeier der Gründung der Neu 
stadt Hanau herausgegebenen Werk über Hanaus 
Baudenkmäler verdient gemacht. Sein früher Tod 
erregt allgemeine Theilnahme. 
Am 10. Dezember wurde Dr. iveä. Franz Kind 
zu Fulda zur ewigen Ruhe geleitet. Der Ver 
storbene war 22 Jahre lang Leiter des dortigen 
Landkrankenhauses gewesen und erfreute sich in 
dieser Stellung allgemeiner Beliebtheit. Um die 
Pflege des Turnwesens in Fulda hat er sich als 
Begründer und langjähriger Vorsitzender der Fuldaer 
Turngemeinde große Verdienste erworben. 
Agnes von Colornb -h 
(gestorben zu Kassel am 22. November 1900). 
Ein edel Wesen ist mit ihr entschwunden, 
Sv sinnig zart und von so großer Milde, 
Wie in des Lebens stetem Kampfgefilde 
Solch' Friedensbotin selten ward gefunden. 
Oft hat gelindert sie der Nächsten Wunden, 
Beschützt die Schwachen mit erhob'nem Schilde, — 
Dann in dem Schaffen wahrer Knnstgebilde 
Erblühte ihr der Lohn in stillen Stunden. 
Sie schied dahin — und Trost allein gewähret 
Der Glaube, daß die Sendung war vollendet. 
Nun ist die Engelgleiche hcimgekehret. — 
Den lichten Höhen wieder zugewendet. 
Von ihrem treu-wahrhaft'gen Thun verkläret — 
Wohl schön're Strahlen keine Heil'ge spendet. 
ücherrschcrir. 
Unter der Ueberschrift „Zur Einführung in sein 
Werk" giebt zunächst C. Krollmann, der Heraus 
geber des „Burgwart", eine ausführliche Biographie 
Dilich's, indem er ans Grund genauer Aktenstudien 
dessen Beziehungen zu Landgraf Moritz und 
Entwicklungsgang in seinen Hanptphasen darlegt. 
„Wir treffen bei ihm", sagt Krollmann, „im 
jugendlichen Mannesalter die Vertiefung in die 
schildernde Thätigkeit mit deutlich kundgethaner 
Empfindung für die schöne Landschaft und der 
ausgesprochenen Freude an der Architektur im 
Zusammenhang des landschaftlichen Bildes, im 
reifenden Alter das sorgsame Studium der Kriegs 
kunst, d. h. in erster Linie der Besestigungskunst, 
dann im Verlaus der Jahre die praktische An 
wendung der erworbenen Kenntnisse bei der Landes 
aufnahme und bei der sorgsamen Darstellung der 
bereits vorhandenen Befestigungsanlagen in Gestalt 
jener prächtigen rheinischen und hessischen Burgen 
und schließlich die praktische Bethätigung als 
Festungsbaumeister; wenn wir uns diesen Ent
	        

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