Full text: Hessenland (14.1900)

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wesen war, wird erheblich dazu beigetragen haben, 
den Ruf der frommen Stiftung derselben in reli 
giöser Beziehung auf Jahrhunderte hoch zu halten. 
Durchweg hatte sich das Kloster denn auch 
tüchtiger Aebtissinneu zu erfreuen, die sich die Ver 
theidigung seiner Rechte mit Nachdruck angelegen 
sein ließen. 
Vielleicht wäre zu erwägen, ob sich nicht empföhle, 
im Einzelnen hie und da von dem unverkürzten 
Abdruck der Urkunden abzusehen und sich aus aus 
führliche Inhaltsangaben unter Beibehaltung aller 
Namen in der diplomatisch genauen Form zu be 
schränken. Damit würde an den Kosten gespart, 
ohne daß doch etwas Wesentliches weggelassen zu 
werden brauchte. 
Es ist wohl kaum zu bezweifeln, daß, falls ein 
solches Verfahren eingeschlagen würde, auch viel 
eher die Möglichkeit bestehen würde, die Herausgabe 
von Urkundenbüchern der übrigen hessischen, bezw. 
niederhessischen Klöster zu bewerkstelligen. 
Die Hauptsundorte der Kausunger Urkunden sind 
das Archiv des ritterschaftlicheu Stiftes Kaufungen 
und das königliche Staatsarchiv zu Marburg. In 
jenem ruhen allein 538, in diesem 136 Nummern. 
Der Herausgeber hat sich aber keineswegs auf beide 
Archive beschränkt, in welchen sich allerdings die 
werthvollsten Stücke fast sämmtlich finden. Außer 
dem haben dem fleißigen Sammler noch folgende 
Archive und Bibliotheken Ausbeute geliefert: das 
Staatsarchiv zu Münster in W. und die Landes 
bibliothek zu Kassel, das kgl. Sächsische Hauptstaats 
archiv zu Dresden, das großherzogl. Sächs. Staats 
archiv zu Weimar, das Vatikanische Archiv zu Rom, 
die Staatsarchive zu Wetzlar, Düsseldorf, Hannover 
und Koblenz, das Bairische Kreisarchiv zu Würz- 
bnrg, das städtische Archiv zu Kassel, das freiherrlich 
von Buttlar'sche Archiv zu Schloß Elberberg, das 
k. k. Haus-, Hos- und Staatsarchiv zu Wien, das 
Bairische allgemeine Reichsarchiv zu München, das 
Badische Generallandesarchiv zu Karlsruhe, das 
fürstlich Jsenburgische Archiv zu Birsteiu, das 
städtische Archiv zu Hess.-Lichtenau, das Archiv der 
St. Martinskirche zu Kassel und das des Vereins 
für hessische Geschichte und Landeskunde ebendaselbst. 
Schon die Aufzählung dieser Namen giebt dem 
Leser Anhaltspunkte für die Größe der Arbeit, 
welche für die Herausgabe des Urknudenwerkes zu 
bewältigen war. Und wie ist sie bewältigt, zumal, 
wenn in Erwägung gezogen wird, daß der Heraus 
geber erst in späteren Jahren in die Möglichkeit 
versetzt wurde, sich der Geschichtsforschung zu widmen! 
Tie Gestaltung der Texte, der Anmerkungen und 
als Ueberschriften gegebenen Inhaltsangaben, nicht 
zum wenigsten auch die bereits erwähnte ausführliche 
Einleitung lassen die Thätigkeit des Herausgebers, 
der mit selbstloser Aufopferung Jahre lang ge 
arbeitet hat, im besten Lichte erscheinen. Möge das 
Kausunger Urkundenbuch auch jetzt, nachdem an 
Stelle des Subskriptionspreises von 10 Mark für den 
Band der erhöhte Ladenpreis von 15 Mark getreten 
ist, bei Geschichtsfreundeu und Geschichtsforschern 
warme Ausnahme finden. W. G. 
iKSSCIlliCd. 
Schöne Hügel, grüne Matten, 
Stolzer Wälder dunkle Schatten, 
Drin der Ströme Silberband — 
Grüß dich Gott, mein Hessenland. 
Hessenland, du Hort der Treue, 
Die wir schwören heut auf's Neue 
Tuch, Ihr holden Hessenfrauen, 
Beste Ihr in deutschen Gauen! 
Hessen, unsrer Ahnen Streben 
Galt stets Einem nur im Leben: 
Treuen, tapfern Sinn zu zeigen, 
Afcft zu steh'n wie unsre Eichen. 
Heuchelei und Anechtssinn hassen, 
Don dem Rechte nimmer lassen, 
Deutscher Ehre nie vergessen, 
Das ist Art der rechten Hessen. 
Du in deiner Wälder Schatten, 
Land der alten tapfern Ehalten, 
Herzland du im deutschen Reich, 
Keius der Länder kommt dir gleich! 
A. Krobocle (von Wanfried.)
	        

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