Full text: Hessenland (14.1900)

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Am 19. Oktober 1800 starb zu (Hießen 
Rcgierungsrath Renatus Karl Freiherr von Senken 
berg, ei» bekannter Gelehrter, 49 Jahre alt. Seine 
ausgezeichnete Bibliothek vermachte er der Universität 
Gießen. 
Am 20. Oktober 1502 fand die Vermählung 
des Landgrafen Wilhelm II. mit der Prinzessin 
Anna von Mecklenburg statt, welcher Ehe Landgraf 
Philipp entstammte. 
Am 20. Oktober 1813 wurde aus dem Forst bei 
Kassel an dem Bataillonschef Kümmel,die letzte der 
vielen militärischen Hinrichtungen vollzogen, welche 
von den westfälischen Kriegsgerichten ausgesprochen 
waren. 
Am 2 l. Oktober 1438 trugen die Grafen Heinrich 
und Walrabe von Waldeck ihre Grafschaft Landgraf 
Ludwig l. von Hessen zu Lehen ans. 
Am 21. Oktober 1566 wurde die in beiden 
Hessen in ihrer wesentlichen Grundlage unverändert 
belassene Kirchenordnung von den Superintendenten 
des Landes erlassen. 
Am 22. Oktober 1680 wurden die Riedesel 
Freiherren. 
Am 23. Oktober 1770 wurde das bis vor 
Kurzem im Gebrauch befindliche reformirte nieder 
hessische Kirchengesangbuch eingeführt. 
Am 24. Oktober 1648 , wurde ^ der ^ westfälische 
Frieden unterzeichnet, durch welchen die Abtei 
Hersfeld mit Hessen-Kassel verbunden wurde. 
Am 24. Oktober 1762 wurde bei der zweiten 
Belagerung von Kassel im siebenjährigen Kriege 
durch die Verbündeten der Sicchenhos nebst der 
Leipziger Vorstadt eingeäschert. 
Am 24. Oktober 1781 starb der Bildhauer 
Johann August Ra hl zu Kassel, Professor an der 
dortigen Akademie, der Verfertiger der Bildsäule 
Landgraf Friedrich's II., deren Ausstellung er nicht 
mehr erlebte. 
Am 25. Oktober 1773 starb der Kanzler der 
Universität Marburg und Professor der Rechte 
Johann George Estor, 74 Jahre alt, gebürtig ans 
Schweinsberg, vor seiner im Jahre 1742 erfolgten 
Berufung nach Marburg Professor zu Gießen und 
Jena, einer der berühmtesten deutschen Rechtsgelehrten 
seiner Zeit. Seine Schriften sind wegen des 
wichtigen; darin enthaltenen * rechtsgeschichtlichen 
Materials noch heute zum großen Theil von Be- 
deutung. Seine reiche Bibliothek erbte die Universität 
Marburg. 
Am 26. Oktober 1375 schrieb Landgraf Herr 
mann der Gelehrte das „Ungeld" aus, zu dessen 
Zahlung sich die Stadt Kassel und andere Orte 
des Niederfürstenthums nicht für verpflichtet hielten, 
vielmehr dagegen am 1. Januar 1376 den steuer- 
verweigernden hessischen Städtebund errichteten. 
Am 26. Oktober 1661 starb im Alter von 
51 Jahren zu Hamburg der Hanptpastor an 
St. Jakobi Johann Balthasar Schnppius aus 
Gießen, vorher 10 Jahre Professor in Marburg, 
einer der geistig bedeutendsten Hessen des 17. Jahr 
hunderts. Seine launigen Schriften entbehren noch 
für den heutigen Leser ihres Reizes nicht. 
Am 26. Oktober 1813 verließ Jerome Napoleon, 
König von Westfalen, seine Residenzstadt Kassel 
für immer. 
Am 27. Oktober 1744 starb der Professor Johann 
Adolf Hartmann zu Marburg, ein verdienter hes 
sischer Geschichtsschreiber, der, ans Münster gebürtig, 
ehedem Jesuit gewesen, aber im Jahre 1715 zur 
evangelischen Kirche übergetreten war. 
Am 28. Oktober 1527 wurde das Benediktiner- 
kloster Breitenau aufgehoben. 
Am 28. Oktober 1685 hielten die durch Auf 
hebung des Edikts von Nantes aus Frankreich ver 
triebenen und in Hessen eingewanderten evangelischen 
Franzosen in Kassel ihren ersten Gottesdienst. 
Am 28. Oktober 1754 stellte der Erbprinz 
Friedrich von Hessen ans Veranlassung seines Vaters 
Landgraf Wilhelm's VIII. die sog. Assekurationsakte 
aus, wodurch bewirkt wurde, daß ans dem Uebertritt 
des Erbprinzen zur römischen Kirche für Fürsten 
haus und Land weitere Folgen nicht entstanden. 
Am 28. Oktober 1813 rückten die Russen in 
Kassel ein. 
Am 29. Oktober 1762 wurde die Reisberger 
Schanze in Kassel durch die Verbündeten erobert, 
worauf zwei Tage später die Uebergabe der Stadt an 
die Verbündeten erfolgte. 
Am 29. Oktober 1777 starb der Befehlshaber 
des hessischen Jägercorps in Nordamerika Oberst 
Karl Emil von Donop an seiner bei Fort Redbank 
erhaltenen Wunde. 
Am 30. Oktober 1813 schlug Napoleon I. bei 
Hanau die Baiern unter General Wrede. 
Am 30. Oktober 1813 kehrte der damalige 
Kurprinz Wilhelm, als nachheriger Kurfürst Wil 
helm II.. nach Kassel zurück. 
Am 31. Oktober 1731 starb 511 Oepsershausen 
im Meining'schen der hessen-kassel'sche General der 
Kavallerie George Friedrich von Aurochs, 74 Jahre 
alt, der Letzte seines Namens und Geschlechtes. 
Von seinem Regimenté, ^Aurochs -Dragoner, aus 
welchem die späteren Prinz Friedrich-Dragoner und 
hernach das 2. knrhessische Husarenregiment Herzog 
von Sachsen-Meiningen hervorgingen, rührt haupt 
sächlich der Ruhm der hessischen Dragoner her. 
Tie Aurochs-Dragoner zeichneten sich im spanischen 
Erbfvlgekriege andauernd aus und galten für 
das beste Reitergeschwader der ganzen verbündeten 
Armee.
	        

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