Full text: Hessenland (14.1900)

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Am 12. September 1487 erneuerten die Häuser 
von Hessen, Brandenburg und Sachsen ihre Erb- 
verbrüderung. 
Am 13. September 1544 wurde der ehemalige 
Mönch Burkard Waldis, geboren zu Allendorf a. W., 
als Pfarrer zu Abterode am Meißner eingeführt; 
er war einer der besten Dichter des 16. Jahr 
hunderts. 
Am 14. September 1232 eroberte Landgraf 
Konrad von Thüringen die Stadt Fritzlar und 
zerstörte sie. 
Am 14. September 1331 unterwarfen sich die 
Bürger von Fulda ihrem Abt Heinrich von Hohen 
berg, gegen den sie sich im vorhergehenden Jahre 
empört hatten. 
Am 14. September 1600 traf die persische 
Gesandtschaft, welche von dem Schah Abbas aus 
geschickt war, um den Kaiser und die deutschen 
Fürsten für ein Bündniß gegen den Sultan Mahmud 
zu gewinnen, in Kassel ein, wo sie bis zum 22. d.M. 
blieb. 
Am 14. September 1802 wurden die bis dahin 
kurmainzischen Besitzungen Fritzlar und Amöneburg 
nebst Naumburg von Hessen-Kassel in Besitz ge 
nommen. 
Die Wiedereinsetzung Herzog Ulrich's 
von Württemberg durch Landgraf Philipp 
den Großmüthigen. Professor vr. Lin dt 
zu Tarmstadt hielt am 9. April im Historischen 
Verein für das Großherzogthum Hessen über das 
oben bezeichnete Thema Vortrag. Nach langem 
Flüchtlingsleben fand der vertriebene Herzog 
Ulrich, dessen Lande von Kaiser Karl V. beschlag 
nahmt waren, im Jahre 1526 gastliche Aufnahme 
bei Landgraf Philipp, seinem Verbündeten (s. Nr. 16, 
S. 202) und persönlichen Freunde. Als alle Ver 
suche, Ulrich auf friedlichem Wege zu seinem Rechte 
zu verhelfen, gescheitert waren, gewann bei dem 
Landgrafen der Plan, unter geschickter Verwerthung 
der in der Politik eingetretenen Veränderungen, 
insbesondere der wachsenden Feindseligkeit Baierns 
gegen Oesterreich, Ulrich mit Gewalt in fein Herzog 
thum wieder einzusetzen, immer festere Gestalt. 
Mit Klugheit benutzte er dabei auch die Spannung 
-43-* 
Aus Keimcrth 
Hessischer Nationalverband von Nord 
amerika. Die 5. Jahresversammlung obigen 
Verbandes wurde am 30. Juli durch den Bundes 
vorsitzenden G. Berk es in der Nordseiten-Turn 
halle in Chicago eröffnet. Die Verhandlungen der 
zwischen Karl V. und König Franz von Frankreich, 
ohne der deutschen Sache etwas zu vergeben. Die 
Rüstungen wurden mit außerordentlicher Umsicht 
und größter Emsigkeit betrieben. Der Landgraf 
brachte ein Heer von 20 000 Mann zu Fuß und 
4000 Reitern aus; zahlreich und von vortrefflicher 
Beschaffenheit war die Artillerie. Bei P f n n g - 
stadt fand sich das Heer zusammen und dort 
musterte der Landgraf seine Truppen vor dem Ab 
marsch, der am 4. Mai 1534 kurz nach Mitter- 
nacht begonnen und mit solcher Schnelligkeit, trotz 
des mitgeführten schweren Geschützes, durch den 
Odenwald über Fürstenau und Erbach ausgeführt 
wurde, daß man bereits am 5. Tage in Neckarsnlm 
aus Württembergischen Boden ankam. Dem trefflich 
ausgerüsteten und von bestem Muthe beseelten 
hessischen Heere vermochte der österreichische Statt 
halter in Württemberg, Psalzgraf Philipp, nur 
10 000 Landsknechte und 800 Reiter entgegen 
zustellen, von denen viele überdies ihrer Gesinnung 
nach aus Seiten des Herzogs standen. Am 12. Mai 
stießen die Heere um die Mittagsstunde bei 
Laussen aufeinander. Dem heftigen Feuer der 
weil überlegenen hessischen Artillerie konnte der 
Feind nicht standhalten; unter dem Schutze der 
Dunkelheit zog er sich aus Lausten zurück, wo Land 
graf Philipp am 13. sein Lager überfiel. Auf 
der Flucht wurde die österreichische Nachhut gänzlich 
zerschmettert und das feindliche Heer löste sich 
vollständig aus. Unter namenlosem Jubel der Be 
völkerung hielt der angestammte Fürst in Württem 
berg hieraus seinen Einzug. Ulrich kam als ein 
Anderer zurück, geläutert durch sein schweres Schick 
sal. Bewunderungswürdig war auch die weise 
Mäßigung der siegreichen Fürsten, die im Rausche 
des Erfolges Ruhe und Ernst nicht verließen. Sie 
begnügten sich mit der Wiedereinsetzung des Herzogs, 
und im Vertrage zu Kadan verstand sich Ulrich 
sogar dazu, sein Herzogthum als Asterlehen von 
Oesterreich, jedoch mit Sitz und Stimme auf dem 
Reichstag, zurückzunehmen. Mit Jubel begrüßt 
hielt auch Landgraf Philipp in Kassel seinen Ein 
zug. Seitdem führt er mit Recht den Namen des 
Großmüthigen. (Nach den Quartalblättern des 
Historischen Vereins für das Großherzogthnm Hessen. 
Neue Folge. Band II. S. 729/730.) 
und gfremde. 
ans allen Theilen der Vereinigten Staaten be 
suchten Versammlung, die sich hauptsächlich aus 
die Errichtung einer Sterbekasse bezogen, endeten 
am 1. August.
	        

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