Full text: Hessenland (14.1900)

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Sonnenschein muss im Ijerçen sein. 
Ich ging am blühenden haag entlang; 
Rings fluchet' goldenes L‘id)t, 
Und fröhlich schallte der Vögel Sang — 
Ich sah und hörte cs nicht! — 
Wie trübe Hebel zur Spätherbstzeit 
Lag auf mir drückend ein schweres Leid! — 
„Das Leben wie ist's so rauh und kalt! 
wein herz so muthlos, mein herz so alt!“ 
Rings grau und öde! — Der Hebel fällt 
In leisen Cropfcn herab ! 
Gs sank die herrliche Sommerwelt 
Dem herbst zum Opfer in's 6rab! — 
Doch meine Seele, von Gram befreit. 
IHcin herz so fröhlich, mein herz so weit — 
Das jubelt nun auf zu himmeishöh'n: 
„O Welt, o Leben — wie wunderschön I" 
Zeannette Kramer. 
Lin Koch. 
tlngiitig batte mein Ijcimatbland 
Die Wege mir längst schon gewiesen. 
Doch blühen gütig wie je zuvor 
Die Blumen auf seinen Wiesen. 
Doch wachsen freundlich wie je zuvor 
Die Weiden in seinen Gründen 
Und duften süß wie in alter Leit 
In seinen Dörfern die Linden. 
Hoch singen fröhlich und unbewusst 
Die Lerchen ob seinen Feldern, 
Und meiner Zugend Frieden wohnt 
Hoch keusch in den schattigen Wäldern. 
Die Fulda macht ihren lauschigen Weg 
Wie einst durch die lachenden .Auen, 
Und in den Städten wohnen wie sonst 
Die schlichten hessischen Frauen. 
So bring ich ein hoch meinem hcimatbland, 
Das all' meine Creue gepachtet, 
ein jubelndes, grüßendes, lachendes hoch, — 
Obmohl’s meine Verse verachtet. 
M ßerbert.
	        

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