Full text: Hessenland (14.1900)

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er seiner „herz lieben und treuen" Gemahlin 
nicht vergessen konnte. 
Der Herzog Christoph von Württemberg hatte 
noch mehrere Töchter, von welchen eine Eleonore 
hieß, und diese wurde zweite Gemahlin des Land 
grafen Georg von Hessen-Darmstadt. Demnach 
haben drei hessische Brüder drei Württembergische 
Schwestern zu Frauen gehabt. 
Weiteres über Köper und Ant ho irr. 
(S. Nr. 15, S. 198 und Nr. 16, S. 211.) 
Ohne aus die Frage, welcher Antheil dem Augs 
burger Goldschmied Johann Jakob Anthoni 
und welcher dem heimischen Kupserschmiedemeister 
Otto Philipp Küper an der Herstellung der 
Herkulesfigur aus dem Oktogon zu Wilhelms 
höhe gebührt, schon jetzt näher einzugehen, sei hier 
vorläufig angegeben, was über beide Männer bislang 
in Erfahrung zu bringen war. Vielleicht gestatten 
schon diese Angaben einige Schlüsse aus die Rich 
tung, in welcher sich die Thätigkeit beider erstreckte. 
Otto Philipp Küper wurde geboren aus fürst 
lichem Messinghos und Kupferhammer vor Kassel 
als jüngster Sohn des Meisters des dortigen fürst 
lichen Messingschmelzwerks nebst Kessel- und Kattun 
mühle Christoph Küper aus Goslar a. Harz 
und seiner Gattin Aganetin (Agnes), welch ersterer 
„ins zehende Jahr" dort thätig war, und etliche 
Tage später als am 7. Juli 1695 getauft. Taufpathe 
war der zeitige Verwalter des genannten Werkes 
Otto Philipp Kleinschmidt. Am 19. März 
1709 bezeugte dieser Pathe aus schriftlichen An 
trag des Vaters Christoph Küper dessen Sohn in 
ausführlichem Schreiben, welches noch heute im 
Besitz des Herrn Privatmanns Francke in Kassel 
ist, seine eheliche Geburt und Herkommen, um ihm 
dadurch zu ermöglichen, als Lehrling des „kalt 
kupserschmids oder Ausarbeiter handtwerck's" an 
genommen zu werden, damit er „von dieser Pro 
session hiernechst sein Stück Brod" haben könne. 
Nach Angabe des Kirchenbuchs der Kasseler Hof 
gemeinde (Mittheilung des Herrn Dr. C. K.), die 
sich auf Otto Philipps am 23. Februar 1719 
vollzogene Trauung bezieht, war dessen Vater 
Meister Johann Christoph Küpper und bekleidete 
die Stelle eines Messingbrenners beim fürstlich 
Schwarzburgischen Messinghose zu „Leitenberg".*) 
Wann derselbe diese Stellung bekleidete, ist nicht 
angegeben, vielleicht erst, als sein Sohn heirathete. 
Otto Philipp Küper wurde Lehrling und Geselle in 
dem oben bezeichneten Gewerbe. Seine Beziehungen 
zu dem Verwalter des Messinghoses werden kaum 
ohne Einfluß aus seine Heranziehung zu der Arbeit 
an der Herkulesstatue geblieben sein. Er selbst 
*) Leutenberg in Schwarzburg-Rudolstadt. 
schreibt von dieser Thätigkeit in seiner Eingabe 
(ebenfalls im Original im Besitz des Herrn Francke) 
an den Landgrafen Karl: „Ew. hochfürstl. Durch 
laucht auch gnädigst bekenndt, daß ich an der 
Hercules statne gearbeitet." Er beansprucht 
demnach keineswegs, ganz allein der Schöpfer des 
Standbildes zu sein. 
Diese Eingabe enthält übrigens keineswegs ledig 
lich die Bitte, der Landgraf möge dafür Sorge 
tragen, daß Küper die Anfertigung eines Meister 
stückes und die Bestreitung der damit verknüpften 
Kosten erlassen werde, sondern Küper stattet dem 
Landessürsten gleichzeitig auch noch für etwas 
anderes Dank ab, es heißt nämlich im Eingang 
des Schriftstücks: „Ew. Hochfürstl. Durchl. wird 
annoch in gnädigstem Andenken ruhen, wie daß 
mich derselbe zu dero Hofkupferschmiedt gnädigst 
angenommen, für welche Gnade ich unterthänigsten 
Dank abstatte." Küper war also in Anerkennung 
seiner Thätigkeit an der Herkulesstatile bereits zum 
Hofkupserschmied ernannt worden, ohne bis 
dahin Meister zu sein. 
Auf den in Küper's Sinn ertheilten Bescheid 
des Landgrafen, der aus der Rückseite des oben 
erwähnten Schreibens kurz eingetragen ist, braucht 
hier nicht weiter eingegangen zu werden, nur sei 
nochmals hervorgehoben, daß das Wort „Herkules" 
nicht darin vorkommt, wie schon hervorgehoben ist 
(s. Nr. 16), sondern nur von seiner „uns ver 
fertigten Arbeit" die Rede ist. 
Unser Küper konnte sich als Meister seines 
Handwerks bald einen Hausstand gründen. Nach 
dem bereits angezogenen Eintrag in das Kirchen 
buch wurde seine Trauung am 23. Februar 1719 
in der Hosgemeinde vollzogen; seine Gattin hieß 
Anna Elisabeth Beders und war die Tochter 
des Hofzimmermeisters Johann George Beders 
zu Kassel. Aus dieser Ehe stammten mehrere 
Töchter, von denen eine, Martha Sophie, Mitte 
Mai 1731, eine andere, Katharine Elisabeth, 
Ende Juli oder Anfang August 1732 geboren 
wurde (Mittheilung des Herrn Dr. C. K.). 
Es müssen aber noch ältere Kinder Küper's 
vorhanden gewesen sein, wenigstens eine Tochter. 
In der Familie des verstorbenen, unseren Lesern
	        

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