Volltext: Hessenland (14.1900)

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Am 20. Juli 1573 erließen die Söhne Philipp's 
des Großmüthigen, Wilhelm IV., Ludwig, Philipp 
und Georg, die Kirchenordnung, welche im großen 
Ganzen die Grundlage der Kirchenordnung von 1657 
bildete. 
Am 21. Juli 1426 erließen Erzbischof Konrad 
von Mainz und seine Bundesgenossen gegen den 
Landgrafen Ludwig I. den Friedfertigen ihren 
Fehdebrief, weil der Landgraf nicht gewillt war, 
aus die ihm verpfändete Grafschaft Waldeck gegen 
Rückzahlung der Verpfändungssumme von 22 000 fl. 
zu verzichten. 
Am 23. Juli 1168 starb Abt Markward von 
Fulda, der Wiederhersteller der Abtei, zu Bischofs- 
Heim bei Hanau. 
Am 23. Juli 1427 erfocht Landgraf Ludwig I. 
bei Grvßenglis einen glänzenden Sieg über Erzbischof 
Konrad von Mainz. „Hie Landgraf oder keiner 
mehr." 
Am 23. Juli 1427 wurde der spätere Hof 
meister Hans von Dörnberg, der bedeutende hessische 
Staatsmann der Landgrafen Heinrich III. und 
Wilhelm III., der Begründer des Ansehens und der 
Macht der Familie von Dörnberg (f 1506), geboren. 
Am 23. Juli 1758 kämpfte der hessische General 
Prinz von Ulenburg-Büdingen bei Sandershausen 
ruhmvoll gegen die französische Uebermacht unter 
Marschall Broglie. 
Am 23. Juli 1892 wurde das von dem Verein 
für hessische Geschichte und Landeskunde gestiftete 
Hessendenkmal ans dem Sandershänser Berge feierlich 
eingeweiht. I)i-. Karl Schwarzkops hielt die Fest 
rede über die Schlacht bei Sandershansen am 
23. Juli 1758. 
Am 24. Juli 1241 starb Konrad, Landgraf 
von Thüringen, Hochmeister des deutschen Ordens. 
Am 24. Juli 1762 wurden die Franzosen und 
Sachsen unter Prinz Xaver von Sachsen von den 
Verbündeten bei Luttermberg geschlagen. 
Am 25. Juli 1474 begann die für die hessischen 
Waffen so ruhmvolle Belagerung von Neuß durch 
Karl den Kühnen von Burgund. 
Am 26. Juli 1556 schloß Landgraf Philipp 
der Großmüthige mit dem Abt Michael von Hers- 
seld den Vertrag, durch welchen die Hälfte des 
Amtes Landeck an Hessen kam. 
Am 26. Juli 1643 schloß die Landgräfin Amelia 
Elisabeth von Hessen, geborene Gräfin von Hanau, 
mit den Grasen Friedrich Kasimir und Johann 
Reinhard von Hanau-Lichtenberg einen Vertrag, 
infolge dessen die Grafschaft Hanau-Münzenberg 
nach dem Aussterben der Grasen von Hanau im 
Jahre 1736 an Hessen-Kassel fiel. 
Am 27. Juli 1621 erfolgte die feierliche Ein 
weihung der Universität Rinteln. 
Am 28. Juli 1479 starb Graf Philipp von 
Katzenelnbogen, der letzte männliche Sproß seines 
Stammes. Seine Lande gelangten an den Gemahl 
seiner Tochter Anna, Landgraf Heinrich III. von 
(Ober-)Hessen. 
Am 28. Juli 1777 wurde Prinz Wilhelm von 
Hessen, später als Kurfürst Wilhelm II., Sohn 
des damaligen Erbprinzen von Hessen-Kassel und 
regierenden Grafen von Hanau, Wilhelm, des 
späteren Kurfürsten Wilhelm I., geboren. 
Am 29. Juli 1762 wurde die Stadt Fulda von 
dem hannoverschen Oberst Luckner erobert. 
Am 30. Juli 1232 wurde der Dominikaner 
Konrad von Marburg, der Beichtvater der heiligen 
Elisabeth, in Kappel bei Marburg erschlagen. 
Am 31. Juli 1463 starb Hermann Riedesel, 
der erste hessische Erbmarschall aus seiner Familie, 
der Begründer des Ansehens und Einflusses der 
selben, Erbe des Geschlechts von Rörenfnrt und 
Lehnsnachfolger des Herrn von Eisenbnch, über 80 
Jahre alt. 
Am 31. Juli 1634 starb der Vizekanzler Her 
mann Vultejus zu Marburg. 
Am 31. Juli 1762 wurde der Kirchhof zu 
Frankenberg durch den hessischen Hanptmann Lange 
wacker gegen die Franzosen vertheidigt. 
Am 31. Juli 1800 wurde der berühmte Chemiker- 
Friedrich Wühler zu Eschersheim bei Frankfurt 
a. Bk. geboren. (Er lebte von 1831 — 1836 in 
Kassel.) 
Kü per und A nt o ni. Nach einer durch die 
Zeitungen gehenden Mittheilung wurde bei der 
gegenwärtig am Standbilde und am Unterbau des 
sarnesischen Herkules aus dem Oktogon zu Wil 
helmshöhe stattfindenden Reparaturen oben im Kopse 
unter den Haaren des Standbildes eine kupferne, 
mit Nieten befestigte kreisrunde, 12 Zentimeter im 
Durchmesser haltende Platte entdeckt. Aus dieser 
Platte befindet sich eine Inschrift, die da lautet: 
„Carolus Landgraf zu Hessen, hat dieses 
Bild machen lassen durch Johann Jakob 
Antoni, Goldschmidt, gebürtig aus Augsburg. 
Ist angefangen 1714, fertig 1717 30. No 
vember." 
Bislang galt stets Otto Philipp Küper 
für den Schöpfer dieses Werkes; der infolge der 
Herstellung des Herkulesstandbildes aus Anordnung 
des Landgrafen Karl von Hessen in die Zunft der 
Kasseler Kupferschmiede ausgenommen wurde. 
In der darauf bezüglichen Originalurkunde 
vom 8. Juni 1717, welche sich noch heute in der 
Familie des ehemaligen Hofkupferschmiedemeisters 
Francke zu Kassel, eines direkten Nachkommen 
Küper's, findet, heißt es:
	        

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