Full text: Hessenland (14.1900)

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Ritter Hermann VI. v. Uslar (1295—1314, 
f vor 1318) und sein Bruder, der Knappe Ernst VI. 
(1295—1322, ff vor 1323 *) waren die Söhne 
des Ritters Hermann IV. v. Uslar (1257—1281). 
Sie selbst hatten 1318 und 1323 bereits er 
wachsene Söhne. Man darf annehmen, daß 
ihre Schwester, die Mutter des Hermann v. Bischosfs- 
hausen, in der Zeit zwischen den Jahren 1250 
und 1260 geboren war. Die Geburtszeit des 
Hermann wird also nicht vor beit Zeitraum von 
1270 bis 1280 fallen. Er war sogar im Jahre 
1312 wohl noch nicht lange handlungsfähig, und 
deshalb von seinen Oheimen verbeistandet. 
Auch über die Lage einiger, zu den ver 
kauften Gütern gehöriger, Zehnten geben von 
Hodenberg veröffentlichte Urkunden aus dem 
Jahre 1313 Auskunft (a. n. O. Nr. 640, 641, 
643, 644). Sie lagen bei Nienburg a. d. Weser 
und bei Neustadt a. R., und waren Lehen 
seitens der Grafen v. Schaum bürg und v. Hoya. 
Hermann v. Bischoffshausen war übrigens nicht 
alleiniger Eigenthümer, sondern besaß sie gemein 
sam mit den Gebrüdern Willekin und Johann 
v. Woldendorp. Diese Gebrüder stellen dann 
eine bezügliche Urkunde zu Friedland, zwischen 
Göttingen und Witzenhausen, aus, die sie von 
ihrem mütterlichen Oheim Hugo von S t o ck - 
hausen besiegeln lassen. Im Jahre 1315 endlich 
werden diese Gebrüder v. Woldeudorp als von 
Nienburg (a. d. Weser) bezeichnet, als Söhne 
des verstorbenen Heinrich von Nienburg. Die Ur 
kunde bezieht sich auf dieselben Zehnten und das 
selbe Geschäft. An ihrer Identität ist nicht zu 
zweifeln (Scheidt, Hist. u. diplom. Nachrichten 
von dem hohen und niederen Adel in Deutschland, 
S. 533, Nr. 168; Hodenberg a. a. O. Nr. 644, 
Anm. 2). Diese Gebrüder halten sich also auch in 
der Nachbarschaft von Bischhausen aus, wo ihr, 
ein Mal auch, wie sie, als v. Woldendorp be 
zeichneter Mitbesitzer Hermann v. Bischoffshausen 
gewohnt haben muß; ihre Mutter gehörte einer 
bekannten Familie aus dem Göttingischen an. 
Ich halte sie für die richtigen Vettern des 
*) Ich weiche hier bewußt von der Darstellung des 
Frhru. v. Uslar-Gleichen ab. 
Das stehende hessische 
Ein Abriß seiner Geschichte. 
Hermann; ihren Vater Heinrich v. Woldendorp — 
Nienburg für einen Bruder des Johann v. Bischoffs 
hausen—Woldeudorp, des Vaters des Hermann. 
Der dritte Bruder war vffeubar der Mönch 
Willekin zu Loccum, der auch ein Mal mit seinem 
Geschlechtsnamen, als cle Aldehusen, bezeichnet 
wird (Hodeuberg a. a. O. Nr. 698). Für 
hanuöversche Geuealogeu wird es nicht schwierig 
sein, diese v. Nienburg benannte Linie weiter 
zu verfolgen. 
Woldeudorp ist Wohlendorf a. d. Aller, unweit 
der Heimath des Geschlechts voll Alhausen. Ein 
Ritter Ulrich v. W., der im Jahre 1266 für den 
Vogt Willekin den Verkauf des Hauses zu Hasfel 
vermittelt hatte und sich für ihn verbürgte, kann 
etwa der Schwiegervater, oder Schwager Willekin'S 
gewesen sein. Seine Erbschaft und sein Name mag 
au die Söhne oder Enkel des Vogts gelangt sein. 
Hermann v. Bischoffshausen ist offenbar derselbe, 
den das r. Stammbuch im Jahre 1334 mit zwei 
Schwestern erwähnt. Er hatte 4 Söhne (Sege- 
band, Willekill, Hermann und Kvnrad), die im 
Jahre 1357 das hessische Dorf Almerode (wohl 
die Wüstung Elmerode beiul Arilsteiu) in Pfand 
hatten. Sie lebten noch längere Zeit. Hermann 
erwarb daun, mit den Söhnen seiiles Bruders 
Segeband (Segeband nnb Hermann), im Jahre 
1379 die der Familie bis dahin mir pfandweise 
zustehende Burg Bisch hausen. — Auch die 
spätere Genealogie des Geschlechts, wie sie im 
ritterschaftlicheu Stamlubuche geliefert worden ist, 
bedarf, ilach den Repertorien des ehemaligen 
Ziegenhainer Samt-Archivs zu schließen, der 
Revision. Die Auszüge Landau's in der Kasseler 
Landesbibliothek werden das wohl leicht ermöglichen. 
Die Art der Zusammensetzung unserer hessischen 
Bevölkerung, aus hessischen und rheinischen Franken, 
Thüringen imb Niedersachsen, gilt auch für die 
Ritterschaft. Von den noch blühenden 34 ein 
heimischen alten Rittergeschlechtern sind 10 säch 
sischen Ursprungs, 6 sind Th ü rin ge, 6 stammen 
aus dem Lahngau, eins (die v. Buttlar) 
aus dem ostsränkischeu Grabfeld, und also 
nur 11 aus dem eigentlichen fränkischen H essen- 
g a u. 
(Fortsetzung folgt.) 
Heer von 1670—1866. 
Von Carl von Stamsord. 
(Fortsetzung.) 
J tt der vordersten Parallele waren 10 Kom 
pagnien aufgestellt; sie stürzten sich jetzt in 
wildem Ausrufe vor, auf die Contrescarpe 
vor den Basteien Spehfeuer und Fuchs loch 
„unter faveur der Kanonen und Bomben", wie 
es im Tagebuche heißt, „so surioes, daß unsere 
Soldaten anfänglich retiriren mußten". Doch 
schleunigst sammelten die Hessen sich wieder. In
	        

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