Full text: Hessenland (11.1897)

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Ter in unserem vorigen Heft von Professor I 
Dr. P. SEH ei um et ft er besprochene Ortsth a l e r 
des Landgrafen Karl war auch Gegenstand eines 
Aussatzes des gleichen Persasfers im „Numismatisch- 
sphragistischen Anzeiger". Durch die freundliche 
Gefälligkeit des Herailsgebers dieses Anzeigers, des ! 
Herrn Friedrich Tewes in Hannover, sind wir 
in den Stand gesetzt, nuferen Lesern heute nach- ! 
träglich eine Abbildung des seltenen Stückes nach j 
dem für jene Fachzcitnng gefertigten Holzschnitte 
zu bieten. 
JUu» Kerrncrlb unò gtremòe. 
Tauf e. Tie am 6. AAmember v. I. dem 
Prinzen Friedrich Karl von Hessen und seiner 
Gemahlin Margarethe, geb. Prinzessin von 
Preußen, geborenen Zwillingssohne empfingen bei 
der in Folge einer Erkrankung des Paters erst am 
28. Januar zu Rnmpenheim stattgehabten Taufe 
die Aamen P h i l i p p und W v l fg a n g Al o r i tz. 
Gefchichtsverein zu Alarbnrg. Fm Ge- 
schichtsverein zu Marburg, der am 20. Januar 
Sitzung hielt, sprach Archivar Dr. R ibbe ck über 
„ B r a n t w erbangen des L an d g r a f e n W i l - 
Helm IV., Philipp's des Großmüthigen 
ältesten Sohnes". Aach den Ausführungen 
des Portragenden blieb Landgraf Wilhelm lange 
Zeit dem Ehestände abgeneigt, weshalb eine Reihe 
voll Eheprojekten, die an ihn herantraten, ergebniß- 
los verlief. Pon Angehörigen fürstlicher Häuser, 
mit denen Perbindnngeu geplant waren, aber nicht 
zu Stande kamen, wurden genannt: eine pommerische 
Prinzessin, eine Tarne ans der Umgebung des 
Prinzen von Oranien, ferner Renate von Lothringeil, 
eine Gräfin von Rietberg lind Marie Eleonore 
von Jülich, durch welche später ein Theil der 
Jülich'scheu Erbschaft an das Hans Hohenzollern 
fiel. Wilhelm's endgültige Wahl fiel schließlich 
I5«'• 5 auf Sabine von Würtemberg. Alis 
dem Briefwechsel mit dieser und ihren Eltern 
wlirden kliltlirhistorisch bemerkenswerthe Proben 
mitgetheilt. 1581 löste der Tod Sabinens eine 
>5 jährige glückliche Ehe. Karze Zeit darauf ver 
suchte man sächsischer Seits Wilhelm zu einer 
zweiten Perbindling mit einer 'braunschweigischen 
Prinzessin zll bewegen, doch ging der alternde 
Landgraf nicht darauf ein. Kleinere Mittheilungen 
machten Konservator I)r. Bickell ü b e r H o l z - 
a r ch i t e 11 u r i in H c u n e b e r g i s ch c n, -Kittmcifter 
a. T. Freiherr Rabe von Pappenheim über 
die kriegsgerichtlichen Perhandlnngen vorn 80. Juli 
1584, die wegen der Ermordung Georg's von 
Pappcuheim im Lager von Teventer eiligeleitet 
worden waren. Archivassistent Dr. non P e te rs - 
dvrff verlas fodailil ans beit Anfzeichnnllgeil des 
badischen Stadtvikarins Rinck über seine Studien 
reise in den Jahren 1788 und 1784 einige Stellen 
j über Kassel, Marburg and Hanau. Den 
Schluß bildete die Besprechung der voll Professor 
T h ll d i ch it m in Tübingen bearbeiteten Gail-Karte 
des Archivraths Dr. Üieimer, welcher die Wetter 
führung dieser die Kraft eines Einzelnen über 
treffenden wichtigeil Arbeit für sehr erwünscht er 
klärte, worauf aus Antrag des Borsitzenden, Archiv- 
raths Dr. K ö il n e cf c, beschlossen wurde, sich mit dem 
Hanptvorstailde des GeschichtsvereiilS in Beziehung 
z>l setzen and die Kommnnalstände um Bewilligung 
eines Beitrags zu den Kosten dieser Arbeit an 
zugehen, lim so deren Bollendilllg zu ermöglichen. 
S ch l v ßb i b l i o th ek. Tie lleberführnng der 
Schloßbiblivthek von Wilhelmshöhe in die 
Räume der Landesbibliothek zu Kassel 
ist mit dem ll. Februar vollendet worden. Tie 
Ansstellnng der Schloßbiblivthek erfolgt vorläufig 
im großen Saale derselbeii, also keineswegs „in 
voll der Landesbibliothek getrennten S)iünmcn", wie 
die Fei tu iigeu berichteten. Bon der gleichfalls be 
richteten „Allstellling eines besonderen Bibliothekars, 
die für die Ordnung derselben bestimmt nothwendig 
werden würde," ist bislang nicht das Mindeste 
bekannt geworden. 
Kasseler Grimm-Gesellschaft. — Bvrtrag. 
Ter große Ausschuß zur Förderung der Kasseler 
Grililiii-Sammtnag hat in seiner Sitzung vom 
28. Januar beschlossen, eine K a s s e t c r G r i nt m - 
G e seil s ch a f t zil bildeil and den engeren Aus 
schuß mit der Ausarbeitung und Borlage der 
Satzungen zu betrauen. — Ende Februar wird der 
Oberbibliothekar an der Ständischen Landesbibliothek 
and Borsitzende des Ansschnsses Dr. Edward 
Lohnt eher mit einem öffentlichen Portrag über 
die Brüder Grimm hervortreten. 
ll »i v e r f i tä t s n a ch r i ch t e n. Bei dem anläßlich 
Kaifergebnrtstags in der Kaiser-Wilhelms-
	        

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