Full text: Hessenland (11.1897)

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Außer den Gütern erwarb der Crbnt nach 
und nach den großer: Frucht- und Weinzehnten 
zu Preungesheim, den kleinen hatte der Pfarrer; 
ferner zu Eckenhein: den dritten Theil des Zehnten, 
wovon er später den Wein- und der: kleinen 
Zehnten ebenfalls an der: Pfarrer abgab, schließ 
lich in Berkersheim den Fruchtzehnten; den kleinen 
und Weinzehnten hatte auch hier der Pfarrer?) 
Der Zehnte wurde, wenn er eingesammelt war, 
ir: die Zehntscheuer gefahrer: und vor: der: Be 
ständern ausgedrofchen. 1482 betrug die Pacht 
von Preungesheim 70 Achtel Korn, 20 Achtel 
Weizen und 14 Achtel Hafer, welche die Bestünde:' 
nach Frankfurt liefern mußten, die zu Eckenheim 
19 Achtel Korn, 6 Achtel Weizer: und 25 Achtel 
Hafer, die zu Berkersheim 30 Achtel Korn, 
10 Achtel Weizen und 39 Achtel Hafer. Den 
Zehntei: zu Berkershein: hatte der Orden im 
Jahr 1369 sammt einem Theil des Zehnten zu 
Preungesheim von den Brüder:: Heinrich und 
Merkel von Bonames für 51 gute kleine Gulden 
gekauft. 
In: Jahre 1525 wurde für den Zehnten zu 
Preungesheim sehr wenig geboten, „da viel Auf 
ruhr unter den Bauern war und Niemand ! 
drauffchlagen (bieten) wollte". 
Die Pächter des Hofguts zu Eckeuheim hatten 
auch die Verpflichtung, weitere Fuhren zu thun. 
1521 gab der Pächter 55 Achtel 1 62 eimmer**) 
Korn nebst 1 Gulden und wurde dafür von 
dieser Verpflichtung entbunden. 
Den Weinzehuten sammelte das Dcutfchordeus- 
haus selber ein. Außerdem baute es fünf Mvrgeii 
Weinberg, welche in: Preuugesheimer Feld lagen, 
und zwar einer am Hehler, der andere am Lauß- 
berg, selbst. Zu dem Ende hatte es in Preunges 
heim einen eignen Weingärtner, welcher als Lohn 
erhielt: außer den: Tagelohn zu Ostern sechs Ellen 
Zwilch, auf Michaelis zwei Ellen Gefiudetuch 
und über das dritte Jahr sechs Ellen zu einen: 
Rock. Auch durfte er den Geiz (das Laub) für 
sich behalten. Im Jahr 1511 betrug der Tage 
lohn nebst Dung ::. f. w. 68 Pfund. Von den 
Weingärten in Berkersheim siel der dritte Theil 
an das Haus. 
Me ZLilter von Mruriirigsheim. 
Von Bruningesheim nannte sich ein edles 
Geschlecht kaiserlicher Ministerialen in der Stadt 
Frankfurt, welche nicht nur in ihrem Stammort, ! 
sondern auch anderswo begütert waren. Schon j 
*) Ten kleinen Zehnten bezog die Pfarrei dis in die 
Neuzeit. 1837 wtirde er abgelöst. 
**) Ein Achtel oder Malter hatte vier Tiinmer. 
in: Jahr 900 finden wir einen Bru u i choJ als 
Zeugen unter einer zu Trebur ansgestellten Ur 
kunde, wodurch ein Graf Stefan den Ort Salz (in: 
Vogelsberg) den: Hochstift Fulda überließ, 1143 
einen Biederiens de Bruningesheim als Zeugen 
unter der Urkunde, wodurch Kaiser Konrad III. 
dem Kloster zu Selbold den Zehnten zu Langen 
selbold schenkte. Die fromme Elisabeth von 
Preungesheim in erster Ehe verheirathet mit 
Johannes, Schultheiß von Frankfurt, in zweiter 
mit Kourad von Hagen, einem Bruder des Kuno 
von Münzenberg, haben wir schon oben erwähnt. 
In einer Urkunde des Klosters Arnsburg vom 
Jahr 1253 erscheint als Zeuge ein dominus 
Friedericus de Bruningesheim. in der Zehllt- 
befchreibnng des Frankfurter Bartholomäus- 
stiftes vom Jahre 1255 ein Narguurdns 
de Bruningesheim. welcher Güter in Bergen 
befaß. An: 24. Juli 1256 verglichen sich zu 
Mainz Winter und Eberwiu von Bruningesheim 
mit den: Bartholomäusstift zu Frankfurt wegen 
eines Nottzehuten in der Gemarkung von Bockeu- 
heim. Derselbe Eberwiu verzichtete au: 6. Juni 
1260 auf diesen Zehnten zu Gunsten des Stiftes. 
1257 präfeutirten Bertholt) und Konrad von 
Bruningeshein: einen Mainzer Domherrn zum 
Pfarrer von Langendiebach, wo sie das Patronat 
besaßen. 1273 erkaufte der deutsche Orden, wie 
wir sahen, 15 Morgen Land von Winter von 
Brennigeshein:, die dieser von Kaiser und Reich 
zu Lehen trug, 1275 aber 34 Morgen Landes 
von den Kindern Berthvld's von Breunigsheim. 
Dieser war also gestorben. In demselben Jahr 
(1. Juni) verkauften auch Giefebert von Breuuigs- 
heim und feine Ehefrau Mechtildis, sowie feine 
Geschwister Heinrich, Guntram, Vvlger und 
Rüdiger, die Söhne Berthold's, ihren Erbbesitz, 
bestehend aus einen: Hof und 34 Morgen Land 
in Preungesheim, den: Orden der deutschen Herrn 
zu Sachfeuhauseu. Zn: folgenden Jahre (1276) 
an: 27. August bestätigte Kaiser Rudolf den von 
Winter von Preungesheim und dein Orden 1273 
abgeschlossenen Kaufvertrag, weil diese Reichs 
te Heu waren. Heinrich von Brennigsheim führt 
den Namen Tcelino und ist vielleicht der Ahn 
herr der Scheline von Bergen geworden. Dies 
ist nicht unwahrscheinlich, da die Herrn von 
Preungesheim in einer Urkunde von 1280 dasselbe 
Wappen führen wie die Schelme von Bergen, 
nämlich die Schleife. Auch befaßen die Scheline 
von Bergen bis zum Ende des vorigen Jahr- 
9 Taf; dieser Brunichv ein Pvrfahr der Ministerialen 
von Bruningsheim gewesen wäre, ist vorn Herrn Ver- 
snsier nicht gesagt, weil es nicht zu erweisen ist. T. Ned.
	        

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