Full text: Hessenland (11.1897)

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Emanuel Gerbers Vorfahren. 
^s^ielfach ist die irrige Ansicht verbreitet, daß 
1^)' die Eltern unseres berühmten Dichters 
! Emannel Geibcl „in Wachen buchen bei 
Hanau als Pfarrerslente lebten bis sie 
nach Lübeck übersiedelten" wie u. A. auch im 
„Hessenland" 1892, ¡5, 300 zu lesen steht. Im 
Januar d. I. lief unter der Spitzmarke „Die 
geistige Bilanz Kurhessens" eine der Frankfurter 
Zeitung entstannnende Notiz buvcs) eine Neihe 
hessischer Zeitungen, worin es u. 8b hieß, daß 
die Eltern Emannel Geibel's „aus Wachenbnchen 
waren und nicht l a n g e vor der G e b it x - 1 
d es Dichters nach der Hansastadt übersiedelten" 
Diese unrichtigen Angaben stützten sich auf den 
bekannten Vers Geibel's 
Und tam ich auch am Nordsecstrand 
Das Licht der Wclt zu suchen. 
Mein Ltammhans steht im Iran len land 
Im Dorf zu Wachenbnchen. 
Dies ist indeß nur so aufzufassen, daß die Vor 
fahren des Dichters aus Wachenbuchen stammten. 
denn daß der Vater Geibel's Dr. Johannes 
Gerbet am 1 8lpril 1776 zu Hanau geboren, 
auch bereits 1798 Pastor der resormirten Ge- 
nreinde zu Lübeck war und sich dort ver- 
heirathete, war längst bekannt. 
Veranlaßt durch die Eingangs erwähnte immer 
wiederkehrende unrichtige Angabe, theile ich nun 
niit, was sich über die Vorfahren Geibel's nach 
den Kirchenbüchern von Wachenbuchen und Hanau 
feststellen läßt.*) 
Zunächst berichten die Wachenbnchen er 
Kirchenbücher 
I. „den 3. August 1667 ist Henrrch Gerbel 
begraben worden." Von ihm sind folgende 
Kinder nachzuweisen 
1 Lorenz, getauft 20. XII. 1640, begraben 
27 IV 1652. 
2. Katharina, getauft 7 VII 1643, begraben 
31 V 1685, unverheirathet. 
3. Konrad getauft 25. VIII. 1649, be 
graben 9. V 1694. 
*) Dir betr Kirchenbuch-Auszüge verdanke ich der 
Güte der Herren Metrchmütan Wittekindt zu Wachen 
bnchen und Pfarrer eopD exftcn Predigers der ev. 
Marienkirche zu Hanau. 
— (Nachdruck verboten,) 
II. (I, 3) Konrad Geibel Sohn des Hen 
rich Geibel hiesiger Kirchenältester und Ge^ 
fchworener, heirathet am 14. IV 1670 Elisabeth 
geb. Schmitt, welche am 13. V ,1721 begraben 
wurde. Folgende Kinder find aus dem Taufbuch 
nachzuweisen (von 1670- 1677 ist das Taufbuch 
lückenhaft) 
1 Apollonia, getauft 16. III. 1679. 
2. Friedrich Ernst, getauft 20. II. 1682, 
beerdigt 2. VII. 1739. 
3. Johann Philipp, getauft 14. VII. 1684, 
gestorben 18. IV 1748. 
III. (II. 2) Ernst Friedrich Geibel. 
Konrad's Sohn, hiesiger Kirchenültester und Ge- 
rnchtsmann, heirathet am 15. III. 1705 Anna 
Margarethe geb. Vir, welche am 26. X. 1746 
starb. 8lus dieser Ehe entstammten folgende 
Kinder 
1 Anna Elisabeth, getauft 28. II. 1706, 
begraben 10. V 1706. 
2. Anna Margarethe, getauft 17 VII. 1707 
3. Johann Henrich, getauft 5. I. 1710, 
begraben 26. IV 1742. 
4 Anna Marie, getauft 27. XI. 1712. 
5. Johann Philipp, getauft 19. II. 1716, 
gestorben 3. IV IT'16. 
6. Johann Kaspar, getauft 15. IX. 1718. 
IV slll. 3.) Johann Henrich Geibel, 
Ernst Friedrich's Sohn, heirathet den 13. II. 1738 
8lnna Elisabeth geb. Nones aus Hitzkirchen, 
welche den 1. IV 1761 starb. Der Ehe sind 
zwei Söhne entsprossen 
1 Johann Kaspar, getauft den 10. VIII. 1738, 
gestorben 3. VII. 1807 
2. Johann Friedrich, getauft 26. II. 1741. 
Der ad 1 genannte Johann Kaspar hat sich 
in Wachenbuchen verheirathet und die Familie 
dort fortgesetzt, dagegen findet sich über Johann 
Friedrich keine Notiz mehr im dortigen Kirchen 
buch. Nach einer noch heute in Hanau fort 
lebenden mündlichen Ueberlieferung soll der Groß 
vater Emannel Geibel's Rathsdiener in Hanau 
gewesen sein und dessen Sohn gewisser Ursache
	        

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