Full text: Hessenland (11.1897)

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Heinrich's I.) „für 4 Hufen Land vor Felsberg 
und 89 Mark Silber außer mehreren andern 
Gütern auch die Altenburg und die darunter 
liegende Mühle" ab. Später gehörten Altenburg 
und Burg Felsberg verschiedenen adeligen Ge 
schlechtern, wie dem von Holz he im, und zwar 
gleichzeitig mit anderen Besitzern. Nach einer Ur 
kunde von 1404 hatten die damaligen Besitzer der 
Altenburg dieselbe wiederhergestellt und u. A. den 
„Mantel um die alte Burg" gebaut. Hernach 
gingen die Burgen auf den Landgrafen Philipp 
den Großmüthigen über, welcher seinen Landhos- 
meister Ludwig von Boineburg damit beließ. 
Jetzt sind beide Burgen nur Ruinen?) 2) gehört 
hierher die Altenburg, ebenfalls an der Schwalm, 
in der Nähe von Alsfeld in der darmstädtischen 
Provinz Oberhessen im Gegensatze zur Burg 
Romrod?) 
Weiter giebt es außerhalb Hessens beispielsweise 
8) eine aus dem Ausgang des 11. Jahrhunderts 
stammende Altenburg oder Obereburg im 
Gegensatze zu Niedere bürg, die an der Mosel 
südlich von Coblenz in der Nähe des Orts 
Cobern gelegen ist?; ferner 4) eine Altenburg 
bei Bamberg, die alte Hofhaltung der Bischöfe 
von Bamberg, aus welcher der sich gerade zum Be 
suche aushaltende König Philipp von Schwaben 
von dem Psalzgrafen Otto von Wittelsbach 
ermordet wurde (1208), und die mit grellen Farben 
der Altmeister Goethe im „Götz von Berlichingen" 
schildert, im Gegensatze zum später erbauten bischöf 
lichen Palaste?) Der Name Altenburg für nach 
weislich wirklich vorhanden gewesene Burgen, 
von denen noch mehr oder minder bedeutende 
Ueberreste erhalten, findet sich außer an den ge 
nannten nach Piper a. a. O., S. 669 s., S. 696 
an folgenden Stellen: bei Dorf Straußberg in 
Schwarzburg, für den oberen Theil der Burg 
Falkenstein im Berneckthal im Schwarzwald, bei 
Oberbürg im Altmühlthal, bei Neuburg a. d. Donau, 
bei Zirndorf in der Nähe von Fürth, bei Horn 
in Niederösterreich (zwei verschiedene), zwischen 
Teckenau und Wenslingen im Kanton Basel- 
Land, im Oberamt Tübingen, und schließlich bei 
Alterode, 9 km von Hettstädt in der Provinz 
Sachsen. 
h Vgl. Landau, Die hessischen Ritterburgen, Bd. II, 
S. 191 fg.; v. Dehn-Rotfelser und Latz, Bau 
denkmäler im Regierungsbezirk Cassel, S. 5; Piper, 
Burgenkunde, München 1895, S. 66 f. 
2 ) Vgl. Landau, a. a. O.. Bd. IV, S. 91 fg. 
3 ) Vgl. Bau- und Kunstdenkmäler des Regierungsbezirks 
Coblenz, S. 136 fg.; Piper, a. a. O., S. 111, 234, 
557, 670. 
h Vgl. Piper, a. a. £>., S. 669. 
B. Sonstige Besestigungen. 
1. Befestigungen aus der Römerzeit. 
Da kommt Altenburg vor als alte Burg, 
alte Befestigung aus der Römerzeit, und 
zwar als feste Niederlassung (eastsllrnn) irr oder 
beim römischen Grenzwall. So beispielsweise, da 
auch hier viele Fälle ausgeführt werden können: 
die Altenburg bei Rückingen im Kreise Hanau?, 
die Altenburg bei Arnsburg, in der Nähe 
der Station Lich an der Eisenbahn Gießen-Geln 
hausen in der darmstädtischen Provinz Oberhessen, 
an deren Stelle später ein Mönchskloster gestanden, 
deren Bewohner den Ort mit Bezug auf An 
siedlung von Römern Castrum Aquilae nannten, 
und wo noch genau die Römerstraßen nachzuweisen 
sind. Das Archiv für hessische Geschichte und 
Alterthumskunde, welches zu Darmstadt erscheint, 
enthält über diese Altenburg und andere derselben 
Art eine Reihe von gründlichen Abhandlungen?) 
2. Befestigungen in nicht der römischen 
Herrschaft unterworfen gewesenen Land 
schaften. Als alter Ringwall findet sich 
Altenburg vor in nicht der römischen Herrschaft 
unterworfen gewesenen Ländern, stammen sie nun 
aus keltischer, germanischer oder slavischer Zeit 
und haben sie als Befestigung oder als Kultus 
stätte gedient, wie z. B. a) Altenburg zwischen 
den Stationen Borken und Zimmersrode an 
der Main-Weser-Bahn. Aus der General 
versammlung des Gesammtvereins der 
deutschen Geschichts- und Alterthums- 
Vereine, welche vom 27. —30. August 1882 zu 
Kassel tagte, war auch über die Bedeutung der 
Ringwälle gesprochen worden, jedoch führten die 
Verhandlungen zu keinem abschließenden Ergebnisse. 
Freiherr Felix von Gilsa zu Gilsa hatte sich 
damals dahin geäußert, daß die Ringwälle sowohl 
eine militärische, wie eine sakrale Bedeutung hätten?) 
Dagegen erblickte Oberst v. Cohausen in seiner 
h Vgl. Albert Duncker, Das Römerkastell und 
das Todtenfeld in der Kinzigniederung bei Rückingen, in 
Mittheilungen des Hanauer Bezirks-Vereins für hessische 
Geschichte und Landeskunde, Nr. 4, Hanau 1873; Fest 
schrift desselben Vereins: Das Römerkastell und das 
Mithrasheiligthum von Groß-Krohenburg von Georg 
Wolfs, Kassel 1882; Georg Wolfs und Otto 
Dahin, Der römische Grenzlvall bei Hanau mit den 
Kastellen zu Rückingen und Marköbel. Hanau 1885. 
") Vgl. Bd. III, Heft 2, Nr. VIII: Kurze Nachricht 
von dem ehemaligen Kloster Altenburg, von Fabricius; 
Bd. IV, Heft 1, S. 176: Alte Römerstätten; S. 220 f.: 
über die Altenburg bei Arnsburg; Bd. X. Heft 3, 
S. 289 ff.: Ueber einige Lokalitäten von urzeitlicher 
Bedeutung im Bereich des Vogelsbergs, von Noack. 
h S. Mittheilungen an die Mitglieder des Vereins für 
hessische Geschichte und Landeskunde, Jahrg. 1882, S. IV.
	        

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