Full text: Hessenland (11.1897)

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Hub gleich begann der Förster d'raus: 
„Ei, wollen's Durchlaucht wagen, 
La will ich, nach des Tages Lauf, 
Euch mein Rczcptchen sagen. 
Und uehmens Durchlaucht gnädigst an. 
Bei meiner Deel'! Ihr könnt es dann 
Noch über neunzig bringen. 
Seht, eh' des morgens Reh und Hirsch 
Zu Holze wieder ziehen. 
Da beißt es, um die Morgenpirsch 
Schon früh die Federn fliehen. 
Zn diesem Gang mach' ich mir dann 
Erst eine Psise Tuback an 
Und trink" erst einen Korzen. 
D'rauf, nach der Pirsch, geht's dorten hin. 
Wo meine Saaten sprossen; 
Das Frühstück steckt im Ranzen drin 
Und wird im Holz genossen. 
Ist diese Aesung dann vorbei, 
Stops Numm'ro zwei ich oder drei 
Und trinke einen Korzen. 
Nun kommt der Mittag an die Reih', 
Da mach' ich große Pause 
Und freue mich, giebt's Schweinerei 
Mit Sauerkraut zum Schmause. 
Doch mach' ich nach der Aesung daun 
Mir wieder eine Psise an 
Und trinke einen Korzen. 
Ist dann ein korzes Schläfchen aus. 
Das neue Stärkung spendet, 
Geht's wieder srisch zum Wald hinaus. 
Wo nie die Arbeit endet; 
Doch mach' ich mir, als Jägersmann, 
Erst eine Psise Tuback an 
Und trinke einen Korzen. 
Giebt's Anstoß auch einmal int Wald, 
So helf' ich nach mit Fluchen, 
Das Kreuzschockdonnerwetter schallt 
Daitn hell durch Tamt und Buchen; 
Zwar kostet manchen Zug das mehr, 
Doch, ist der Tnbacksbeutel leer. 
Hält schadlos mich der Korze. 
Müd' komm ich dann, im grünen Zwilch 
Zurück, da setzt mir Muttern 
Kartoffeln vor mit saurer Milch, 
Entrahmt zum frischen Buttern. 
Doch vor Halali steck' ich dann 
Die letzte Psise Tuback an 
Und trink' den letzten Korzen." 
„Genug, mein lieber Grau," siel hier 
Der Fürst ihm in das Reden, 
„Der Teufel hol' sein Elirir, 
Es paßt doch nicht für jeden. 
Hubertus der erhalte srisch 
Ihm Geist und Herz bei gutem Tisch, 
Bei Pfeifen und bei Kurzen!" 
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Airs after urtò neuer Jeit. 
Altenburg. 
Eine sehr häufig für Berge und Höhen vor 
kommende Bezeichnung innerhalb und außerhalb 
der hessischen Lande ist Altenburg. Wie ist 
dieser Name zu deuten? Darauf muß je nach 
Lage lind Beschaffenheit eine verschiedene Antwort 
gegeben werden. 
A. Wirkliche Burgen. 
Tie einfachste und sich aus dem Worte ergebende 
Bedeutung ist alte Burg, im Gegensatze zu einer 
späteren, neuen, z. B. l) die Altenburg am Ein 
flüsse der Schwalm in die Ed der ans einem 
Basaltfelsen über dem gleichnamigen Dorfe, ver 
muthlich eine Gründung des 11. Jahrhunderts, 
im Verhältnisse zu der nicht weit davon gelegenen 
Felsburg an der Edder gegenüber der Eisenbahn 
station Gensungen. Beide Burgen, deren älteste 
Geschichte noch sehr dunkel ist, haben sich im Be 
sitze derselben Geschlechter befunden, und zwar nach 
dem Aussterben bezw. Verschwinden der alten Grasen 
von Fetsberg zuerst im Besitz der Herren von Besse 
oder von Felsberg. Es traten, was die Zu 
sammengehörigkeit der Burgen bekundet, die Wittwe 
des Ritters Werner von Besse und ihre Söhne 
auf Grund Vertrags dem Landgrafen Otto (Sohn
	        

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