Full text: Hessenland (11.1897)

21 
Alm unt in Preungesheim zehn Morgen und 
fünf Wiesen, welche zwei freie Männer Heginpracht 
und Hruodpracht in Besitz hatten. 
Auch andere Klöster wurden in der Folge bedacht. 
1132 schenkte eine Frankburger Bürgerin, 
Frithirun genannt, dem Kloster Helm er s- 
hausen, ihre Besitzungen in Eckenheim bei 
Frankfurt, bestehend in einem Weinberg von zwei 
Morgen und einer Hufe Landes, von der aus 
dieser Weinberg gebaut werden sollte, und zwei 
Dienstleute sowie all ihre Gefälle auf Eckenheim 
für 20 Talente, welche sie für die Söhne ihrer 
Brüder, als diese mit dem König (Lothar) in die 
Lombardei ziehen wollten, entlieh. 
Ferner schenkte jemand um 1200 dem Kloster 
Altenmünster zu Mainz eine Hufe Land zu 
Bruningesheim, welche drei Schilling einbrachte. 
Auch das Kloster Haina besaß Güter und 
Gefälle in Preungesheim. 1267 schenkte Winter 
von Reisenberg diesem Kloster seine zu 
Preungesheim und Eschersheim gelegenen Güter. 
1267 trat dasselbe Kloster der Kirche zu Drei 
eichenhain eine Geldgülte ab, die es aus einem 
Hos in Preungesheim besaß, was der Dechant 
Heinrich zu Frankfurt am 8. August jenes Jahres 
urkundlich bezeugte. Und 1324 erkaufte der 
Präzeptor des Äntoniterklosters Bertrand de 
Turri zu Roßdorf Güter zu Preungesheim von 
dem Präzeptor Peter und den Brüdern des 
Äntoniterklosters zu Grünberg. Endlich besaßen 
auch die Rosenberger Nonnen zu Frank 
furt ein Gut in Preungesheim, der Nonnenhof 
genannt. Die Ueberlieferung, daß im Ort ein 
Nonnenkloster bestanden habe, beruht aus Irrthum?) 
Jedoch die meisten Schenkungen fielen der im 
Jahr 1221 zu Sachsen hausen errichteten 
Kommende des deutschen Ordens zu, welcher, 
nachdem das heilige Land verloren gegangen war, 
unter seinem Großmeister Hermann von Salza 
nach Deutschland übersiedelte. 
Eine der ersten und Hauptwohlthäterinnen des 
Ordens war eine Frankfurter Bürgerin Elisabeth 
von Brüningesheim. auch Elisabeth von Hagen, 
nach ihrem zweiten Manne, Konrad von Hagen, 
genannt. Zum Heil ihrer Seele und zum Heil 
der Seelen ihrer zwei verstorbenen Ehegatten und 
aller ihrer Verwandten vermachte sie den Brüdern 
des deutschen Hauses außer ihrem bedeutenden 
Grundbesitz zu Frankfurt und Bergen in 
Preungesheim vier Hufen Landes mit einem Hof 
*) Unter dem Pfarrer Creß verweigerten die Rosen 
berger Nonnen von ihrem Gut den Obstzehnten und 
ließen, als sie vom Amt zu Bergen zur Entrichtung 
desselben verurtheilt worden waren, die Obstbäume in 
ihren Gärten umhauen. 
upd fünf Morgen Weinberg. Sie behielt sich 
für Lebenszeit die Einkünfte ihrer Güter vor, 
wofür sie jährlich zehn Schillinge Zins an die 
Brüder zahlen wollte. Nach ihrem Tod sollten 
die Brüder dafür ein ewiges Licht unb einen 
zweiten Priester unterhalten (in ihrem Ordens 
haus nämlich). 1226 am 29. April verzichteten auf 
die Bitte Elisabeths Konrad von Steinau, 
Adelheid, seine Frau, und seine Kinder aus die 
Ansprüche, die sie aus die deut Orden vermachten 
Güter zu Preungesheim hatten. 
1282 am 20. September übergab König W i l - 
Helm dem Orden die Kirche zu Eckenhein?) und 
das Patronatrecht daselbst. Das zu Preunges 
heim hatten noch die Falkensteiner. 1273 er 
kaufte der Orden zu Preungesheim 15 Morgen 
Land von Winter von Preungesheim, die dieser 
von Kaiser und Reich zu Lehen trug. 1275 er 
lauschte er zwei Theile des Zehntens zu Preunges 
heim von Werner von Falkenstein sowie das 
Patronat über die Kirche daselbst. In demselben 
Jahre erkauften die Brüder 34 Morgen Land 
von den Kindern Bertholts von Preungesheim; 
1282 endlich gaben Friedrich E s ch b a ch und 
Gisel, seine Hausfrau, dem Orden 17 Mark, 
wofür der Komthur beim Hans des Ordens in 
Preungesheim einen Garten kaufte. Friedrich er 
hielt hierfür zeitlebens aus btefent Garten die 
Früchte eines Apfelbaums, eines Birnbaums sowie 
17 Schillinge Kölnisch. 1284 schenkte Heinrich 
Holzburg Güter in Preungesheim, die Vier- 
Schillinge und sechs Achtel Korn eintrugen, 
Elisabeth aber, die Ehefrau des Colbo von 
Mainz, schenkte den Brüdern das „Brich". 
1304 schenkte Frau Gertrude von Win- 
h.ei m den Ritterbrüdern ein Haus und einen 
Garten zu Preungesheim, dazu vier Morgen 
Weingarten, */2 Morgen Ackerland und an Ge 
fällen zwölf Malter Korn, ein Pfund Heller und 
vier Unzen Heller Geldzins sowie vier Kapaunen. 
In Eckenheim kaufte der Orden 1287 elf Hufen 
Landes von Werner von Falkenstein für 117 Mark 
Pfennige. In Berkersheim besaß er einen 
Hof mit sechs Hufen und elf Joch Acker und 
Wiesen, 1280 von dem Liebfrauenstift in Mainz 
ertauscht, nebst einigen Grundstücken, welche von 
Volmer von Rode erkauft waren. 16 Joch 
Ackerland hatte der Bäcker Cullmann von Bergen 
geschenkt, um sich dadurch ein Jahresgedüchtniß 
zu sichern. 
Noch im Jahr 1680 besaß der Orden 1. in 
Preungesheim zwölf ganze Hufen und Höfe mit 
*) ©cf enteiln war bis 1895 Filiale der Kirche zu 
Preungesheim.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.