Full text: Hessenland (11.1897)

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Das Pfarrdsrf Preungesheim. 
Von Pfarrer W. Junghans. 
(Fortsetzung.) 
II. politische und kirchliche An 
gehörigkeit. 
In der ältesten Zeit gehörte Preungesheim in 
politischer Hinsicht zum Niddagau (pagus 
Nittagowe) und zwar zur Cent B o r n h e i m e r 
Berg. Diese hatte ihre Malstätte bei Bornheim, 
wo vor der mittelalterlichen Kaiserzeit der Schult 
heiß von Frankfurt im Namen des Kaisers das 
Gericht hegte. 
1320 verpfändete Ludwig der Bayer das Ge 
richt an den Grafen Ulrich III. von Hanau. 
Unter Kaiser Sigismund ging das Gericht völlig 
an Hanau über, indem der Kaiser den Grafen 
Reinhard II. gegen Zahlung von 10 000 Gold 
gulden damit belehnte. Die Gerichtseingesessenen 
hatten sich bei Kaiser und Reich über Bedrückungen 
von Seiten des Pfandherrn beschwert. Deshalb 
befahl König Wenzel den 26. Januar 1398, daß 
die Edlen von Hanau die ihnen verpfändeten 
Güter und Leute bei einer Strafe von 30 Pfund 
Gold im ungestörten Besitz ihrer alten Gülten 
und Dienste lassen sollten, und gab dem Schult 
heiß und Rath von Frankfurt den Auftrag, sie 
dabei zu schützen. Die Gerechtsame der Herr 
schaft bestanden nach dem Weisthum von 1384 
in Lager oder Herberge, Geschoß, Dienst, den 
Rauchhühnern und der Gerichtsbarkeit. 
Als sich die Stadt Frankfurt durch die Ab 
tretung des Bornheimer Gerichts beschwert fühlte 
und infolgedessen Streit entstand, so wurde dieser 
1484 so geschlichtet, daß Frankfurt die alleinige 
Gerichtsbarkeit über die Orte Bornheim, Hausen 
und Oberrod, die Grafen von Hanau aber über 
die andern Dörfer haben sollten. Das Gericht 
wurde von da an in Bergen gehegt. 
Wenn somit Preungesheim in das Bereich der 
Grafen von Hanau fiel, so leuchtet dies um so 
mehr ein, als deren Vorfahren, die Herren von 
Münzenberg, schon früher in Preungesheim 
begütert waren. Graf Ulrich von Münzenbcrg 
verpfändete nämlich am 31. Dezember 1254 dem 
Schultheißen Wolfram (von Praunheim) Hof 
und Güter in dem Dorf Bruningeshein, bestehend 
in zwei Husen und einer Hosraite für 20 Schock 
Kölnische Denare. 
In kirchlicher Hinsicht war die Pfarrei dem 
Kollegiatstift St. Peter in Mainz unterstellt, 
während die Herren von Falkenstein das 
Patronat besaßen. Diese vertauschten es aber 
bereits 1275 an die Deutschvrdenskommendc 
zu Frankfurt gegen das Patronat der Kapelle 
zu Rödelheim. Der deutsche Orden, welcher 
nach der alten Flurkarte von 1736 in der Ge 
markung beträchtliche Güter inne hatte, hat das 
Patronatsrecht bis zum Jahre 1803 ausgeübt, 
wo es in die Hände der Landesherrschaft überging. 
Er erbaute auch 1741 das massive Pfarrhaus, 
welches deshalb über der Thür zum Garten als 
Wappen das Johannitterkreuz trügt. 
Um 1545 wurde auch hier wie im Hanauischen 
überhaupt die Reformation eingeführt. 
Von den Pfarrern aus der vorresormatorischen 
Zeit sind uns nur zwei bekannt. Herr Luphridus, 
bestallter Pfarrer zu Preungesheim, vermachte im 
Jahr 1220 dem Kloster Padershausen (bei 
Heusenstamm im Kreis Offenbach) einen Hos 
und ein ihm gehöriges Gut zu Eckenheim. 1283 
aber wurde ein anderer Pfarrer, Simon von 
Schöneck, zum Bischof von Worms gewählt 
und verzichtet urkundlich auf die Pfarrei zu 
Preungesheim, die demnach nicht zu den un 
bedeutendsten gehört haben wird. 
in. Die m Preungesheim begüterten 
Klöster. Der deutsche Hrden. 
Das Jahr, in welchem Preungesheim zum 
ersten Mal urkundlich vorkommt, ist, wie schon er 
wähnt wurde, das Jahr 772. In diesem Jahre 
schenkte ein gewisser Huswert dem Kloster 
Lorsch seine Besitzungen im Niddagau zu 
Breuningesheim (in UruningeKmimer marca) 
sowie acht Leibeigene. Ihm folgte im Jahre 773 
Rnthart, sowie 831 der Einwohner Hartger, 
welcher dem Kloster eine Hufe Landes in 
B r u n i n g e n (so heißt der Ort in der betreffenden 
Urkunde) vermachte. 
In der Folgezeit war es das Kloster des 
heiligen Bonifatius zu Fulda, welches von 
den fronunen Seelen mit Vorliebe bedacht wurde, 
denn wer hätte wohl kräftigere Fürbitte einlegen 
können für die armen Seelen als der große 
Blutzeuge Bonifatius. Um das Jahr 850 finden 
sich in den Güterverzeichnissen des Klosters Fulda 
nachfolgende Wohlthäter aus Preungesheim und 
Eckenheim: 
Freigis von Brnningesheim schenkte dem 
heiligen Bonifatius 30 Morgen Land und Wiesen, 
welche sechs Karren Heu ertrugen;
	        

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