Full text: Hessenland (11.1897)

XI. Jahrgang. Kassel, 16. Anguss 1897. 
Gruß an UMrburg. 
(^ei gegrüßt mir, o mein Marburg, 
E- Theure, vielgeliebte Stadt, 
Sitz der Meisbeit, (.Quell der Freude, 
Jauchzend zieh' ich iu dich heute, 
Die mich einst beherbergt hat! 
lfochaufrageud auf dem Berge 
Ejab’ ich wieder dich geschaut, 
Unter deines Schlosses Schirme 
Ragen deiner Rirchen Thürme, 
Liegst du, wundersam gebaut. 
Lieblich bist du wie die Rose, 
Die der Jungfrau Busen schmückt, 
Lieblich hold wie deine Mädchen, 
Die erblüh'« in dir, inein Städtchen, 
Die uns einst das lferz entzückt. 
Mieder schau' ich deine Berge, 
Die dich schützend rings umsteh'n, 
Mieder geh' ich durch die Gasten, 
Die nun längst ich hab' verlassen, 
Die mich einst als Bursch geseh'n. 
M, wie hab' ich manche Stunde 
Doller Sehnsucht dein gedacht! 
Theuer bist du mir geblieben, 
Bist mir tief in's Iferz geschrieben; 
Zu dir zog's mich hin mit Macht. 
Bier saß ich am Born der Meisheit, 
Die mir ihre Schätze bot, 
Bier hab' ich iu frohen Stunden 
Lieber Freunde lferz gefunden, 
Die mir treu in Freud' und Noth. 
Längst bist du für uns vergangen, 
Schöne alte traute Zeit — 
Doch ich hör' die alten Lieder, 
Alte Freunde grüß' ich wieder, 
Und mein lferz wird froh und weit. 
(?) mein Marburg, wachse fröhlich, 
Bleib' der Wahrheit starker Bort! 
Bleibe frischer Burschen Freude, 
Mie vor Zeiten und wie heute: 
Lebe, blühe immerfort! 
Ä. Kelkmann.
	        

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