Full text: Hessenland (11.1897)

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Versammelten trennten sich unter allseitigen leb 
haften Wünschen für das Gedeihen und die erfolg 
reiche fruchtbare Wirksamkeit der neugebildeten 
„historischen Kommission für Hessen und Waldeck" 
Der gewählte Vorstand hielt alsbald nach Schluß 
der Versammlung eine Sitzung ab und wählte den 
Professor von der Nopp zum Vorsitzenden, 
Professor Höhlbaum-Gießen zum stellvertreten 
den Vorsitzenden. Zum Schriftführer wurde Biblio 
thekar Dr- Kochendörffer, zu seinem Stellvertreter 
Bibliothekar Dr. Scherer-Kassel, zum Schatzmeister 
Archivrath Dr. Koennecke, zu seinem Stellvertreter 
Professor Dr. Wenck gewählt. 
Ausstellung. In der Ständischen Lan 
desbibliothek zu Kassel haben die Bibliothekare 
Dr Brunner und Dr. Scherer die sämmtlichen 
in der Ständischen Landesbibliothek vorhandenen 
Pläne und Ansichten von Kassel und Wil 
helmshöhe zu einer stattlichen Ausstellung 
vereinigt, die für mehrere Wochen dem Publikum 
zugänglich ist und zwar Montags und Donnerstags 
von 11 - V2I Uhr Vormittags sowie Dienstags 
und Freitags von 4- 1 / 2 ö Uhr Nachmittags. Nament 
lich auch Nachmittags haben sich bereits in den 
ersten Tagen überaus zahlreiche Besucher ein 
gestellt, welche die sehenswerthe Sammlung mit 
lebhaftem Interesse besichtigt haben u. A. ver 
weilte Herr Regierungspräsident Gras Clairon 
d'Haussonville am Nachmittag des 13. Juli 
eine Stunde. 
Universitätsnachrichten. Der außeror 
dentliche Professor Dr. Tan gl zu Marburg 
Dirigent des Seminars für historische Hilfswissen 
schaften daselbst ist an die Universität Berlin 
berufen worden. 
Todesfälle. Am 28. Juni verschied, 64 Jahre 
alt, zu Jauer in Schlesien nach langem schweren 
Leiden der Prorektor am dortigen Gymnasium 
Dr. Friedrich Al ü n s ch e r ein Sohn des 
früheren langjährigen Direktors des Gymnasiums 
zu Hersfeld, gleich seinem Vater ein hervor 
ragender Gelehrter und tüchtiger Lehrer - In 
dem im 80. Lebensjahre am 5. Juli zu Wehl 
heiden verstorbenen Professor Karl Alerkel ist 
ein hochgeschätzter hessischer Maler dahingegangen. 
Viele seiner Werke, zumal Freskomalereien, schmücken 
neuere Kirchen und Schlösser. Besonders hervor 
gehoben zu werden verdienen die von ihm her 
rührenden allegorischen Wandgemälde in der Loggia 
der Gemüldegallerie zu Kassel. Am 9. Juli 
setzte der Tod der langwierigen schweren Krankheit 
des Vlilitäroberpsarrers a. D und Konsistorialraths 
l). Wilhelm Kratz ein Ziel. Geboren am 
6. Dezember 1817 als Sohn des kurhessischeu 
Oberförsters Kratz auf Hof Bellers (Kreis 
Rotenburg), bekleidete der Verstorbene nach Voll 
endung seiner Studien zunächst eine Lehrerstelle 
an der Realschule zu Kassel bis er im Jahre 
1856 in das Pfarramt übertrat und zweiter 
Prediger an der Hos- und Garnisonkirche daselbst 
wurde. Er rückte später zum Mitglied des Kon 
sistoriums und Militäroberpsarrer auf. Der als 
vortrefflicher Kanzelredner bekannte Dahingeschiedene 
ertheilte dem Prinzen Heinrich von Preußen 
als dieser das Realgymnasium in Kassel besuchte, 
den Konfirmandenunterricht, assistirte auch in Berlin 
bei dessen Konfirmation. 
Das aus der ersten Seite des vorliegenden 
Heftes abgedruckte Gedicht „Waldkonzert" ist 
dem im Jahre 1857 in Friedberg erschienenen 
„Hessischen Tichterbuch" entnommen. Ueber den 
Verfasser, den jetzigen Kirchenrath und Oberpfarrer 
D. Dieffenbach zu Schlitz, für dessen dichterische 
Eigenart dasselbe kennzeichnend ist, wolle man die 
anläßlich seines 50 jährigen Amisjubiläums in 
Heft 12 des lfd. Jahrgangs aus S. 161 gebrachte 
Notiz vergleichen. 
Hessische Wücherrschcru. 
Dr. Wilhelm Christ. Lange „Zu den 
Sooden" Bad Sooden im unteren 
Werrathal und seine nächste Um 
gebung. Mit 2 Ansichten nach Photographieen 
von F. Tellgmann in Hersfeld. Kassel 
A. Freyschmidt (G. Dufayel). Preis geb. 1,20 M. 
Der Verfasser des unter vorstehendem Titel 
soeben erschienenen Buches hat es sich nach seinen 
eigenen Worten zur Ausgabe gestellt, in angemessener 
Form die Gegend zu schildern andererseits eine 
gewisse Uebersicht über die Geschichte und Sage 
jener beiden Orte zu geben, welche seit undenklicher 
Zeit so eng verbunden waren, daß sie sogar den 
Doppelnamen „Allendorf in den Sooden" führten. 
Dieses Vorhaben ist als bestens gelungen zu bezeich 
nen. Ja, es muß von vornherein hervorgehoben werden, 
daß der Leser in dem Langeffchen Buche, das weit 
über der sogenannten Führer-Literatur steht, erheb 
lich mehr findet als er Anfangs wohl erwartet. 
Neben einer knapp gefaßten Geschichte der Orte
	        

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