Full text: Hessenland (11.1897)

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großes Interesse für hessische Geschichte, wie er 
denn stets eifriger Leser vom „Hessenland" war, 
das auch die Ehre hatte, ihn zu seinen Mit 
arbeitern zu zählen, so schrieb er (N. v. D.) folgende 
Aussätze: „Hessen in den Hugenottenkriegen" 
('1888, S. 266 ff.), über die „Gewaltsame 
E n t s ü h r u n g der H e r z o g i n M a r i e F rieb e- 
rike von A n h a l t - B e r n b nrg, Tochter des 
Kurfürsten Wilhelm I." (1888, S. 277 ff.), 
„Ueber fall des Malsbur gischen Hauses 
E l m a r s h a n s e n d u r ch die B c w o h n e r der 
w a l d e ck i s ch e n Stadt F r e i e n h a g e n a m 
2 2. Mai IG 15" (1891, S. 84 ff.)'. 
Am 14. Juni verschied im Krankenhause zu 
Bremerhaven ganz plötzlich, im Begriff feine 
Berusspslichten auszuüben, Dr. med. Angn st 
Soldan, ein Knrhesse ans Münchhausen, 
Sohn des ehemaligen Pfarrers Philipp Soldan 
und Schüler des Marburger Gymnasiums, der seine 
sachliche Ausbildung aus den Universitäten von 
Marburg und Würzbnrg empfangen hatte. Nach 
Vollendung seiner Studien bekleidete er zwei Jahre 
lang die Stelle eines Assistenzarztes am städtischen 
Krankenhause in Bremen und siedelte im Jahre 1864 
als praktischer Arzt nach Bremerhaven über, wo 
er seit Fertigstellung des neuen städtischen Kranken 
hauses (Oktober 1882) als dessen Leiter eine 
segensreiche Thätigkeit entfaltete, aus welcher ihn 
der Tod so unvermuthet abberief. Der Verlust des 
wegen seiner fachmännischen Tüchtigkeit und seines 
trefflichen, selbstlosen Charakters hochverehrten 
Arztes wird sehr betrauert. 
Am 19. Juni rosste der unerbittliche Tod in dem 
Regiernngs- und Schnlrath Heinrich Gabriel 
31t P 0 sen einen bedeutenden Schulmann dahin, 
dessen Berlnst auch feine zahleichen Bekannten in 
der hessischen Heimath sehr betrauern werden. Ge 
boren am 21. Juni 1881 zu Homberg, studirte 
er, nachdem er das Seminar seiner Vaterstadt 
durchgemacht hatte, von 1852 — 1857 zu Marburg, 
und war dann als Lehrer der höheren Töchter 
schule in Marburg (1857 —1859), später als 
Semiuarlehrer, bezw. erster Seminarlehrer in 
Schlüchtern thätig. Im Jahre 1868 wurde er 
nach Altpreußen berufen, wo er in Altdöbern und 
Trossen in gleicher Eigenschaft wirkte. 1878 er 
folgte seine Ernennung zum Direktor des Drossener 
Seminars und 1886 die zum Regierungs- und 
Schulrath in Posen. Dort hat er, selbst schwere 
Krankheit nicht achtend, bis unmittelbar vor seinem 
Hinscheiden unermüdlich seines Amtes gewaltet. In 
Gemeinschaft mit dem Seminardirektor Supprian 
gab Gabriel das Deutsche Lesebuch mit Bildern 
für Volksschulen (in drei verschiedenen Ausgaben) 
heraus und trat auch sonst wiederholt als pä 
dagogischer Schriftsteller in Wirksamkeit. 
>ìsefsifd)c ^¡Ktcderleiiau. 
Dr. Reinhard Suchier. Die Müuzen der 
Grasen von Hanau. Zinn 800jährigen 
Jubiläum der Neustadt Hanau herausgegeben 
vom Hanauer Geschichtsverein. Il n. 
117 Seiten 4°. — 20 Lichtdruektaseln. — 
Hanau 1897. Im Selbstverlag des Vereins. 
Ans Anlaß des H a n a u i s ch e n I u b e l s e st e 8 
vom Juni d. I. hat der Geschichtsverein der 
Feststadt die Literatur nur ein Werk bereichert, 
wie es sachgemäßer, werthvoller und gründlicher 
kaum geliefert werden konnte. Es ist ja immer 
ein Wagniß für den Verleger, die Vervielfältigung 
einer numismatischen Schrift zu übernehmen, und 
so verdient der Hanauer Geschichtsverein unsere 
rückhaltlose Anerkennung, daß er die eine längst 
empfundene Lücke ausfüllende Festschrift heraus 
gegeben und so vortrefflich ausgestattet hat. Ganz 
besonderen Dank aber, nicht nur bei allen Sammlern 
Hananischer Münzen, sondern bei jedem Freunde 
vaterländischer Geschichtsforschung, hat sich der 
Verfasser des Werkes, Herr Dr. Su chi er, erworben, 
der die Frucht der Studien eines Menschenalters 
freudig dargeboten hat, um die Veranstaltung einer 
in jeder Hinsicht würdigen Festgabe 31t ermöglichen. 
Beim Anblick eines solchen Werkes regt sich in 
jedem Münzsorscher der Wunsch, es möchten doch 
auch über andere abgerundete Münzgebiete ähnliche 
Abhandlungen erscheinen, die ein ersprießliches 
Studium dieser kleineren, meist besonders inter 
essanten Territorien allein ermöglichen könnten. 
Die Reichsgrasschast Hanau, als solche 1429 
begründet, spaltete sich bekanntlich am 26. Juni 
1451 in zwei Linien, die sich später Hanau- 
Münzenberg und Hanan-Lichtenberg nannten. Am 
12. Januar 1642 wurden beide Grafschaften 
wieder vereinigt, da die Münzenbergische Linie 
ausstarb; und als am 28. Mürz 1786 auch der 
letzte Herrscher aus der Lichtenbergischen Linie 
verschieden war, kam Hanau-Münzenberg an Hessen- 
Kassel, Hanau - Lichtenberg an Hessen - Darmstadt.
	        

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