Full text: Hessenland (11.1897)

XI. Jahrgang. Kassel, 1. |nlt 1897. 
3n prangender Nacht. 
<E) ings duftet's so süß, und die Luft ist so lau, 
‘2^ Es spiegelt der NIond sich im perlenden 
Thau, 
f^ell glitzernd an Rosen und Glieder; 
Aus Blüthen und Blätter an Strauß und an 
Baum 
schwebt leise ein üppiger 5ommernachtstraum 
Vom leuchtenden Fimmel hernieder. 
Ich athme dich, mondlicht - durchfluthete Luft, 
Ich trinke der Blüthen schwer wallenden 
Dust, 
In zaub'risches prangen versunken. 
Du Leuchte der Erde voll webender Ukacht: 
So webst du die prunkende Fracht in die 
Nacht 
And machst meine Seele wie trunken. 
Doch webe und wirke nur fort ohne Rast, 
Und halte mit strahlendem Glanze umfaßt 
Die leuchtenden, träumenden Blüthen; 
Ich aber seh' hin in die Wunder von Fracht 
Und küsse mein Glück in der prangenden Nacht 
Von Lippen, von Liebe-erglühten. 
Carl' Wreser. 
W ä cht e r s b a ch.
	        

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