Full text: Hessenland (11.1897)

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verschwundenen Berbindiing von Schriftsetzer und 
Buchdrucker, die zu jener Zeit in Deutschland die 
normale Laufbahn jedes Jüngers der „Schwarzen 
Kunst" vorstellte. Marxhansen lernte in der 
Druckerei, welche im Jahre 1648 die revolutionäre 
„Hornisse", jenes Volksblatt druckte, das von 
Dr.'-©. Kellner, dem jetzigen Chefredakteur des 
„Philadelphia Demokrat", geleitet wurde. Nach 
dem Marxhausen in seinem Berufe ausgelernt 
hatte, kam er nach Newhork, wo er damals seinen 
Redakteur von Kassel als Reporter eines deutschen 
Blattes wiederfand, während er selbst den be 
kannten Rathschlag: „Co west, young man 
befolgte und sich nach Michigan wandte, wo zu 
jener Zeit das Deutschthum schon seine Wurzeln 
in - den Boden getrieben hatte. In Detroit 
begründete er die jetzt im 80. Jahrgang erschei 
nende „Detroiter Abendpost" ; auch machte 
er sich gleich daran, 800 deutsche Familien zu 
einem „Theaterverein" zusammen zu schaaren, in 
dem er ein Jahrzehnt lang zugleich den hervor 
ragendsten Darsteller aller möglichen klassischen 
Partien, vom Karl Moor bis zum Marquis Posa, 
abzugeben wußte. Dieser Verein bildete einen 
wichtigen Sammelpunkt des Deutschthums in 
Detroit, in dem das Interesse an deutscher Sprache 
und Literatur namentlich auch für die heran 
wachsende zweite Generation lebendig erhalten 
wurde. Schon damals betheiligte er sich auch an 
der „Harmonie", jener leitenden deutschen Gesell- 
schaft, die seit Jahr nnb Tag in einein prachtvollen 
Clubhause am Mozartplatze sitzt und gegenwärtig 
Marx-Hausen als Präsidenten an ihre Spitze be 
rufen hat. Marrhausen, der echte self-made-man 
nnd rastlose Arbeiter, hat das Deutschthum nach 
jeder Richtung hin würdig vertreten und seiner 
jetzigen Heimathsstadt außerordentlich viel genützt, 
namentlich was die Entwickelung des Stolzes und 
der Zierde Detroits, des Parks und seiner Bauten 
auf Belle Jsle, anlangt. Diese Schöpfung ist 
nicht zum kleinsten Theile Marxhausen's Werk, das 
erst in der Zukunst, wenn es ganz vollendet und 
auch überall da mit alten Stämmen ausgerüstet 
sein wird, wo jetzt noch junge Pflanzungen be 
stehen, seinen Meister voll loben wird. 
(Nach einer amerikanischen Zeitung.) 
Todesfall. Am 25. Mai verschied in. seiner 
Vaterstadt Kassel, wo er 30 Jahre als richter 
licher Beamter gewirkt hatte, plötzlich der Land 
gerichtsrath a. D. Dr. strr. Wilhelm Pfeiffer, 
ein kenntnißreicher hessischer Jurist von anspruchs 
losem und liebenswürdigem Wesen. Geboren am 
8. September 1882, trat der Verblichene nach 
Vollendung seiner juristischen Studien 1855 als 
Obergerichtsreferendar in den kurhessischen Staats 
dienst. 1864 Amtsassessor, 1867 Kreisrichter, 
1875 Kreisgerichtsrath, 1879 Landgerichtsrath, 
zog sich Pfeiffer 1894 aus Gesundheitsrücksichten 
in den Ruhestand zurück. 
^crsonaften. 
Verliehen: den Landesbauinspektvren Greymann 
in Rotenburg a. F., H a s s e l b a ch in Kassel, Wohl 
fahrt in Gelnhausen nnd Karl Otto Müller in 
Rinteln der Charakter als Baurath. 
Ernannt: Landgerichtsrath Dr. jnr. H a r N i e r 
in Frankfurt a. M. znm Geheimen Jnstizrath und vor 
tragenden Rath im Jnstizministerium zu Berlin; Referendar 
Duisberg zum Gerichtsassessor; Reallehrer Bach zu 
Kassel zum Rektor der Bürgerschule 8 daselbst; Ingenieur 
Watzmuth zu Kassel zum Maschineninspektor des Kgl. 
Theaters daselbst. 
Versetzt: Amtsrichter Limberger in Merzig 
nach Kirchhain (Main-Weser-Bahn). 
Geboren: ein Sohn: Musikdirektor Dr. Franz 
Beier und Frau lKassel, 14. Mai); Henning von 
Borcke und Frau Bertha, geb. von Scharfenberg 
(Molstow, 18. Mai); August Pech mann und Frau 
B e t t h, geb. M etzuwis (Kassel, 20. Mai); Lazareth- 
inspektor PH. Pfeffermann und Frau, (Kassel, 22. Mai); 
Erwin Freiherr von Arnim nnd Frau Agnes, 
geb. von Baumbach (Zernickow bei Fischerwall, 
24. Mai); ein Mädchen: Hermann Braun und Frau 
Emma, geb. Möller (Hersfeld, 13. Mai); Fritz 
Schröder und Frau, geb. W n g n e r, (Kassel, 17. Mai); 
Gustav Lenoir und Frau Else, geb. Bräutigam 
(Kassel, 23. Mai). 
Gestorben: Rentner I o h n S ch n e i d e r, 69 Jahre 
alt (Marburg, 14. Mai); Generalmajor z. D. Karl 
Ewald von Kleist, 51 Jahre alt (Kassel, 14. Mai); 
Lehrer Theodor Schröder, 45 Jahre alt (Kassel, 
15. Mai); renitenter Pfarrer Julius Witz el, 69 Jahre 
alt (Schemmern, 17. Mai); verwittwete Frau Emilie 
F r e y s ch m i d t, 63 Jahre alt (Kassel, 20. Mai); Ritter 
gutsbesitzer ReinhardvonDalwigk-Schauenburg, 
67 Jahre alt (Hoof, 23. Mai)'; Gutsbesitzer August 
R o e v er (Niedermöllrich, 24. Mai); Landgerichtsrath a. D. 
Dr. jnr. Wilhelm Pfeiffer, 64 Jahre alt (Kassel, 
25. Mai); verwittwete Frau Klara Bnrchardi, 
geb. Kehr, 77 Jahre alt (Kassel, 25. Mai); Bezirks 
amtmann a. D. Ernst Rommel, (Wilhelmshöhe, 
26. Mai); Kaufmann August Rein hold, 44 Jahre 
alt (Kassel, 26. Mai); Kaufmann Ludwig Rode 
(Kassel, 26. Mai). 
Vermählt: Kreissekretär Friedrich Wilhelm 
11 llmer zu Arolsen mit Fräulein Hedwig Freitag 
(Kassel, Mai). 
Briefkasten. 
H. C. Br. Portland. Oregon. Nordamerika. Besten 
Gruß. Ihr Schreiben vom 8. Mai ist am 28. Mai 
eingetroffen. Die Einlage findet, wie Sie sehen, unver 
züglich Verwendung. 
K. Doberan. Besten Dank für das Expl. v. Heft 1. 
Die 1895 er Nummer ist wohl in Ihre Hände gelangt. 
Antwort auf Ihre Anfrage erfolgt in Kürze. Ihrer 
frenndl. Anregung wird zutreffenden Falls sicher gern 
Folge gegeben. 
Für die Redaktion verantwortlich: Dr. W. Grote send, z. Z. in Marburg. Druck und Verlag von Fried r. Scheel, Kassel.
	        

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