Full text: Hessenland (11.1897)

FtzM und? KmdUilWMNiB -gfeichfusts. Zvhgun 
vW-Wassau-uberj-Mr MoWjxt, .und.-ihm zu ^ebs 
WhM^MagdMnyk,' b^it] | Mauden ihres Mannes 
am . Bei der Rehfrsiehstung der Kinder nach 
Dstlleuburg-, Muren Anfangs keine Bedenken 
stWetreten, anderst über wurde es- aber bei der 
MN.Es.sich-..Meifhndezr-KuffaffWg der Hanauer, 
hgß -die?.,Graseusöhne in der Teformirten Lehre 
erzpgeu iund diese,-stamz wieder ihre Religion in 
der.-Grafschaft selbst einführen würden. Der 
GMs-.-voU: Lichtenberg war strenger; Lutheraner, 
Mt -Eifer griff er diese Bedenken auf,, wandte 
sich,,. M seine; Mitvormünder widerstrebten, an 
Kaiser.und Reich — doch vergeblich ! Die Er 
ziehung blieb in den Händen der Mutter und 
dG-StiesMters-; wohl wurde an Johann von 
Rassau's Stelle ein anderer und zwar lutherischer 
Vormund ; in. hemGrafen Ri ch a r d von S i m- 
nuer n ernannt,, hoch Machte die gräfliche Mutter 
diese Ernennuug, belanglose indem sie bewirkte, 
daß derselbe gar nicht, in Hanau zur Huldigung 
zugelassen und der reformirte Kurfürst von der 
Pfalz Obervormnud wurde. Ganz in ihrem 
Sinne wurde nun die Erziehung der jungen 
Grafen geleitet,. , worin, ihr treu Graf Ludwig 
von Wittgenstein Zur Seite stand. Die Prinzen 
blieben in mütterlicher Obhut in Dillenburg, 
und dort wurden die ersten Grundlagen zu der 
vorzüglichen Erziehung gelegt, welche wir in 
unserer weiteren. Betrachtuna bei Philipp Ludwig 
finden werden.. 
Sehr frühzeitig kam er vom Dillenburger 
Hof auf das im Jahre 1584 neugegründete 
(pyiniiashuu illustre zu H erdoru. Bei den 
hohen - Geistesanlagen, der raschen Fassungs 
gabe konnte es nicht fehlen, daß Philipp 
Ludwig-bald zu den-besten Schülern gehörte und 
mit vieler Auszeichnung behandelt wurde. Er 
wurde in allen Wissenschaften, Philosophie, Theo 
logie, Rechtswissenschaft, nicht nur unterrichtet, 
sondern auch veranlaßt, selbst produktiv auf 
zutreten. Namentlich gelang es ihn rednerisch 
so auszubilden, daß er selbständig in freier Rede 
und Gegenrede wiederholt Proben seiner scharfen 
Auffassungsgabe und rednerischen Tüchtigkeit ab 
geben konnte. Sehr zu seiner geistigen Vervoll 
kommnung trug fein. Aufenthalt im Haufe feines 
Lehrers, des Direktors Johann Fischer bei, 
der selbst bei Tische nicht unterließ, seinen Zögling 
in alles Wissenswerthe einzuweihen und nament 
lich ihn in den religiösen Streitfragen sehr auf 
zuklären und dem Sinne der gräflichen Mutter 
entsprechend für die reformirte Lehre, zu 
welcher schon die Dillenburger Erziehung den 
ersten Grundstein gelegt hatte, fest und stark zll 
machen.. wußte. , Die Vorliebe für, die, reformirte 
Lehpn traf infolgedessen bst. den;, Grstsen^imwep 
mehrstu Pe,n Mordergrund, und es hedstrftstHines 
großen. AnÜoßes, mit dieselbe zum öffentlichen Be 
kenntniß werden zu lassen. Dieses war Hst. her damals 
so starà herrschenden Differenz zwischeu. Luiheraitern 
unn. stteformirten ein. sehr wichtiger^ Gegenstand 
für die Erziehung. Infolge feinest erprobten 
Tüchtigkeit als Schüler zu Herbvrn.wurde ihm 
der, Ehrentitel eines Rector magnificentissirnus 
daselbst zu Theil und damit die Zeit der Vor 
studien abgeschlossen. .4592, 16 Jahre alt, bezog 
Graf Philipp Ludwig die Universität Heidelberg 
und unter Nr. 361 des Rektorenkatalvgs dieser 
Universität steht verzeichnet: 1592 Philipp 
Ludov(ieus) ab Hanau et Rliiuek, Prorector 
Julius Bacius ; also wurde er auch dort dadurch 
hochgeehrt, ; daß er als Rector magnificentissinius 
eingeschrieben wurde. 
Einen erprobten Führer in seinen akademischen 
Studien, erhielt der Graf in I v h a n n M i l l e r, 
dem- späteren ersten Bürgermeister, der schon vor 
her Proben seiner Erziehungskuust beim Prinzen 
Mori tz v o n Ora ni e n in gleicher Eigenschaft 
abgelegt hatte. Auch dieser hatte die Weisung, 
den jungen Grafen bei der reformirten Lehre 
zu erhalten. 
Von seinem Aufenthalt, seinen Studien in 
Heidelberg wissen wir nicht viel, doch ist 
es zweifellos und durch die spätere Laufbahn 
genugsam begründet, daß er mit . allem Ernste 
und Gründlichkeit sich auch weiter ausgebildet 
hatte, um den schweren Obliegenheiten eines 
Herrschers völlig genügen zu können. 
1593 wurde die Universität Heidelberg ver 
lassen und kurze Zeit Aufenthalt in Hanau 
genommen. In dieser Zeit griff er schon gleich 
reformatorisch in die Kirchengebrüuche Hanaus 
ein, indem er ein neues Gesangbuch, die Psalmen 
David Lobwasser's einführen ließ, die ihn durch 
ihre schlichte Sangesweise so sehr angesprochen 
hatten. Wenn auch von Seiten der Kirchgänger 
Schwierigkeiten bereitet wurden, er ließ sich nicht 
beirren, — sie wurden ein- und durchgeführt. 
Durch dieses Eingreifen wurden den Vormündern 
neue Schwierigkeiten bereitet, denn noch hatten sie 
die Vormundschaft, da erst mit dem 18. Jahre 
die Hanauer Grafen majorenn wurden und 
Philipp Ludwig erst 17 Jahre alt war. Die 
Wirren im Lande waren überhaupt nicht klein, 
da die verschiedenen Bekenntnisse der Vormünder 
kein einheitliches Handeln auskommen lassen 
konnten und gar viel Streit und Zank zur Folge 
hatten. Hierin soll kein Vorwurf gegen die 
Vormünder liegen, denn diese nahmen sich in
	        

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