Full text: Hessenland (11.1897)

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Dt Ajerbyril.* *) 
(Metterauer Mundart.) 
's fein Veijyuhn 2 ) cann Schlessilblomme 
Hamlich iwwer Noacht bekomme. 
Off de Wisse groin ds Grüsi") — 
„Sucht nooch, Ajer! 's Uhsterhüsi 4 ) 
Eaß met Sack cann Pack die Noacht 
Häi imm's -Oart crimm gemoacht!" 
Die Ajer legtt heu, wäi fich's hihrt, 
Eauu hott se nooch dr Foarb sortirt. 
„Die blohe sein serr läiwe Mahre, 
Die rühre serr die Buwwe" — fahr e. 
Veijounblohe eann sprenkelige, 
Däi harr e aach noach eann dr Ziche'I. 
Dr Hoas dr oarm — ach, läiwer Goitt — 
Woas schweatzt ^') hen nnrts, dr Ajerboitt! 
Wäi eaß hen glecklich, wann vv fern 
Die Keann eann. Groas eann Kälwerkern 
Saich dommen I. — Nnrts bei FürschterschhauS, 
Do bleir e met de Ajer aus. 
) veiervoie. ) iueuajeu. ) musi 
! eher. 10 ) beständig. ") oernüheu. 1 
's eaß kahn Fvacht 8 ) näit, ihnderO) Zoarn, 
Hen säht: do harr e naut verloarkn. 
Däi stennig ^") schäiße, stennig platze, 
Däi solle ihm de Bockel kratze. 
Hen ließ sich näit ds Feall vernewe"), 
Dean soll dr Dreher Ajer drewe^H. 
Die Honn enn Jüjer wehrn sein Dnud 
Eann breegt enn imm sein Hoasebrund. 
Ihr Dank serr Gontdoat der hiß „baas"; 
Eann schr eabb sich „naue Schruth eannLaas"; 
Hen deht vo wäje deassetwäje 
Ferr Jüjerschkeann kahn Ajer leje. 
Wenn saich Ahns goar so weit verrgehs 
Eann Flansch vo dnure Hoase 
Eaiul hen wehrsch weiß 44 ), off jeren Fall 
Wehrsch iwwerhab met Ajer all. 
„Gegeben so im grünen Gras. 
Der Eiertrüger Osterhas." 
Ariedrlch von Trais. 
h Bettzüge. °) schwitzt, h tummeln. 8 ) Furcht, 
") erführe es. 
h das Osterhüschen. 
) drehen (Holzeier). 13 ) esse. 
JUto alter imö neuer Ieit. 
König ©corg von Griechenland. Unsere 
Leser werden sich entsinnen, daß König Georg 
von Griechenland, der zweite Sohn des dä 
nischen Königspaares (geb. 24. Dezember 1845), 
hessisches Blut in seinen Adern hat, da seine Mutter 
Königin Luise eine Tochter des Landgrafen 
Wilhelm von Hessen und der Prinzessin 
Luise Charlotte, Schwester Christian's VIII. 
von Dänemark, ist. Nachstehender genealogischer 
Auszug ergiebt das Nähere: 
reg. Landgraf Friedrich II von Hessen-Kassel, 41785 
Wilhelm IX., Landgraf Karl Friedrich, Landgraf *), 
Kurfürst 1747—1837 
Wilhelm!), Marie Auguste 
1787—1867 
LuiseW. Fr.. Friedrich W. G. A., 
Königin v. Dänemark f 1884 
*) In holländischen Diensten, begraben zu Rnmpenheim. 
st) In dänischen Diensten, lebte zu Kopenhagen, 
Der Vater der jetzigen Königin von Dänemark 
war also ein Enkel des Landgrafen Friedrich II. 
von Hessen, ein Sohn des dritten Sohnes des 
genannten Landgrafen. 
Urtheil Jakob Hofsmeister's über den 
„Freischütz" und Opern texte. Der vor 
einigen Jahren in Kassel dahingeschiedene bekannte 
Schrissteller Jakob Hossmeister hatte 1845 
für einige Zeit seinen Aufenthaltsort in Wien 
genommen und sich dort durch seine literarischen 
Arbeiten und sein feinfühlendes Urtheil aus dem 
Gebiete der Musik bald den besten Ruf erworben. 
Für Otto Nikolai begann er den Text der Oper 
„Die lustigen Weiber von Windsor" zu schreiben, 
welcher später von Mosenthal beendigt wurde, und 
gerieth dadurch in den Geruch eines Libretto 
dichters. Obgleich es Hoffmeister gar nicht darum 
zu thun war, Opernbücher zu versassen, so ließ 
er sich doch durch den damals in der österreichischen 
Kaiserstadt sehr einflußreichen Ritter von Seyfried 
dazu bestimmen, mit einem jungen Wiener Ton- 
künstler, Alexander Leitermayer, in Verbindung zu 
treten, welcher jedoch einen Text „wie der zum 
Freischütz" zu haben wünschte. Dies Verlangen 
veranlaßte Hoffmeister weitgehende Betrachtungen 
anzustellen, welche in seinen bisher noch ungedruckten 
Wiener Erinnerungen enthalten sind und die, wenn 
auch nur im Auszug, kennen zu lernen, für alle 
Webersreunde von Interesse sein dürste.
	        

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