Full text: Hessenland (10.1896)

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nur 11 Personen gegenübersteht. Ferner gingen 
wiederum Geschenke in reicher Anzahl ein, 
unter ihnen auch die. neue Veröffentlichung unseres 
hessischen Landsmannes Polizeidirektor Dr. Otto 
Gerland zu Hildesheim: „Die Wandmalereien 
im Hessenhof zu Schmalkalden", welchen 
Dr. Brunner eine höchst anerkennende Besprechung 
zu Theil werden ließ, wenngleich er in Betreff 
der Zeit der Herstellung dieser Wandmalereien, 
die Szenen aus dem „Jwein" darstellen, mit der 
Ansicht des Verfassers des Werkes nicht einver 
standen ist. Leider mußte die Versammlung weiter 
die unerfreuliche Mittheilung entgegennehmen, daß 
die städtischen Behörden zu Kassel die vom Vorstand 
des Vereins all sie gerichtete Eingabe um Aus 
stellung des abgebrochenen Brunnens a m Brink, 
(s. „Hessenland ' 1896, S. 277) abschlägig beschieden, 
da derselbe zu sehr beschädigt sei, um die Wieder 
aufstellung ohne erhebliche Kosten zu ermöglichen. 
Den Vortrag des Abends hielt einer der beliebtesten 
Redner des Vereins, Oberlehrer Dr. Knabe, über 
den Kasseler Schulmann und hessischen Politiker 
„Dr. Heinrich Grase, sein Leben und 
Wirken". Seine fesselnde Ausführungen wurden 
mit lebhaftem Beifall aufgenommen. 
Fortsetzung von Strieder's hessischem 
Gel ehrten-Lexikon. Im Anschluß an die 
über die geplante Fortsetzung dieses Unternehmens 
in Nr. 4 des Jahrgangs 1896 vom „Hessen- 
land" auf S. 53 f. gemachten Mittheilungen 
kann heute gesagt werden, daß unter hervorragender 
Betheiligung des Oberrealschuldirektors a. T. 
Dr. Ackermann, sowie der Bibliothekare Dr. 
Brunner und Dr. Scherer zu Kassel eine um 
fassende Liste hessischer Gelehrten und Schrift 
steller festgestellt worden ist, an welche das daselbst 
erwähnte Rundschreiben mit dem Ersuchen um Ein 
sendung einer Darlegung ihres Bildungsganges 
und möglichst genauer Mittheilungen über ihre 
literarischen Veröffentlichungen verschickt worden ist. 
G r i m m - S a m m lnng in Kassel. Wir bitten 
unsere Leser von dem am Schlüsse dieser Nummer 
abgedruckten Aufruf zur Förderung und zum 
Ausbau der Kasseler G r i m m s a m m l u n g 
gütigst Kenntniß zu nehmen. 
B o s e - S t i p e n d i u m. Das von der Gräfin 
Bose, geborenen Gräfin von Reich enbach- 
Lessonitz, gestiftete Stipendium im Betrage 
von 2000 Mark für aus dem Gebiete des ehe 
maligen Kurfürstenthums Hessen stammende begabte 
Maler und Bildhauer wurde für 1897 dem bereits 
bestens bekannten Maler Johannes Kl e i n s ch m i d t 
verliehen, welcher dasselbe zu einer Studienreise 
nach Spanien verwenden wird. 
Universitätsnachrichten. Am 4. Novem 
ber entschlief zu Halle a. S. im hohen Alter von 
fast 80 Jahren der Dozent der Naturwissenschaften 
an der dortigen Universität Professor Dr. Karl 
Sebastian Cornelius, geboren zu Rönshausen 
bei Bebra am 14. November 1819, seit 1851 
ununterbrochen zu Halle ansässig. Cornelius war ein 
Schüler des großen Göttinger Philosophen Her 
bart, dessen theoretische Philosophie er korrigirt 
und fortgeführt hat. Das Gebiet, aus dem er sich 
zumeist bewegte, war das der Molekular 
physik, wo Physik, Chemie, Physiologie und 
Psychologie sich berühren. Viele bittere Lebens 
erfahrungen, die der Verstorbene durchkosten mußte, 
führten ihn immer mehr dazu, seinen Trost in der 
Religion zu suchen. Durch regen Verkehr mit 
jüngeren Leuten hat er auf die geistige Entwicke 
lung manches Musensohnes Einfluß geübt. — Der 
Privatdozent an der Universität Marburg Dr. Her 
mann Diemar aus Kassel bringt den Winter 
1896/97 krankheitshalber an der Riviera zu und 
ist dementsprechend für das Wintersemester 1896/97 
vom Abhalten von Vorlesungen entbunden worden. 
Wünschen wir dem strebsamen jungen Gelehrten 
baldige völlige Genesung. — Die Zahl der an 
der Marburger Hochschule für das Wintersemester 
1896/97 eingeschriebenen Studenten beträgt 871 
gegenüber 960 im letzten Sommersemester. 
Kurhessenverein zu Frankfurt a. M. Der 
Kurhessenvereiu zu Frankfurt a. M. legte am 
2. Dezember am Hessend enkmal daselbst zur 
Erinnerung an die glorreiche Waffenthat der 
hessischen Truppen vom 2. Dezember 1792 Kränze 
nieder. 
W ei hnachts fest spiele. In Hanau werden 
dortige Bürger am 7., 9. und 10. Januar 1897 zu 
wohlthätigen Zwecken das Weihnachtsfestspiel: 
„Christnacht" von Hans Herrig zur Auf 
führung bringen. In Hersfeld und Marburg 
wird das gleiche Stück zu ähnlichen Zwecken eben 
falls von Dilettanten gegeben werden. 
Gartendirektor Better. Kaiser Wilhelm II. 
hat eine Büste des verewigten Hosgartendirektors 
Vetter anfertigen lassen, welche an der Stätte 
seines lanjährigen verdienstvollen Wirkens in den 
Anlagen vor dem Gewächshaus zu Wilhelms 
höhe demnächst Aufstellung finden wird.
	        

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