Full text: Hessenland (10.1896)

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Geschichte und Literatun 
X. Jahrgang 
So uuch meine Heiße Seele 
Webelgruue Wucht umzieht, —- 
Leite nur, mie Würchenglocken 
Webt empor ein stilted Lied . .. 
Wnd dus Lied uerhullt im Winde, 
Wimmer struhlt der Sterne Wrucht . . . 
And der Seete Liederblüthen 
Sterben in dem Irost der Wucht . . . 
Rauschenberg. Valentin Traudt. 
Alebel fluthet durch die Ghuke, 
Deckt der Wcitder finstre Wrucht, 
Jernber zittert Aoelüuten 
Durch die sternentose Wucht. 
Eleich einem Forscher, ernst und finster, 
Stand ich im Wald vor grünem Ginster 
Und fragte mich: warum nur blüht, 
Wenn erst die Junisonne glüht, 
Das steife, dürre Ding so golden? 
Da brach ein Strauch sein altes Schweigen 
Und sprach: „Mich traf das Loos, zu zeigen, 
Mie fich das Sermste reckt und streckt, 
Wenn was zum Strecken in ihm steckt, 
Mein Nichts treibt morgen goldne Dolden." 
Larl Pr es er.
	        

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